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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die verbale Beeinflussung. 
137 
die moderne Menschheit in ihrer durchschnittlichen Verfassung eine Ausnahmestellung 
ein. Man bezeichnet sie in diesem Zusammenhang gern als Masse. Wenigstens 
schwebt wohl den meisten beim Gebrauche dieses Wortes ein Zustand gesteigerter 
Lenksamkeit vor, der auf dem Mangel von Sitte und Tradition, von festen Lebens- 
anschauungen und Lebensgewohnheiten beruht. 
Literatur: Die oben angedeutete populäre Auffassung von der Suggestion 
findet man namentlich vertreten in dem bekannten Werke von Otto Stoll, „Hyp- 
notismus und Suggestion“2 1904. Der Begriff der Suggestion wird hier im weitesten 
Sinne verwandt, soll aber gleichzeitig der Erklärung aller möglichen abnormen Er- 
scheinungen dienen. Das Verdienst des Werkes liegt vor allem darin, daß es eine 
Materialsammlung für solche ungewöhnlichen Steigerungen der Beeinflussung bietet. 
So insbesondere für das Sektenwesen S. 440 fg. (Eine Besprechung des Werkes unter 
dem oben entwickelten Gesichtspunkt. vom Verfasser im Archiv für die gesamte Psy- 
chologie Bd. 4, Literaturbericht S. 23—26. Ähnlich beurteilt das Werk Wundt in 
seiner „Völkerpsychologie“ 1. Aufl., II, 1, S. 574 fg.) Auf das Gebiet der Politik 
wird die Stollsche Auffassung kritiklos angewandt in dem populären Buch von 
A. Christensen, Politik und Massenmoral. In demselben Widerspruch befangen 
ist Bechterew, Die Bedeutung der Suggestion im sozialen Leben, 1905, wenn er 
alles, was nicht durch logisch begründete Überzeugungen in der Psyche entsteht, auf 
Suggestion zurückführt, gleichzeitig aber durch diese die psychischen Epidemien und 
Ähnliches erklären will. Verwandt mit Stolls Standpunkt und ähnlich ungeklärt 
ist auch derjenige Alfred Lehmanns in seinem Werke „Aberglauben und Zau- 
berei von den ältesten Zeiten an bis in die Gegenwart“, Übersegung, 2. Aufl,, 
S. 551 fg. — Konsequent im weiteren Sinne wird das Wort verwandt bei Schmidt- 
kunz, Psychologie der Suggestion. Hier bedeutet Suggestion jede Art von Beeinflus- 
sung. Der Autor betont vor allem mit Recht die anregende Wirkung aller solcher 
äußeren Beeinflussungen. Ähnlich Williams Stern, Psychologie der frühen 
Kindheit. Leipzig 1914. S. 298. An andrer Stelle ist dagegen für diesen Autor der 
Tatbestand der Selbsttäuschung maßgebend, wenn er „passive Suggestion das Über- 
nehmen einer anderweitigen geistigen Stellungnahme unter dem Schein des eigenen 
Stellungnehmens‘“ nennt. Dagegen stellt wieder Jodl (Psychologie2, II, 259) die 
Suggestion als völlig normalen Vorgang hin. — Anderseits beschränkt Lipps (Zur 
Psychologie der Suggestion, Leipzig 1897, S. 7 und 12) ebenso konsequent den Be- 
griff auf solche ungewöhnliche Fälle, in denen eine Überzeugung oder ein anderer 
Bewußtseinsvorgang auf inadäquate Weise zustande kommt, d. h. in denen ihr Auf- 
treten dem widerspricht, wessen man sich erfahrungsgemäß von dem betreffenden In- 
dividuum zu gewärtigen hat (also „Stiltrübung‘“). Ebenso klar ist die Begriffsbestim- 
mung in derselben Richtung bei Willy Hellpach: die Beeinflussung überschrei- 
tet im allgemeinen nicht ein gewisses Maß; tut sie es, so ist von Suggestion zu spre- 
chen (Grundlinien e. Psychologie der Hyst. Kap. 4; Die geistigen Epidemien S. 44 fg.). 
— Eng mit dem Verfasser berührt sich Erwin Straus, Wesen und Vorgang der 
Suggestion (Abhdlgn. a. d. Neurologie, Psychiatrie, Psychologie u. ihren Grenzgeb. 
Heft 28), Berlin 1925; er betont besonders die Verbundenheit von Person und Mittei- 
lungsinhalt in der ursprünglichen Auffassung (vgl. auch von demselben Verfasser: 
Über Suggestion und Suggestibilität, im Schweizer Archiv für Neurologie und Psychia- 
trie, Bd. 20, S.23—43. Zürich 1927). — Über Beeinflussung organischer Prozesse: 
Danzel, Magie und Geheimwissenschaft, Stuttgart 1924. A. Maeder in der 
Z. f. d. ges. Neurologie und Psychiatrie, Bd. 82, S. 176 f. und in der Schweizer 
Medizin. Wochenschrift 1924 (54. Jahrg.) Heft 21. — Über Suggestion in der frühen 
Kindheit: W. Stern, Psvcohologie der frühen Kindheit. S. 298 f
	        

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Die Technik Des Wirtschaftlichen Verkehrs. Manz, 1927.
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