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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

371 
1. Schon früher haben wir davon gesprochen, daß sich der Hilfstrieb 
besonders lebhaft regt, wenn eine Gruppe als Ganzes von außen an- 
gegriffen wird ($ 6,;). Dasselbe ist der Fall, wenn sie von einer 
gemeinsamen Not befallen wird, also bei Hungersnot, bei Unfällen usw. 
Von Kollektivhungersnöten wissen wir aus einer bekannten Schilderung 
der russischen Zustände, daß die dortigen chronischen Hungersnöte nicht 
etwa den Egoismus, sondern umgekehrt mindestens innerhalb der Fami- 
lie den stärksten Altruismus zeitigen. — Es brauchen derartige Bedrohun- 
gen sich übrigens nicht unmittelbar auf die ganze Gruppe zu richten, 
es kann vielmehr schon genügen, wenn der Angriff sich zunächst auf 
eine einzige Rerson richtet. In den früheren Zeiten der Schulkämpfe ge- 
nügte es, daß ein einzelner Schüler von einer fremden Schule bedroht 
wurde, um alle seine Schulgenossen ihm zu Hilfe eilen zu lassen. In 
der einfachsten Form lassen sich derartige Vorgänge bereits bei der Tier- 
welt beobachten. So findet sich bei Brehm eine klassische Schilderung 
einer derartigen Abwehr eines Angriffes, den ein Adler gegen ein 
jüngeres Mitglied eines Rudels Meerkagen erfolglos unternahm: „Augen- 
blicklich entstand ein wahrer Aufruhr unter der Herde, und im Nu war 
der Adler von vielleicht zehn starken Affen umringt. Diese fuhren unter 
entseglichem Gesichterschneiden und gellenden Schreien auf ihn los und 
hatten ihn auch sofort von allen Seiten gepackt. Jegt dachte der Gau- 
dieb schwerlich noch daran, die Beute zu nehmen, sondern gewiß bloß 
an sein eigenes Fortkommen. Doch dieses wurde ihm nicht so leicht. 
Die Affen hielten ihn fest und hätten ihn wahrscheinlich erwürgt, wenn 
er sich nicht mit großer Mühe freigemacht und schleunigst die Flucht er- 
griffen hätte. Von seinen Schwanz- und Rückenfedern aber flogen ver- 
schiedene in der Luft umher und bewiesen, daß er seine Freiheit nicht 
ohne Verlust erkauft hatte. Daß dieser Adler nicht zum zweiten Male 
auf einen Affen stoßen würde. stand wohl fest!).“ 
Gegenseitige Hilfsbereitschaft. 
Ähnliche Beobachtungen machte Köhler an seinen Schimpansen. Schon die ju- 
gendlichen Tiere gerieten, wenn er eines von ihnen züchtigen wollte, in eine teil- 
nehmende Bewegung. Einzelne Tiere suchten sogar den Arm des menschlichen „Fein- 
des“ festzuhalten oder prügelten geradezu auf ihn los. „Nachdem die Schimpansen viel 
älter geworden sind und die Achtung vor dem großen Menschen gesunken ist, .... 
Ende ich den Trieb der Gruppe, als ganze den Angriff auf ein einzelnes Tier abzuweh- 
ren, außerordentlich verstärkt. Am Ende muß man es aufgeben, selbst arge Vergehen 
zu bestrafen, wenn die Gruppe mit dem betreffenden Tier im selben Raum zusam- 
men je1*2)_ 
Ähnlich verhält sich ein Beamtenkollegium in der Regel gegen eine 
Kritik aus dem Publikum, wenn sich diese auch nur gegen ein einzelnes 
1) B rehms Tierleben3 I, 134. 
?) Psychologische Forschung 1. 14.
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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