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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

414 
Die Gruppe. 
nach der Ordnung eines bestimmten Taktes ausrichten müssen, die über 
ihnen beiden schwebt. Jedes Verhältnis zweier Menschen zueinander 
strebt so danach einen objektiven Gehalt und eine objektive Ordnung 
zu entwickeln: indem sie zu einer Gruppe vereinigt werden, entsteht, 
bildlich gesprochen, ein Schwerpunkt für das ganze System, und dieser 
liegt zwischen den Individuen, außerhalb jedes Einzelnen. Wo z. B. 
irgend ein Unterricht erteilt wird, existiert ein derartiger Schwerpunkt 
für die beiden Teile, die lehrende und die lernende Person. Die Ler- 
nenden würden vielleicht aus freiem Antrieb nicht arbeiten, der Leh- 
rende ebenso ohne die Berufsnötigung seinen Stoff nicht durcharbeiten: 
die Vereinigung beider Teile bedeutet eine neue Situation, die das Zu- 
sammenleben regelt und damit beide über die Stufe der Willkür hinaus- 
hebt und erzieht. 
2. In ähnlicher Weise wie der Mensch auf den Menschen vermögen 
unter geeigneten Umständen auch materielle Gebilde auf den 
Menschen zu wirken — dann nämlich, wenn sie in hinreichenden inneren 
Beziehungen zum Menschen stehen, wenn sie in unpersönlicher Gemein- 
schaft ($ 19,;) mit ihm stehen oder einer solchen nahe kommen. Ver- 
möge ihrer engen Beziehung zum Menschen können sie dann wich- 
tige Anregungen für den Ablauf der Bewußtseinsvorgänge ab- 
geben. Wir können dabei von einer Resonanz dieser Gegenstände 
sprechen: gewisse Gebilde (und ebenso gewisse Menschen) sind gleich- 
sam gesättigt mit jenen Anregungsstoffen, die auf Gefühl, Erinnerung, 
Denken und Willenstätigkeit auslösend und befruchtend wirken. Im Zu- 
stand der Mu ße wird vor allem das Gefühlsleben, die Phantasie und 
Erinnerungstätigkeit in Bewegung gesegt. Die Zeugen früherer Erlebnisse 
rufen jene Ereignisse zurück und machen damit die damalige Situation 
und auch die mit ihr verbundenen Menschen und deren Kräfte wieder 
iebendig. Im Zustand der Arbeit anderseits ruft eine etwa 
vorhandene unpersönliche Umgebung eine bestimmte Einstellung her- 
vor: die Fahne macht aus dem Soldaten, die Fabrik aus dem Arbeiter 
durch ihre bloße Gegenwart einen anderen Menschen, als er daheim in 
den Räumen seines Familienlebens ist. Die ganze Art der Lebensführung 
und Gesinnung, das was wir den Geist einer Vereinigung oder Institution 
nennen, hängt gleichsam an ihrem räumlichen Hintergrund und ihren 
Symbolen und strömt von da auf jeden über, der mit ihnen in Berührung 
tritt. Im tatsächlichen Erleben gehen dabei unpersönliche und persön- 
liche Einflüsse durcheinander, soweit hierbei verschiedene Menschen 
zusammenwirken. Anders bei dem Typus der Einzelarbeit, sowohl der 
geistigen wie der technischen des Handwerkers oder Heimarbeiters. Hier 
wirken die unpersönlichen Kräfte in völliger Reinheit, denn auch hier
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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