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Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1779856016
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164114
Document type:
Monograph
Author:
Mahraun, Artur http://d-nb.info/gnd/118781278
Title:
Das Jungdeutsche Manifest
Edition:
2. Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Jungdeutscher Verl.
Year of publication:
[1928?]
Scope:
208 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • Kapitel I. Einleitung. Die natürlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse Neurusslands
  • Kapitel II. Die heutigen Besitz - und Betriebsverhältnisse des Privatgrundbesitzes
  • Kapitel III. Die wirtschaftliche Lage der Bauernschaft
  • Kapitel IV. Nachfrage und Angebot von Arbeitskräften
    Kapitel IV. Nachfrage und Angebot von Arbeitskräften
  • Kapitel V. Lohnverhältnisse
  • Kapitel VI. Bestimmungsgründe der Landarbeiterlöhne
  • Kapitel VII. Der Arbeitsvertrag

Full text

59 
einer Bauernwirtschaft, die z. B. nicht mehr als 4 Dess. besitzt, und 
wie es oben gezeigt wurde, machen solche Bauernwirtschaften in den 
neurussischen Gouvernements einen beträchtlichen Prozentteil aus, setzt 
sich folgendermassen zusammen. Die Zahl der Erwachsenen beträgt 
gewöhnlich in einer solchen Bauernfamilie nicht mehr als zwei Menschen. 
Da, wo erwachsene Kinder vorhanden sind, wohnen sie ausserhalb der 
Pamilie als Lohnarbeiter auf dem Gutshofe. Der Viehbestand besteht 
aus einem Pferd und etwas Kleinvieh, einigen Gänsen, Enten und 
Schweinen. Von den 4 Dess. werden 3 mit Weizen, Gerste und Roggen 
bebaut, 1 Dess. wird als Weideland benützt. Bei einer mittleren Ernte 
ergibt sich doch ein Defizit an Getreide, das nur durch Getreide- und 
Kartoffelkauf ersetzt werden kann. Zu den gewöhnlichen, notwendigsten 
Ausgaben für die Haushaltung kommt nun eine neue Ausgabe, nämlich 
für Getreide und Kartoffeln. Im Ganzen betragen die Ausgaben etwa 
68 Rubel, was nur durch Verkauf von Vieh und von Geräten und durch 
Lohnarbeit gedeckt werden kann. Die Gewinnung von Geldmitteln durch 
Lohnarbeit oder Steinbrüchen oder andere Gelegenheitsarbeit bildet eine 
regelmässige und gewöhnliche Erscheinung bei solchen Bauernfamilien. 
Der Hausherr verdingt sich immer zur Lohnarbeit, auch die Frau und 
die Kinder müssen irgendwie entweder bares Geld verdienen oder irgendwo 
ihre Existenz suchen. Als Nahrungsmittel dient in der Regel Schwarz 
brot und Kartoffel. Besonders kläglich wird die Lage der Kinder, die in 
Abwesenheit der Eltern auf Lohnarbeit irgendwo Unterkommen suchen 
und zu gewöhnlichen heimatlosen Landstreichern werden. 1 ) 
Obwohl sie nicht für wirkliche besitzlose Landarbeiter gehalten 
werden können, befinden sich die «Schenkungsbauern» in einer vielleicht 
schlimmeren Lage, als die vollständig Besitzlosen. Der ganze Unterschied 
zwischen ihnen und diesen besteht darin, dass die besitzlosen Arbeiter, 
für die die Lohnarbeit ein Beruf geworden ist, ununterbrochen als Lohn 
arbeiter dienen, während die quasi Besitzenden sich zur Lohnarbeit nur 
periodisch verdingen müssen. 
Unter der neurussischen Bauernschaft besteht noch eine Gruppe 
von Bauern, die in einigen Beziehungen sich in einer weit schlimmeren 
Lage befindet, als die «Schenkungsbauern.» Dies sind die «Zehenter.» 
Die meisten von den «Zehentern» sind im Gouv. Cherson zu treffen. Der 
«Zehenter» existiert schon seit Jahrhunderten und hat einen wirtschafts 
geschichtlichen Ursprung. 
') Vergl. Osadtschy Eugenie-Schtscherbanoff-Dorf,
	        

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Die Arbeiterfrage in Der Südrussischen Landwirtschaft. Ernst Reinhardt, Verlagsbuchhandlung, 1908.
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