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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

92 Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft. 
mit der Gleichgültigkeit verwechseln. Die legtere wird Gegen- 
ständen zuteil, die wir als völlig fremd empfinden, die uns gar nichts an- 
vehen und deren Schicksal uns kalt läßt. Bei der Unparteilichkeit 
bestehen diese Beziehungen nicht. In ihrem Wesen ist zwar eine gewisse 
Distanz gegen ihr Objekt enthalten, aber sie steht diesem deswegen nicht 
völlig fremd gegenüber. Völlige Fremdheit besteht z. B. nicht gegen- 
über den Genossen der eigenen Gruppe, denen man in manchen Situatio- 
pen doch als Unparteilicher entgegenzutreten veranlaßt wird. Wenn 
man die Gerechtigkeit als „kalt“ bezeichnet, so gilt dies Urteil nur in 
Vergleich mit der Wärme der Liebesgesinnung. Verglichen mit dem Haß 
lagegen besigt die Unparteilichkeit den Charakter der Anerkennung, der 
Achtung vor der Person: wem man Gerechtigkeit zuteil werden läßt, der 
besigt entweder von Haus aus einen Anspruch auf Gerechtigkeit, oder 
man gesteht ihm eben mit der Einnahme jener Haltung einen solchen zu. 
In engem Zusammenhang mit dem eben Gesagten besteht die Tatsache, 
Jaß die Unparteilichkeit nicht als ein rein negatives Verhalten aufgefaßt 
werden darf, das nur in einem Unterlassen von Liebe oder Haß bestände. 
Das Vermeiden von zuviel oder zu wenig hat einen durchaus positi- 
ven Charakter. Deutlich zeigt sich das da, wo sie bedroht ist von Liebe 
und Haß, von Abneigung und Zuneigung, von Voreingenommenheit, die 
zurückgedrängt oder überwunden werden müssen. Bei stärkeren Span- 
aungen dieser Art besigt sie einen ausgesprochenen dynamischen Charak- 
ter und kann angesichts der geforderten Selbstüberwindung das Lob 
verdienen, das in dem Worte Nietgsches enthalten ist. wonach die Gerech- 
tigkeit die schwerste aller Tugenden ist. 
Aus den eben angedeuteten Spannungen ergeben sich die bekannten 
Grenzen, diefürdie Möglichkeit der Gerechtigkeit 
bestehen. Man sagt in diesem Sinne mit Recht: niemand kann in eige- 
aer Angelegenheit Richter sein. Es ist dabei nicht nur an be- 
wußte Parteilichkeit zu denken, derart, daß man durch eine 
einfache Befragung des zum Richter Aufgeforderten über seine be- 
stehende Parteilichkeit oder Unparteilichkeit sichern Aufschluß erhalten 
könnte. Viel häufiger besteht angesichts des Überwiegens der unbewuß- 
ten Zusammenhänge im Seelenleben eine unbewußte Vorein- 
sgenommenheit, die man aus der Erkenntnis der ganzen Persönlich- 
keit oder aus den Verhältnissen erschließen kann. Zu den „eigenen“ 
Angelegenheiten gehören dabei nicht nur die persön lichen An- 
gelegenheiten, sondern auch die Angelegenheiten derjenigen Gruppe, 
mit denen sich der Richter innerlich im Sinne der Gemeinschaft 
($ 20,4) verbunden fühlt und die er demgemäß als seine eigenen erlebt. 
Während die Befangenheit in persönlichen Angelegenheiten auf einen 
verhältnismäßig kleinen Kreis von Interessen beschränkt ist, umfaßt die
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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