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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die Doppelseitigkeit des Gruppenlebens. 
343 
lesteren abhängig ist. Auch in diesen Erscheinungen offenbaren sich also 
noch ..geistige Strömungen‘ der Gruppe‘). 
4. Wir reihen hieran einen vierten Sag, bei dem die unterschiedenen 
beiden Seiten des Gruppenlebens freilich nicht ganz in dem gleichen Ver- 
hältnis zueinander stehen, wie dies bisher der Fall war. Unter den Mit- 
gliedern der Gruppe als solchen herrscht nämlich überall ein doppeltes 
Verhältnis: einerseits das Gemeinschaftsverhältnis, ander- 
seits aber auch ein Ordnungsverhältnis im Sinne des Anerken- 
nungsverhältnisses ($ 22)?). Der Nachdruck liegt bei diesem Sat natür- 
lich auf dem zweiten Gliede: nirgend herrscht innerhalb der Gruppe aus- 
schließlich die Gemeinschaft, nirgend umfaßt sie das ganze Leben der Ge- 
nossen, wie wir dies bereits früher feststellten ($ 18,,). Jede Erbschafts- 
teilung z. B. läßt auch die innigste Gemeinschaft vorübergehend zurück- 
treten zugunsten eines OÖrdnungsverhältnisses. Von jeder Teilung der er- 
jagten oder sonst erbeuteten Nahrungsmittel nach bestimmten Regeln, 
wie sie bei primitiven Stämmen typisch ist, gilt dasselbe. Fast jede ge- 
meinschaftliche Aktion der Gruppe z. B. eine Treibjagd oder ein kriege- 
rischer Überfall fordert eine Gliederung im Sinne der Arbeitsteilung. Wir 
können uns an diesen Beispielen zugleich unsere frühere Betrachtung 
vergegenwärtigen, daß nicht nur das Rechts-, sondern auch das Kampf- 
und Machtverhältnis keineswegs erst außerhalb der Gemeinschaft ihren 
Nährboden finden, sondern bereits innerhalb der Gruppe mit Notwendig- 
keit auftreten. 
29. Die Gruppe als Einheit. 
Inhalt: Die Tatsache der Individualität und des Eigenlebens der Gruppe darf 
nicht zu dem Irrtum führen, die Gruppe sei eine kompakte Einheit, gleichsam eine 
Person im großen. Tatsächlich baut sich in der Regel die Einheit des Gruppen- 
bewußtseins (z. B. bei der politischen und kulturellen Gruppe) auf Gliederungen, 
Spannungen und Gegensägen innerhalb der Gruppe auf. Anderseits zeigen Gruppe 
und Individuum im Verkehr mit der Umwelt eine Reihe wichtiger Übereinstimmungen. 
1. Die vorstehenden Ausführungen über die Doppelseitigkeit des in 
der Gruppe verlaufenden Lebensprozesses, über das stete Ineinander von 
Gruppenleben und Personenleben, können uns davor warnen, uns von 
der Einheit der Gruppe übertriebene Vorstellungen zu machen. Es gibt 
keine Stufe der Kultur, bei der nicht neben den Gruppenangelegenheiten 
die persönlichen Angelegenheiten der Mitglieder einen mehr oder weniger 
breiten Raum einnehmen. Es gilt das schon für die persönlich begründete 
1) Durkheim, Die Methode der Soziologie S. 33. 
2) Vgl. Theodor Geiger, Die Masse und ihre Aktion. S. 9.
	        

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Schragen Der Gilden Und Aemter Der Stadt Riga Bis 1621. Häcker, 1896.
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