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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

426 
Die Gruppe. 
sprach dabei der Gegensatz zwischen der gentilizistischen Form der offı- 
ziellen römischen Religion sowie der anerkannten sonstigen Kulte und 
dem strengen Individualismus des Christentums stark mit. In seiner spä- 
teren Form als organisierte Kirche hat dann das Christentum wieder in 
hohem Maße zur Gruppenform zurückgelenkt. Eine Lehre wie die vom 
Abgehen der guten Werke ist geradezu nur auf dem Boden des Genti- 
lizismus verständlich, wie wir schon oben betont haben. — Auch 
die Lehre von der Erbsünde als einer Schuld, die, obschon von einem 
Menschen erworben, die ganze Menschheit belastet, ist in ähnlicher Weise 
zu verstehen. Die Auffassung, daß die Schuld eines Menschen zur Schuld 
aller wird, entspricht ganz der gentilizistischen Auffassung, die für das 
Vergehen des einzelnen Mitgliedes die ganze Gruppe haftbar macht. Auch 
unter einem weiteren Gesichtspunkte ergibt sich ein Zusammenhang. 
Man denke an die Legenden über die Entstehung der Stämme und To- 
temgruppen: gewisse Eigenschaften oder Beziehungen und Verhältnisse 
dieser Gruppen werden hier erklärt dadurch, daß ihr Stammvater sich 
durch irgendwelche Schicksale diese Eigenschaften oder Beziehungen er- 
warb: was seine Eigenschaften sind, das sind selhbstverständlich auch 
Eigenschaften der ganzen Gruppe. Diese uns befremdende Auffassung, 
die gleichsam den Gedanken der Vererbung für das soziale Gebiet aus- 
spricht, ist ein natürlicher Ausfluß derjenigen Eigenschaft der naiven 
Denkweise, die wir früher ($ 27,,) als „Gruppensehen“ bezeichnet haben: 
man sieht im Menschen nicht in erster Linie das Individuelle, sondern 
die Gruppe. 
Auch die von der unsrigen abweichende Auffassung des Todesfalles, die wir bei 
allen niedrigen Völkern finden, gehört in diesen Zusammenhang hinein. Während wir 
in erster Linie über den Verlust einer unerseglichen Persönlichkeit trauern, gilt 
überall, wo die Familie noch als ein objektives Gebilde empfunden wird, die Trauer 
in erster Linie der Schädigung, die die Gruppe durch den Verlust eines Gruppen- 
mitgliedes erfährt. (Näheres $ 31,,). 
5 Aus dem Bereich des übrigen geistigen Lebens sei hier nur kurz 
hingewiesen auf gewisse charakteristische Vorstellungen über das gei- 
;stige Eigentum: das persönliche geistige Eigentum ist in der gen- 
tilizistischen Sozialform in viel schwächerem Maße anerkannt und ge- 
würdigt als bei uns. So gehen bei den Naturvölkern die Erzählungen 
von Mund zu Mund, ohne daß von einem Dichter als ihrem Schöpfer die 
Rede wäre. Soweit die Erzählungen mehr oder weniger fortgeseBßt im 
Fluß sind, kommt der Dichter nur als Umarbeiter in Frage, und dieser 
findet kein Interesse. Aus demselben Grund sind z. B. im Mittelalter die 
Namen der Dichter nicht beachtet und daher uns nicht aufbewahrt wor- 
den, die dem Nibelungenliede nacheinander seine verschiedenen Formen 
vegeben haben. Auch hier fehlt aber der entgegengesette Typus nicht:
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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