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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die Nachahmung. 
121 
vielfach zunächst rein äußerlich die Erwachsenen in Sprache, Sitte usw. nach. All- 
mählich aber entwickelt sich ein Verständnis für den Inhalt, und durch einen Vor- 
gang der Konvergenz tritt schließlich Angleichung an die Erwachsenen ein, In einem 
anderen Sinne äffen die Naturvölker vielfach die Kultur der Europäer in Kleidung 
und äußerem Benehmen nach. Hier entstehen oft wahre Karrikaturen unserer Ge- 
sittung. 
Literatur: Über das Wesen der Nachahmung von innen heraus s. $5 Ende. 
— Allgemein: die Bücher von Karl Groos über die Spiele der Tiere und die 
Spiele der Menschen. — Thorndike, Animal intelligence, besonders S. 76 fg. und 
250 fg. (will die Bedeutung der N. sehr einschränken zugunsten von Instinkt. Übung 
und Anpassung). — Lloyd Morgan, Instinkt und Gewohnheit S. 85 fg. — Wal- 
lace, Natural selection ch. 4. — Romanes, Geistige Entwicklung im Tierreich. — 
William Stern, Psychologie der frühen Kindheit S. 48 fg. — G. Compayre, 
Die Entwicklung der Kindesseele S. 235 fg. 
11. Die verbale Beeinflussung der Überzeugungen 
und anderer Bewußtseinsvorgänge. 
Inhalt: Jede ausgesprochene Überzeugung hat eine Tendenz, von den Hörern 
ohne Prüfung angenommen zu werden. Gläubigkeit ist mit anderen Worten eine all- 
gemeine Eigenschaft des Menschen. Freilich hat sie ebenso allgemein gewisse Grenzen 
wie die entgegengeseöte Verhaltungsweise der kritischen Prüfung. Je nach den ein- 
wirkenden Einflüssen ist sie bei denselben Individuen stärker oder schwächer ent- 
wickelt. Insbesondere wird sie durch die Autorität des Mitteilenden gesteigert. Sie 
beruht legthin auf der ursprünglichen Einheit der objektiven und subjektiven Seite 
des Mitteilungsaktes und der „Annahme“ der mitteilenden Person durch die empfan- 
gende. — Versteht man unter Suggestion einen abnormen oder pathologischen Vor- 
gang, so muß man diesen Begriff auf solche Fälle der Beeinflussung (zunächst von Über- 
zeugungen) beschränken, bei denen die Annahme der dargebotenen Überzeugung eine 
Erniedrigung des logischen Niveaus, überhaupt eine Entfremdung des eigenen Ich, eine 
Umbiegung seiner gewohnten Denkweise bedeutet. — Für die Beeinflussung von Ge- 
fühlen. Willensakten und organischen Vorgängen gilt Entsprechendes. 
1. Der Vorgang der Nachahmung zeigt uns, wie sich Willensvorgänge 
unter Umständen von einem Individuum auf seine Umgebung ausbreiten. 
In derselben Weise haben wir früher eine Ausbreitung von Gefühlen 
kennengelernt. Wir betrachten jegt den entsprechenden Vorgang auf 
dem Gebiete der Überzeugungen oder, wie man gewöhnlich sagt, der Ur- 
teile und Gedanken. Denn auch für jede ausgesprochene Überzeugung 
besteht eine Tendenz, sich über alle diejenigen auszubreiten, die sie zu 
hören bekommen. Die Tatsache einer solchen Beeinflussung der Vorstel- 
lungen und Gedanken durch den bloßen Akt der Aussprache hat man 
erst neuerdings und zwar im Zusammenhang der Tatsache der Hypnose 
unter dem Namen der Suggestion kennen und beachten gelernt. Freilich 
wird sie durch diesen Zusammenhang in eine pathologische Beleuchtung 
gerückt und irrtümlich als Ausnahme aufgefaßt. Tatsächlich handelt es 
sich um etwas völlig Normales. Der Mensch besigt von Haus aus eine
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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