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Das Jungdeutsche Manifest

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Bibliographic data

fullscreen: Das Jungdeutsche Manifest

Monograph

Identifikator:
1779856016
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164114
Document type:
Monograph
Author:
Mahraun, Artur http://d-nb.info/gnd/118781278
Title:
Das Jungdeutsche Manifest
Edition:
2. Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Jungdeutscher Verl.
Year of publication:
[1928?]
Scope:
208 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VIII. Abschnitt: Führerfrage und Staat
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Hotel- und Gastgewerbe
  • Title page
  • Contents
  • 1. Auftakt
  • 2. Der Wert zielbewußter Propaganda
  • 3. Was bezweckt die Reklame?
  • 4. Vom Wert der Zeitungsreklame
  • 5. Welche Zeitungen und Zeitschriften wähle ich für meine Propaganda?
  • 6. Die technische Gestaltung des Inserats
  • 7. Die Anzeige im Restaurantbetrieb
  • 8. Der Reim in der Reklame
  • 9. Die Zeitstrophe in der Reklame
  • 10. Vorsicht! Der Setzkasten ist oft des Inserenten Feind
  • 11. Groteske Reklame durch orthographische Schnitzer
  • 12. Dauerwerbung durch das Kennzeichen
  • 13. Gemeinschaftsreklame der Hotels mit dem Kurort
  • 14. Kombinierte Anzeigereklame
  • 15. Ausnützung technischer Betriebseinrichtungen und die Reklame dafür
  • 16. Kollektivpropaganda durch korporative Vereinsreklame
  • 17. Die Anzeige auf dem gastgewerblichen Arbeitsmarkt
  • 18. Der Inserent und der Zeitungsverleger
  • 19. Der "Blickfang"
  • 20. Propagandawinke für ein ungenügend besuchtes Hotel
  • 21. Der illustrierte Faltprospekt
  • 22. Der Wert guter und die Schädlichkeit schlechter Werbeschriften
  • 23. "Unzweckmäßige" und "richtige" Formate der Werbeschriften
  • 24. Die illustrierte Werbebroschüre
  • 25. Unzweckmäßige Werbebroschüren privater Verleger
  • 26. Aparte, nicht schablonenhafte Werbemittel
  • 27. Eine nicht alltägliche Broschüre
  • 28. Hotelbroschüren für Autotouren und Schlittenfahrten
  • 29.Feuilletonistische Werbung für einen Kurort und ein Kur-Hotel
  • 30. Feuilletonistische Werbung für ein Großstadthotel
  • 31. Feuilletonistische Werbung für ein mondänes Gesellschafts-Etablissement
  • 32. Groteske Werbung für ein hypermodernes Hotel
  • 33. Die Kofferetikette als reisender Propagandist
  • 34. Die Kofferetikette und das Abziehplakat
  • 35. Die heitere oder satirische Episode in der Kurortwerbung
  • 36. Ausnützung der Gelegenheiten
  • 37. Propaganda durch Mediziner
  • 38. Studienreise der Ärzte
  • 39. Wissenschaftliche Studienreisen
  • 40. Erholungsreisen und Reisestipendien als Belohnung
  • 41. Ferien für Jugendliche
  • 42. Wie und wann wirkt und wirbt das Plakat?
  • 43. Anregungen und praktische Beispiele für Preisausschreiben und Wettbewerbe
  • 44. Die Preiskonkurrenzen beim Sommersport
  • 45. Die Preiskonkurrenzen beimWintersport
  • 46. Verhängnisvolle Wettbewerbe und Preisausschreiben
  • 47. Wissenschaftliche Sportwochen oder Sporttage
  • 48. Die Mitarbeit der Schriftsteller und Journalisten
  • 49. Journalistische Studienfahrten
  • 50. Vaterländische Werbemethoden
  • 51. Gefährliche Indiskretionen bei der Werbung
  • 52. Briefpapier als Werbehelfer
  • 53. Der Briefumschlag als Werber
  • 54. Die Propagandawirkung des Namens
  • 55. Ein internationales Wert-Kennzeichen für Hotels
  • 56. Wie fessele ich meine Gäste?
  • 57. Die Werbung für das eigene Hotel-Restaurant
  • 58. Die Schlüssel-, beziehungsweise Zimmerkarte als Werber
  • 59. Ein kleiner, aber fleißiger Propagandist: die Ansichtskarte
  • 60. Der Sprechbrief
  • 61. Gästewerbung durch Briefe
  • 62. Der Auslands-Werbebrief
  • 63. Propagandamöglichkeiten
  • 64. Stadtwappen und Reklame
  • 65. Wann "empfiehlt" sich die Empfehlungskarte?
  • 66. Die Farbe in der Reklame
  • 67. Das gute Lichtbild als Propagandahelfer
  • 68. Wichtige Kleinigkeiten im gepflegten Hotelzimmer sind ausgezeichnete Werbehelfer
  • 69. Werbeprogramm eines großen internationalen Kurortes und Sportplatzes
  • 70. Arbeitsprogramm eines Kurort-Werbefachmannes
  • 71. Der Kurdirektor
  • 72. Fremdenverkehrsvereine
  • 73. Das Kaffeehaus in seiner Heimat
  • 74. Der Wert persönlicher Beziehungen
  • 75. Wie sorge ich für mein und ein gutes Andenken?
  • 76. Die Propaganda im Ausland
  • 77. Bilder, die in Amerika gefallen und werbend wirken
  • 78. Vom Wohltun
  • 79. Die Modenschau im mondänen Hotel
  • 80. Der Propagandawert von Kongressen und Ausstellungen
  • 81. Der Ruhetag der Frauen
  • 82. Die Werbeaktion "Der aufmerksame Ehemann"
  • 83. Das "Wochenende" und seine Organisierung
  • 84. Nach dem Theater. - Nach der Abendunterhaltung
  • 85. Eine kleine Werbekampagne anläßlich eines besonderen Ereignisses
  • 86. Der Rundfunk als Werber
  • 87. Propaganda durch den Film
    87. Propaganda durch den Film
  • 88. Proteste gegen Filmreklame im Theater
  • 89. Reklame durch Licht
  • 90. Die Reklame an der Landstraße
  • 91. Die negative Reklame
  • 92. Der geschulte Reklamefachmann
  • 93. Die Anzeigenzentrale des Reichsverbandes der Deutschen Hotels, Restaurants und verwandter Betriebe E. V.
  • 94. Die Reichszentrale für Deutsche Verkehrswerbung
  • 95. Die Fremdenverkehrskommission der Bundesländer Wien und Niederösterreich
  • 96. Die Schweizer Verkehrszentrale
  • 97. Die italienische U-N-I-T-I
  • 98. Die italienische ENIT
  • 99. Der Verband Deutscher Reklamefachleute E. V.
  • 100. Die Tätigkeit der Annoncenexpeditionen
  • 101. Schutz vor zudringlichen Anzeigenwerbern und zweifelhaften Reklameunternehmungen
  • 102. Tricks wilder Adreßbuchunternehmer
  • 103. Versand der Werbeschriften
  • 104. Erfolgskontrolle der Propagandamaßnahmen
  • 105. Reisebureaus sowie Hotel- und Fremdenverkehrs-Werbung
  • 106. Adressen von Reise- und Verkehrsbureaus
  • 107. Adressen von Konsulaten
  • 108. Ausklang

Full text

>90 
DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
mensch ausgerechnet auch noch aus dem Hotel Jupiters kommen, den die 
Alten bekanntlich Jupiter tonans, den Donnerer, nannten. 
„Unser Hotel liegt dem Bahnhof gegenüber, und zwar da, wo die Güter- 
wagen entleert werden. Aber das wird dem Herrn Kurdirektor ja bekannt 
sein?‘ Der Kurdirektor nickte zustimmend. Aus welchen inneren Beweg- 
gründen hätte er Jupiter tonans durch Widerspruch reizen sollen? „Fast 
täglich werden dort in den Nachmittagsstunden die Schweine in einer 
Weise ausgeladen, die nicht mehr menschlich ist.“ 
Meyer holte Atem und der Kurdirektor von Winkelhausen stutzte. 
Meyer sprach in einem Atemzug ganz deutlich von Schweinen und doch 
wieder von Menschen oder wenigstens von Menschlichem. Sollte es zufällig 
jener Meyer aus Berlin sein, in dessen Kopf die bekannte Schraube locker 
geworden ist? Der Kurdirektor griff spielend nach seiner Papierschere, 
um wenigstens eine Waffe zur Hand zu haben. Schon fuhr Meyer fort: 
„Die Tiere (— aha, also doch Schweine —) werden mit einer Roheit 
aus den hochstehenden Wagen, eine Rampe oder dergleichen fehlt näm- 
lich, herausgeworfen, daß es empörend ist. Die Tiere überschlagen sich 
oft mehrere Male in der Luft und schreien furchtbar. Wir können es 
gar nicht mehr hören.“ Nanu, dachte der Kurdirektor, ihr könnt es nicht 
mehr hören und hört es doch? „Wir bitten Sie dringend, Herr Kur- 
direktor, dafür zu sorgen, daß hier schnellstens für Abhilfe gesorgt wird.“ 
„Gern“, log der also Gebetene sanft und ergeben. „Im allgemeinen 
erstreckt sich das Gebiet meiner Fürsorgetätigkeit, wenn ich so sagen 
darf, mehr auf die Menschen und ihr Behagen, und es ist vielleicht etwas 
ungewöhnlich, daß ausgerechnet der Kurdirektor sich darum kümmern 
soll, daß die Schweine sozusagen menschenwürdig in ein besseres Jen- 
seits befördert werden. Aber ich begreife vollkommen, daß Ihnen der 
Nachmittagskaffee mit Kuchen beim besten Willen nicht schmecken 
kann, wenn jeder Schluck und jeder Bissen von den zum Himmel dringen- 
den Klagen der Schweine begleitet ist. Ich werde mich mit jenem Bahn- 
hofsbeamten in seelische Verbindung setzen, der diese Schweinerei unter 
sich hat, und ich hoffe, daß es unseren vereinten Anstrengungen ge- 
lingen wird, Ihre und die Zufriedenheit der unglücklichen Schweine zu 
erlangen. Verlassen Sie sich darauf, die Tiere sollen nicht länger von 
Gott und den Menschen verlassen sein.“ 
Meyer aus Berlin sah den Kurdirektor von der Seite an, als wollte er 
fragen: Frozzelst du mich etwa? Aber dessen Gesicht war So ernst, so 
ganz Chopinscher Trauermarsch wie Meyers Gesicht bei seinem Eintritt, 
daß er an seinen besten Absichten nicht länger zu zweifeln wagte. Meyer 
erhob sich und schüttelte ihm die Hand so kräftig, daß der Kurdirektor 
im ersten Impuls beschwerdeführend zum Kurdirektor laufen wollte. 
Aber er entsann. sich noch rechtzeitig, daß er ja selbst der Kurdirektor 
War. 
„Ich danke Ihnen, auch zugleich im Namen meiner  Auftraggeber“‘, 
sprach Meyer aus Berlin mit Würde, und auf seinem Gesicht lag nur 
noch leise Wehmut. So hatte des Kurdirektors übermenschliche, fast 
steinerne Ruhe -— beinahe hätte ich schweinerne geschrieben — ihn 
beruhigt. Dann ging er. Ein verirrter Sonnenstrahl huschte über sein
	        

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Das Hotel- Und Gastgewerbe. Floeder, 1928.
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