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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

148 Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft. 
rakteristisch ist bekanntlich der Ausdruck im Zustand leidenschaftlicher 
Erregung; aber auch ruhige Stimmungen tun sich in derselben Weise 
nach außen hin kund. Und endlich gilt dasselbe von der gesamten inne- 
ren jeweiligen Verfassung, die man an Haltung, Miene und vor allem 
an der Stimme, diesem Spiegel der Seele, ablesen kann. Endlich begleitet 
die Ausdruckstätigkeit auch die gedankliche Tätigkeit, überhaupt die 
Vorstellungstätigkeit, die bei lebhaften Mitteilungen besonders durch 
Gebärden illustriert wird; auf tieferen Stufen wird vielfach der gesamte 
Leib zum dramatischen Darsteller des Erzählten. 
2. Die Bedeutung der Ausdruckstätigkeit kann gar nicht hoch 
genug veranschlagt werden. „Neben jenen Einwirkungen des einen auf 
den anderen, welche wir durch Worte auszuüben befähigt sind, gibt es 
noch gewisse andere Wirkungen, die viel tieferen Ursprungs, viel mäch- 
tiger und in gewissem Sinne auch viel wichtiger sind, die wir aber ganz 
unbewußt auf die Gefühle anderer ausüben“, sagt Herbert Spencer mit 
Recht von der Ausdruckstätigkeit. Schon früher war die Rede davon, 
wie das Verständnis sich zum großen Teil auf dieser Grundlage aufbaut, 
und wie Stimmungen, Stellungnahmen und Werthaltungen rein sub- 
intelligent übernommen werden. Ebenso wichtig ist sie für jene Nach- 
ahmung von innen heraus, die wir oben würdigten. Das Erfassen und 
Nacherleben einer verehrten Persönlichkeit knüpft an ihre Ausdrucks- 
haltung und -tätigkeit an: auf diesem Wege wird die ganze Persönlich- 
keit übermittelt. 
Allgemein kann man sagen, der EindruckeinesMenschen 
ist von der größten Bedeutung für das soziale Leben. Dieser Ein- 
druck in dem hier gemeinten Sinne aber ist unmittelbar durch die an- 
schauliche Erscheinung des Menschen bestimmt. Der Inhalt 
seiner Mitteilungen, das Wissen von seinen Eigenschaften, Leistungen 
and Schicksalen und die Rückschlüsse aus alledem sind an‘ Bedeutung 
sekundär gegenüber dieser primären Macht der Anschauung. Das gilt 
selbst in Verhältnissen, in denen man eine rationalere Beurteilung er- 
warten möchte. Ein lehrreiches Beispiel bildet die Beliebtheit oder Un- 
beliebtheit der einzelnen akademischen Lehrer. Ein Mann wie Max 
Weber, der selbst die besten Erfahrungen gemacht hat, sagt darüber: 
„Der Umstand, daß die Studenten einem Lehrer zuströmen, ist in weit- 
zehendstem Maße von reinen Äußerlichkeiten bestimmt: wie Tempera- 
ment, sogar Stimmenfall — in einem Grade, wie man es nicht für mög- 
lich halten sollte‘“!). — Die tatsächlichen Leistungen, das zeigen auch 
anderweitige Erfahrungen in überwältigender Fülle, sind oft ohnmächtig 
1) Max Weber, Wissenschaft als Beruf. S. 8.
	        

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Zur Geschichte Und Theorie Des Bergregals Und Der Bergbaufreiheit. J. Bielefelds Verlag, 1916.
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