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Statische oder dynamische Zinstheorie?

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Bibliographic data

fullscreen: Statische oder dynamische Zinstheorie?

Monograph

Identifikator:
1780205023
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-166182
Document type:
Monograph
Author:
Heinze, Gerhard http://d-nb.info/gnd/1156954630
Title:
Statische oder dynamische Zinstheorie?
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1928
Scope:
VIII, 165 Seiten
Tab.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. „Statische" oder „dynamische" Zinstheorie?
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Statische oder dynamische Zinstheorie?
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Einige vergleichende Bemerkungen über die Lösungsversuche des Preisbildungs- und Verteilungsproblems bei Cassel und Schumpeter und die Problemstellung
  • Erster Teil. Darstellung der Casselschen und der Schumpeterschen Zinstheorie
  • Zweiter Teil. „Statische" oder „dynamische" Zinstheorie?
  • Dritter Teil. Zusammenfassende Schlußbemerkung

Full text

123 
Wir gelangen auf diesem Wege aber noch zu einem weiteren 
Resultate. „Warten“ und ‚‚Kapitaldisposition‘, oder, wie 
Cassel früher sagte, „waiting‘ und „use of capital‘‘ können 
offenbar nicht synonyme Begriffe zur Bezeichnung ein und des- 
selben Produktionsfaktors sein, wie von Cassel wiederholt be- 
hauptet wird!). Denn die Abstinenz dauert ununterbrochen 
fort, bis die Reproduktion des Realkapitals nicht wiederholt 
wird und das betreffende Wirtschaftssubjekt jetzt die aufge- 
schobene Bedürfnisbefriedigung nachholen kann, während die 
Verfügung über die betreffende Genußgütermenge zeitlich viel 
kürzer ist. Daraus folgt klar, daß es sich um zwei Ver- 
schiedene Objekte handeln muß, was schon daraus hervorgeht, 
daß das „Warten“ die ‚„Kapitaldisposition‘“ erst ermöglicht. 
Wir kommen damit zum Resultate Böhm-Bawerks?) und 
Amonns®), die beide die von Cassel behauptete Identität von 
Abstinenzopfer und Kapitalnutzung als unzutreffend zurück- 
weisen. 
Was vorläufig als Objekt der Zinszahlung übrig bleibt, 
wenn man Cassels Kapitaldisposition der Wirklichkeit gegen- 
überstellt, ist der Dienst des Wartens. Ob hier eine Abstinenz- 
1) Cassel, Theorie, S. 171, 181. Cassel, Nature, S. 37, 48, 63, 67. 
?} Böhm-Bawerk, Exkurse, S., 322/31. 
’) Amonn, Cassels System S. 65/67. Amonn geht allerdings gerade 
den entgegengesetzten Weg, indem er nicht den Dienst des Wartens, sondern 
die positive Verwendung des Kapitals im Produktionsprozeß als Objekt 
der Zinszahlung ansieht (Amonn, Cassels System, S. 70). Wir machen 
diesen Schritt nicht mit, da wir die Nutzungstheorie, die auch hier vor- 
liegt, ablehnen, außerdem auch nicht einsehen, weshalb man den Dienst 
des Wartens nicht als Objekt der Zinszahlung ansehen kann, denn er ist 
es doch — jetzt ganz abgesehen davon, ob es sich wirklich hier um ein 
Opfer handelt, wie die Abstinenztheoretiker behaupten — der alles weitere 
erst ermöglicht, während umgekehrt der Kausalnexus nicht denkbar 
ist. Daß der Begriff des Wartens durch Cassel zu weit gefaßt ist, geben 
wir zu. Wenn Amonn einwendet, daß derjenige, der Kapitaldisposition 
nachfragt, um sie produktiv zu verwenden, auch warten muß, so trifft 
er, wie unsere späteren Ausführungen zeigen werden, tatsächlich Cassels 
Aussagen über das Moment des Wartens (Amonn, Cassels System, S. 69/70). 
Cassel gebraucht auch die Bezeichnung „Warten“ etwas zu unvorsichtig, 
was leicht zu Mißverständnissen führen kann, indem er damit, wie wir 
bereits erwähnten, zweierlei bezeichnet, einmal das Abstinenzopfer und 
das andere Mal den produktiven Umweg, der durch das erstere ermöglicht 
wird (vgl. Amonn, Cassels System, S. 67).
	        

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Statische Oder Dynamische Zinstheorie? Deichert, 1928.
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