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Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

Monograph

Identifikator:
1801165386
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-185344
Document type:
Monograph
Author:
Reinhard, Rudolf http://d-nb.info/gnd/14316645X
Title:
Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
Edition:
6., stark erw. und umgearb. Aufl
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Year of publication:
1929
Scope:
279 S.
zahlr. graph. Darst. u. Kt.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Wirtschaftsgeographie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Allgemeine politische Erdkunde
  • Index

Full text

54 ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE 
Kabeljaus bezeichnet. Allein im Bereiche des Nordatlantischen Ozeans 
werden jährlich 300—400 Millionen dieses durchschnittlich minde- 
stens 5kg schweren Tieres gefangen, und 200000 Menschen erlangen 
in diesem Bezirk den wesentlichen Teil ihres Lebensunterhaltes durch 
den Dorschfang. Der Fisch tritt gleicherweise auf der amerikanischen 
und europäischen Seite auf und ist in den amerikanischen Ge- 
wässern der bei weitem wichtigste Nutzfisch. Auch im nordöstlichen 
Pazifischen Ozean erscheint der Dorsch in großen Mengen und ist 
dort für die neuerdings von den Häfen Alaskas und Columbias aus 
betriebene Hochseefischerei neben Hering und Heilbutt das wichtigste 
Fangtier. Ü 
An der norwegischen Küste erstreckt sich der Kabeljaufang von Stavanger 
bis weit nach Norden, aber das wichtigste Fanggebiet sind die weltberühmten 
Dorschgründe bei den Lofot-Inseln. Dort sammeln sich in den Monaten Januar 
bis April etwa 15—20000 norwegische Fischer von allen Küstenplätzen, um 
mit Angeln und Stellnetzen den „Skrei“ zu fischen. Im Höhepunkt dieser 
Fangzeit, im März, treten die Dorsche auf den flachen Gründen an der Innen- 
seite des Vest-Fjord in so ungeheuren Schwärmen auf, daß das Wasser durch 
die von den Männchen ausgestoßene Milch trübe erscheint. Ein Leben von 
höchster Eigenart entwickelt sich dann in jenen hochnordischen stürmischen 
Gewässern bei langen, finsteren Nächten und kurzen Tagen angesichts der be- 
schneiten, hochragenden Felseninseln. Der geschäftliche Mittelpunkt für den 
Dorschfang ist Tromsö, daneben Trondhjem. Die gefangenen Kabeljaus 
kommen in getrocknetem Zustand als Stockfisch, in gesalzenem als Klipp- 
fisch, wenn in Fässern eingesalzen, als Laberdan in den Handel. Sie gehen 
vorzugsweise als Fastenspeise nach den katholischen Ländern Südeuropas. Die 
Lebern werden zu dem geschätzten Lebertran, die Köpfe zu Fischguano 
verarbeitet und die Rogen zu Köderzwecken nach dem Mittelmeer ausgeführt. 
Der Hauptausfuhrhafen für die norwegischen Fischereierzeugnisse, und zwar 
sowohl des Dorsch- wie des Heringsfanges, ist Bergen. — Ein zweites wich- 
tiges Fanggebiet für Dorsche sind die Küsten Islands, deren Gewässer früher 
fast ausschließlich von französischen Schonern befischt wurden, während sie jetzt 
von den Fischern verschiedener Nationen, besonders von englischen, aber auch 
von deutschen, aufgesucht werden. — Das dritte und zugleich größte Fanggebiet 
für Kabeljaus sind die Neufundland-Bänke und die nordamerikanische 
Küste südwärts bis zum Kap Cod. Der jährliche Gesamtertrag dieses Gebietes 
ist doppelt so groß wie der des norwegischen Dorschfanges. Diese Gründe werden 
von Amerikanern, Neufundländern, Kanadiern und Franzosen ausgebeutet. 
Hauptausgangshäfen sind Gloucester (Massachusetts), Lunenburg (Neu- 
Schottland), Halifax (Neu-Schottland), St. Johns und Canso an der Ostküste 
von Neufundland, für die französischen Fahrzeuge die Häfen der Bretagne 
und Normandie. Während die Lofotfischerei in den Winter und das Frühjahr 
fällt, geht der Neufundlandfang vorwiegend in den Sommermonaten, von Juni bis 
Oktober, vor sich. Etwa 5—6000 Fahrzeuge bergen jährlich schätzungsweise 
125000 t Fische. 
Neben den Salz-, Dörr- und Räucherfischen kommen solche in 
frischem Zustand auf den Markt, und zwar selten lebend, meist in 
Eis verpackt. Hauptfangtiere dieses sogenannten „Frischfischfanges“, 
der in der Hauptsache mit Schleppnetzen geschieht, sind Schellfisch, 
Makrele, Scholle, Seezunge, Steinbutt, Heilbutt u. a. 
Als wertvolles Nahrungsmittel gerade in unserem Vaterlande geschätzt ist 
der Schellfisch, Er ist das wichtigste Fangtier des ‚Frischfischfanges in der
	        

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Weltwirtschaftliche Und Politische Erdkunde. Hirt, 1929.
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