Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Gesellschaftslehre

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Individuum und Umwelt. 
141 
genossen richtet, deswegen nicht im Sinne des modernen Individualis- 
mus als eine Sinnlosigkeit, sondern in einem kollektiven Verantwort- 
lichkeitsbewußtsein als etwas Gebührendes auffassen. Jede Schulklasse 
fühlte sich in früheren Zeiten ähnlich solidarisch, jeder Stamm bei den 
Naturvölkern benimmt sich so gegen andere Stämme. Man denke an eine 
moderne Nation im Kriege, wie hier jeder innerlich beteiligt, mit an- 
gegriffen und mit kämpfend sich findet, wofür die charakteristische 
Sprachform benugßt wird, daß von den kriegerischen und politischen 
Schicksalen des Volksganzen unter Verwendung der Formel „wir“ ge- 
sprochen wird. Überhaupt ist die häufige Handhabung dieses Ausdrucks 
im Munde von Gruppenangehörigen lehrreich: überall, wo sich diese 
Formel bei Dienern und Angestellten findet, bezeugt sie, daß das Ver- 
hältnis zum Geschäft oder Institut mehr als ein bloßes Geschäftsverhält- 
nis ist. — Lehrreich ist auch, wie der Verlust naher Angehöriger erlebt 
wird. Wer seinen Lebensgefährten verloren hat, dem ist zumute, als 
ob ihm die Hälfte seines Ich abhanden gekommen wäre, oder genauer 
gesagt: es ist ihm ähnlich zumute, wie wenn er etwa seinen halben Leib 
eingebüßt hätte; denn er fühlt tatsächlich sein Ich auf die Hälfte ein- 
geschrumpft. Umgekehrt hängt die beglückende Wirkung, die normaler- 
weise von der Geburt eines Kindes ausgeht, eng zusammen mit der 
Stärkung und Bereicherung des Ich (genauer gesagt des „Familienich“‘), 
die von dieser Vermehrung der zugehörigen Gruppe ausgeht. Und das 
Unglück, das die Kinderlosigkeit normalerweise bedeutet, beruht legt- 
hin darauf, daß sie dauernd zu einer gewissen Enge und Armut des Ich- 
hewußtseins verurteilt. Der Geburtenrückgang wird von einem Volke 
als ein nationales Unglück aus einem ganz entsprechenden Grunde emp- 
funden, indem hier an der Stelle des persönlichen Ich das „Gruppen- 
ich‘ des Volkes das erleidende Subjekt ist. 
Auch von gewissen Besitztümern von kollektiver Be- 
deutung gilt dasselbe, nämlich von allen denen, die bei den Natur- 
völkern zu den Stammeseigentümlichkeiten gehören. Alle diese dienen 
zur Unterscheidung und Abhebung von anderen Stämmen und ver- 
wachsen so mit dem Selbstgefühl, das jeden Stammesgenossen den 
Fremden gegenüber beseelt. Waffen und Schmuck, sowohl angehängter 
Schmuck wie Leibesschmuck, begegnen uns unter diesem Gesichtspunkt 
nochmals. Wenn bei Indianern Brasiliens die Durchbohrung der Nasen- 
scheidewand oder die Existenz eines kleinen Loches in der Unterlippe 
als Merkmal gilt, an dem die Stammeszugehörigkeit festgestellt werden 
kann, so liegt es auf der Hand, welche Wichtigkeit diese Eigenschaften 
für ihre Träger besigen müssen. Aber auch von den abstrakten Ge- 
bilden der Sitte gilt das Entsprechende: jede Sitte, durch die sich die 
Angehörigen eines Stammes von denen anderer Stämme unterscheiden.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.