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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

147 
zum anderen aber von dem Wertgehalt. der in ihm und durch ihn ver- 
wirklicht wird. 
Individuum und Umwelt. 
Zum Schluß sei auf den Unterschied von zwei Typen der Ichausweitung hin- 
gewiesen. Wir können nämlich unterscheiden zwischen einem erweiterten Ich- 
bewußtsein und einem Wir bewußtsein. Der auf den Erfolg seines Sohnes stolze 
Vater ist ein Beispiel des ersten Typus, eine Familie, deren Mitglieder etwa bei 
der Feier der Verdienste ihrer Vorfahren alle von dem gleichen Stolz beseelt sind. 
erläutert den zweiten Typus. Im ersten Fall handelt es sich um einzelne Personen. 
im zweiten um eine Gruppe oder mehrere gemeinschaftsverbundene Menschen. 
— Diesen beiden Typen er:sirechen zwei Formen des Selbstgefühls. Man mag beide 
als kollektives Selbstgefün: 5.,%ichnen. Doch ist in dem einen Fall nur der Inhalt 
kollektiver Art, währen 5: Erlebnis auf einen einzelnen beschränkt ist, beim 
anderen Typus dagegen füins Selbstgefühl sowohl nach dem Inhalt wie nach der 
Form kollektiv. 
Literatur: James, Principles of Psychology I, S. 291 fg. — McDou- 
gall, The mind of the group. — Gerda Walther, Ein Beitrag zur Ontologie der 
sozialen Gemeinschaften in Husserls Jahrbuch für Philosophie, Band 6. — Übeı 
ekstatische Wirerlebnisse beim totemistischen Kult Durkheim, les formes €lementaires 
de la vie religieuse. S. 300 flg. 
13. Die Ausdruckstätigkeit und verwandte Tendenzen. 
Inhalt: Die gesellschaftliche Bedeutung der Ausdruckstätigkeit besteht vor 
allem darin, daß die in ihr kundgegebenen inneren Zustände ohne jede Reflexion 
eine Erfassung innerhalb der Gruppe erfahren und eine passende Reaktion der 
Umgebung auf das Verhalten des sich so mitteilenden Einzelnen bewirken. — Eng 
verwandt mit dem Ausdrucksverlangen ist der Mitteilungstrieb, d.h. der Trieb, Er- 
lebnisse, Eindrücke und Kenntnisse der Umgebung mitzuteilen, und das Bestreben 
nach Objektivierung innerer Zustände, d.h. nach einer Bearbeitung oder Umgestal- 
tung von Gegenständen im Sinne des jeweiligen inneren Zustandes. Über den 
bloßen Mitteilungsvorgang erhebt sich das letztere Verhalten vor allem durch den 
Dauercharakter seiner Ausdrucksmittel. — Anderseits besigt der Mensch von Haus 
aus einen Trieb, Gegenstände, die ihm irgendwie wertvoll sind, sich anzueignen und 
aufzubewahren. 
1. Schon bei Tieren finden wir vielfach innere Zustände durch 
äußere Vorgänge kundgetan, die keine Zweckbedeutung besigen und in 
ihrer Beschaffenheit symptomatisch für den jeweiligen inneren Zustand 
sind. Dahin gehört das Heulen und Kreischen vieler Tiere, das Sträuben 
der Haare oder Federn im Zustand der Erregung, das Ausstrecken der 
Arme beim Affen usw. Beim Menschen tritt uns diese Ausdruckstätig- 
keit in gesteigertem Maße entgegen. Dahin gehört die ganze Art der 
Stimmtätigkeit, das Spiel der Mienen und Gebärden, endlich auch die 
ganze Körperhaltung; bei der legteren ist schon durch das Wort an- 
gedeutet, daß es sich bei ihr nicht mehr um eine Tätigkeit, sondern um 
einen dauernden Zustand handelt. In diesem Sinne kann man auch den 
Ausdruck des Gesichts als Ausdruckshaltung ansprechen. Besonders cha-
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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