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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

124 Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft. 
Gegenstück, der Typus des absolut gläubigen Menschen. Mit 
der Entwicklung des Einzelnen entstehen vielmehr von Anfang an Hem- 
mungen gegenüber der Gläubigkeit, die auf dem Einfluß der Erfah- 
rungen und der Art beruhen, wie die einzelne Persönlichkeit diese ver- 
arbeitet. Die Erfahrung hat zur Folge, daß ein offenbarer Widerspruch 
mit der Anschauung abgelehnt wird. Und dasselbe Schicksal erfahren 
Behauptungen, die erworbenen Denkgewohnheiten widersprechen. Auch 
schon der Verstoß gegen bloße eingewurzelte sprachliche Verknüpfungen 
kann dazu genügen. Die Behauptung „zwei mal zwei gleich sieben“ 
wird überall abgelehnt, weil hier der Hörer schon vermöge des Repro- 
duktionsmechanismus gleichsam über die bloßen Worte stolpert. 
2. Derartige empirische Hemmungen beschränken wohl die Gläubig- 
keit in tatsächlichen einzelnen Auswirkungen, lassen sie aber als Eigen- 
schaft unangerührt weiter bestehen. Ganz anders ist es mit dem Auf- 
kommen der kritischen Denkweise, die grundsägßlich für jedes 
Urteil eine Begründung fordert. Diese bedeutet eine neue Haltung, die 
an die Stelle der bisherigen Gläubigkeit tritt. Soweit diese Denkweise 
herrscht, werden die Überzeugungen nicht mehr blindlings angenommen, 
sondern zuvor kritisch auf ihre Richtigkeit geprüft. Die kritische Denk- 
weise ist im Gegensagß zu der Ursprünglichkeit der Gläubigkeit ein histo- 
risches Gebilde, und zwar relativ jungen Ursprungs: sie ist nur unter be- 
sonderen geschichtlichen Bedingungen, nämlich im Zusammenhang mit 
der Entwickelung der autonomen Denkweise und speziell der Wissen- 
schaft und autonomen Philosophie entstanden und in der Hauptsache auf 
den Bereich der modernen europäischen Kultur beschränkt. Über Art 
und Grad ihrer Entfaltung darf man sich keinen Illusionen hingeben. 
Ihrem Wesen nach schließt zwar die kritische Denkweise die Gläubig- 
keit aus. Tatsächlich aber ist sie aus zwei Gründen überall nur 
eingeschränkt entfaltet. Erstens aus einem schon oben er- 
wähnten prinzipiellen biologischen Grunde: die absolute kritische Hal- 
tung ist den Ansprüchen der Wirklichkeit gegenüber nicht restlos durch- 
führbar. Nur in der Form, daß sie sich auf die Auswahl zuverlässiger 
Gewährsmänner beschränkt, ist sie bei uns in gewissen Bezirken mehr 
oder weniger durchgeführt. Der zweite Grund ist entwicklungspsycho- 
logischer Natur: die kritische Denkweise entsteht nur vermöge einer 
besonderen Erziehung und in der Hauptsache nur in den Gebieten, auf 
die sich diese Erziehung erstreckt. Diese hat aber immer nur ein- 
geschränkte Wirkung und vermag die alte Denkweise nicht völlig zu ver- 
tilgen. Zusammengefaßt: die kritische Denkweise tritt mehr neb en 
die Haltung der Gläubigkeit, als daß sie diese in vollem Umfang ersegt. 
Es gibt demgemäß keine absolute kritische Haltung. Auch der kritisch
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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