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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine politische Erdkunde
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

224 
Selbständigkeit seiner Glieder in der Art, wie sie am Friedensvertrag beteiligt 
waren. Die untergeordnete Stellung echter Kolonien nehmen im Britischen 
Weltreich heute nur noch Eingeborenenkolonien des äquatorialen englischen 
Afrika und einige ozeanische Besitzungen ein. — Länder wie das ehemalige 
Rußland und China, die ihren Herrschaftsbereich durch gewaltige Gebiets- 
arweiterungen in unmittelbarem Anschluß an das Stammland auf dem Festland 
vergrößerten, bezeichnet man besser nicht als Kolonialmächte, zumal bei ihnen 
las Verhältnis der Bewohner von Stammland und Außenland nicht in dem 
Maße das von Herren und Dienern ist, wie bei den echten Kolonialmächten. 
Umrißformen der Staaten. Die Umrißform eines Staates ist nicht 
gleichgültig. Es liegt auf der Hand, daß lange Grenzen für die Ver- 
teidigung ungünstiger sind als kurze. Dieser Nachteil wird auch nicht 
aufgewogen durch die Vorteile, die lange Grenzlinien für den fried- 
lichen Verkehr und wirtschaftlichen Austausch mit den Nachbarländern 
bieten. Die kürzeste Um- 
randung für eine Fläche von 
Jestimmter Größe bildet der 
Kreis, Völlig kreisrunde 
Staaten gibt es nicht. Aber 
China und das neue Rumä- 
nien nähern sich der Kreis- 
zestalt, das alte Ungarn bil- 
dete annähernd einen Halb- 
kreis, auch Staaten wie Boli- 
vien, Paraguay, die Union, 
Frankreich u. a. verfügen über 
eine günstige geschlossene 
Gestalt. 
Dagegen sind Staaten von 
zroßerLängserstreckung 
und geringer Breite, wie 
sie in ausgeprägtester Form 
Chile und in ähnlicher Weise 
Norwegen besitzen, in ihren 
Umrissen ungünstig, weil im 
Falle eines Angriffs leicht 
»ine Durchstoßung und Ab- 
schnürung einzelner Teile eintreten kann. Diese Gefahr besteht auch 
bei stark gebuchteten Umrissen und zipfelförmig gestalteten 
Staaten. Die Erfahrungen der Nachkriegszeit haben gelehrt, daß alle 
Bestrebungen, kriegerische Zusammenstöße der Staaten in Zukunft zum 
mindesten zu vermindern, das Streben der Länder nach günstiger 
Aestaltung ihrer Flächen aus den politischen Erwägungen nicht aus- 
zuschalten vermochten. 
Galizien hing am alten Österreich nur mit einem schmalen Halsansatz und 
wäre bei einem Konflikt mit Rußland oder Ungarn von diesen Ländern leicht 
abgeriegelt worden. — Es ist zu verstehen, wenn das ungünstig gestaltete zwei- 
lügelige Rumänien nicht nur aus völkischen Gründen nach einer Abrundung 
seiner Gestalt durch den Besitz von Siebenbürgen und Bessarabien strebte. — 
Die starken Einbuchtungen, die der polnische und tschechische Keil an der 
GEOGRAPHISCHE STAATENKUNDE 
185. Günstige und ungünstige Umrißformen.
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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