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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

452 . Die +wichtigsten historischen Formen der Gruppe. 
Wir verweilen noch einen Augenblick bei dem Lebensschug, den die Sippen- 
genossen sich gegenseitig gewähren. Wo der Staat die Strafe für die Tötung noch 
nicht selbst in die Hand genommen hat, ist gerade diese Leistung von besonderer 
Wichtigkeit. Wir sehen auch, wie sie mit der vorhin erwähnten Größe der Sippe 
zusammenhängt: ein gewisser Umfang ist offenbar für sie nötig; derjenige der Fa- 
milie und nächsten Verwandtschaft würde leicht zu klein sein. Dem sittlichen Gefühl 
unserer Zeit erscheint die kollektive Ahndung einer Blutschuld, bei der statt der 
schuldigen Person irgend ein anderer Sippengenosse herausgegriffen werden kann, als 
eine Härte oder geradezu als eine Unsittlichkeit. Man muß aber an die starke Soli- 
darität der Sippengenossen dabei denken. Sie hat zur Folge, daß jeder in seinem 
ganzen Verhalten fortgesegßt von der Gruppe kontrolliert und verantwortlich gemacht 
wird, wie umgekehrt auch für den Einzelnen wegen dieser gesteigerten Abhängigkeit 
die Gruppe in viel höherem Maße tatsächlich verantwortlich ist (vgl. oben $ 37,)- 
Man vergleiche die früher (S. 372) abgedruckte Schilderung dieser Kontrolle in einer 
Darstellung der Eingeborenen Borneos. — Nach der wirtschaftlichen Seite hin würdigt 
die Schwäche des Einzelnen als Grundlage der Gemeinschaft die folgende Darstellung 
(Neuhauß, Deutsch-Neuguinea III, 93): „Die viel besprochene Gütergemeinschaft der 
Papua hat ihren guten Grund. Zulegt liegt derselbe in der Hilflosigkeit des Einzelnen 
wie im Wohl des Ganzen. Ein junger Mann vermag seine Frau nicht zu bezahlen, 
seine Verwandten müssen das für ihn besorgen ... Bei genauer Betrachtung erscheint 
die Gütergemeinschaft den Eingeborenenverhältnissen sehr gut angepaßt . . . Die Leute 
einer Sippe müssen zusammenhalten und zusammen helfen. Der Einzelne kann sich 
weder schüßen noch genügend ernähren.“ 
Die Bedeutung der äußeren Verhältnisse für unser Gebilde zeigen besonders 
schön gewisse Rückbildungen. So hat sich im vorigen Jahrhundert bei den sogenannten 
Bergweißen Nordamerikas, den Kolonisten im Appalachengürtel, der Kreis der Ver- 
wandten bei der Schwäche der Staatsgewalt in diesen Gebieten zu einer Schußgemein- 
schaft entwickelt, „die in ihren Grundzügen durchaus an die altgermanische Sippe er- 
innert“ und insbesondere die Blutrache wieder entwickelt hatte in solchem Maße, daß 
die Fehden oft mehrere Generationen andauerten (Ernest Bruncken, Die amerikanische 
Volksseele S. 49 nnd 127). 
2.Die Lokalgruppe umfaßt alle Ortsgenossen, soweit sie in 
näherer persönlicher Beziehung zueinander stehen. Nur auf kleine Sied- 
lungen findet wegen der legßteren Bedingung der Begriff Anwendung. 
Über die Dörfer unserer Bauern und der Naturvölker hinaus kann bei 
einer festen Siedlung von einer Lokalgruppe kaum gesprochen werden. 
Anderseits gehören aber natürlich auch bei wandernden Stämmen die 
Lagergenossen hierher. Namentlich nach drei Richtungen hin kann sich 
Gemeinsamkeit oder Gemeinschaft entfalten. An erster Stelle in der 
Muße: bei der täglichen Geselligkeit gewährt man sich gegenseitig An- 
regung und Resonanz und damit innere Förderung. Ferner werden 
auf dem wirtschaftlichen Gebiete gewisse Unternehmungen kollektiv 
ausgeführt, wie das Roden der Felder, das Ernten und Dreschen usw. 
Die typische Form dafür ist bekanntlich die sogenannte Bittarbeit, die 
reihum geht: jeder einzelnen Familie helfen die gesamten männlichen 
Ortsgenossen und werden dafür bewirtet. Endlich betätigt sich die
	        

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Investment, an Exact Science. The Financial Review of Reviews, 1906.
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