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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine politische Erdkunde
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

]I. DIE ÄUSSEREN MERKMALE DES STAATES 225 
Ostgrenze Deutschlands bilden, sind die ungünstigsten Stellen im ganzen Ver- 
lauf‘ der deutschen Grenze. Nicht nur, weil die ihnen entsprechenden lang- 
gestreckten Zipfel politische Halbinseln bilden, die unter Umständen von 
mehreren Seiten zugleich angegriffen und leicht abgeriegelt werden können, 
wie das Beispiel Ostpreußens zeigt, sondern auch, weil jene Keile gegen das 
Herz Deutschlands so weit vordringen, daß dessen Hauptstadt von Osten und 
Süden her unmittelbar bedroht erscheint. Nach der neuen Grenzziehung im 
Osten beträgt die Entfernung zwischen Berlin einerseits, dem westlichsten 
Punkt der polnischen und dem nördlichsten Punkt der tschechoslowakischen 
Grenze andrerseits nur noch 160 bzw. 180 km. Berlin liegt heute praktisch 
unter den polnischen Kanonen. 
Aber auch verwaltungs- und verkehrstechnisch bedeuten lang- 
gestreckte und stark gebuchtete Grenzen immer gewisse Schwierig- 
keiten. Die Entfernung zwischen dem nördlichsten und südlichsten 
Punkt Chiles beträgt in der Luftlinie rund 4200 km (Entfernung 
Nordkap — Tripolis) bei nur 750000 qkm Fläche. Die Eisenbahn- 
verbindung Ostpreußens mit Oberschlesien wurde schon vor der Schaf- 
fung des Polnischen Korridors durch die polnische Grenzbucht um ein 
Drittel des geraden Weges verlängert. 
DIE GRENZEN DER STAATEN 
Künstliche Grenzen. Die Grenzen, die zwei Staaten voneinander 
trennen, sind in unseren Atlanten durch Linien gekennzeichnet. In 
der Natur werden solche Linien durch Grenzsteine, Pfähle und Gräben 
festgelegt. Solche auf historischen Geschehnissen und wirtschaftlichen 
Verhältnissen beruhende, in zahlreichen Verträgen im Laufe der Jahr- 
hunderte entstandene Grenzen sind demnach immer künstliche und 
haben meist einen sehr verwickelten Verlauf (Abb. 186 und 187). 
Sie sind deshalb in dünnbevölkerten oder schwer zugänglichen Ge- 
bieten, die keine ständige Kontrolle erlauben, leicht. verwischbar, was 
dann zu Grenzstreitigkeiten führt. Diesen Nachteil schließt eine be- 
sondere Art der künstlichen Grenzen aus. Das sind jene mathema- 
tischen, oft über-Hunderte und Tausende von Kilometern geradlinig 
verlaufenden Grenzen, die die Diplomaten auf der Karte einfach mit 
dem Lineal oder in Anlehnung an die Breiten- und Längenkreise ge- 
zogen haben. Sie sind in der Natur gar nicht vorhanden und insofern 
unsichtbare Grenzen, aber durch Berechnung und Vermessung immer 
wieder leicht festzustellen. 
Wir kennen derartige Grenzlinien aus unseren Atlanten. von den jungen 
Staatengebilden Nordamerikas, Südamerikas und Australiens, auch von den 
Grenzlinien mancher Kolonialgebiete in Afrika und Neuguinea. Die berühm- 
teste Staategrenze dieser Art ist der Teil des 49. Parallelkreises, der in einer 
Ausdehnung von fast genau 2000 km vom Lake of the Woods bis zur Juan 
de Fuka-Straße die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada 
bildet (s, Abb. S. 226). 
Natürliche Grenzen. In dem Bedürfnis, die Grenzen möglichst 
sichtbar und dauerhaft zu gestalten, lehnt man die künstlichen Grenzen 
gern an hervortretende Züge der Erdoberfläche, an Bodenerhebungen, 
Wasserläufe, Sumpf- oder Waldstreifen an. Diese bilden dann natür- 
liche Grenzen. Sind die begrenzenden Flüsse breit oder caNonartig, 
Reinhard. Erakunde.
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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