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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779855281
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164105
Document type:
Monograph
Author:
Mahlberg, Walter http://d-nb.info/gnd/101605218
Title:
Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Gloeckner
Year of publication:
1928
Scope:
VI, 122 S.
graph. Darst
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden, 
kursverlaufes zu tun haben, innerhalb derer an den verschiedensten Punkten 
Goldtransporte denkbar sind; der Goldpunkt liegt für jede beteiligte Firma ver- 
schieden, und selbst für dieselbe Firma an verschiedenen Tagen verschieden‘). 
Ein einzelner Kurspunkt, von dem man sagen könnte, daß er generell der Gold 
yunkt sei, ist mithin nicht gegeben. 
aber trotz all dieser Einschränkungen wird die Baisse-Spekulation gegen 
die Mark im Auslande immer gefährlicher, je tiefer der Kurs fällt, und umso be- 
Adrohlicher bildet sich eine Kontermine, welche durch das Mittel des Goldtrans- 
vorts ihren Willen durchzusetzen und durch dasselbe Mittel ihr Risiko zu begrenzen 
vermag. Um mit letzterem zu beginnen, können sich die Haussiers, also die Teil- 
nehmer an der Kontermine, die gekaufte Mark liefern und sich für den Gegenwert 
30ld aus Deutschland schicken lassen; der Erlös aus dieser Goldsendung macht, 
was hier nicht näher behandelt zu werden braucht, soviel aus, wie es im Prinzip 
lem Kurspunkt 3 entspricht. Sollte der Kurs also noch tiefer als Punkt 3 fallen, 
so decken sich die Haussiers nicht durch Verkäufe zurück, sondern wählen den 
vorstehenden Weg. Die Goldsendung bedeutet zugleich Bezahlung deutscher Schul- 
Jen durch Gold, sodaß um diese deutschen Schulden, das war bis dahin Devisen- 
material in London, der Markt entlastet wird. Die Goldbewegung kann auch als 
Differenz-Arbitrage ohne Zusammenhang mit der Kontermine vorgenommen wer- 
len, indem Marktteilnehmer die billige Mark bei Kurspunkt 3 oder noch darunter 
in London kaufen und sich den Gegenwert in Gold aus Deutschland remittieren 
lassen, Die Goldbewegung vermindert also das Markangebot im Auslande, und jede 
Mark, die auf diese Weise aus dem Markt genommen wird, verschlechtert die durch 
lie Kontermine prekäre Lage der Baissiers. Die Goldbewegung ist gewissermaßen 
der letzte Tropfen, der das Faß züm Überlaufen bringt, und, einmal übergelaufen, 
so ist kein Halten mehr. Es brauchen mithin keine großen Goldbewegungen zu 
sein, die eintreten. 
Das Prinzip des letzten Tropfens geht hier sogar noch weiter, indem schon 
die bloße Möglichkeit, daß Goldtransporte einzutreten drohen, die immer stärker 
isolierte Baisse-Partei zum Lösen ihrer Engagements bringt und damit den Kurs 
der Mark, wie gezeigt wurde, nach oben springen läßt. Drohende Goldbewegungen 
wirken als Signal für einen Umschwung des Kurses, zu eigentlichen Goldbewe- 
zungen braucht es gar nicht zu kommen, wie durch meine Untersuchung über den 
Frankenkurs?) für längere Jahre nachgewiesen worden ist. Dies vor allem deshalb, 
weil — immer von London aus betrachtet — nunmehr der Diskont in Berlin 
von der Reichsbank bestimmt erhöht wird, wenn nicht bereits vorher am freien 
Markt die Diskontdifferenz gegenüber dem Auslande immer stärker zum Schutze 
der deutschen Währung sich verschoben hatte, also der Privatdiskont in Berlin 
höher als in London geworden ist. Dadurch aber wird die mit nunmehr höheren 
Zinsen ausgestattete Mark so wertvoll, daß in London genügend Liebhaber dafür 
als Käufer auftreten, sodaß sich die Baisse-Engagements nicht mehr halten. 
lassen und der Umschwung mit Macht einsetzt. 
Die allmählich sich verschärfende Diskontdifferenz oder das ruckartige An- 
ziehen der amtlichen Diskontschraube ist also der Funke, welcher die Konter- 
mine zur Explosion bringt. Über dieses Mittel verfügen wir auch heute bei den 
durch die Reparations-Zahlungen lediglich quantitativ anders gearteten Devisen- 
Marktverhältnissen. Sollte vorher nicht genügend Anreiz zur Übernahme deutscher 
ij Schmalenbach, Der Kurs des Pfund-Sterling-Wechsels, a. a. 0. 8. 247. 
?) Mahlberg, Der Kurs des Frankenwechsels, a. a. 0. S. 400.
	        

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Répertoire Des Administrateurs & Commissaires de Société, Des Banques, Banquiers et Agents de Change de France et de Belgique. 1926.
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