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Bevölkerungslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Bevölkerungslehre

Monograph

Identifikator:
181333546X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-201592
Document type:
Monograph
Author:
Mombert, Paul http://d-nb.info/gnd/117125342
Title:
Bevölkerungslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1929
Scope:
IV, 490 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster geschichtlicher Teil. Die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft im Zusammenhang mit den Anschauungen und lehren darüber
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bevölkerungslehre
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Gegenstand und Stellung der Bevölkerungslehre
  • Erster geschichtlicher Teil. Die Entwicklung von Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft im Zusammenhang mit den Anschauungen und lehren darüber
  • Zweiter systematisch-theoretischer Teil. Volkszahl, Volkswachstum und Nahrungsspielraum
  • Dritter Teil. Ergebnisse
  • Namenverzeichnis
  • Sachverzeichnis

Full text

2. Kap. Die primitiven Stufen 23 
die Volkszahl künstlich klein zu halten und sie so in Einklang mit 
den ungünstigen äußeren wirtschaftlichen Verhältnissen zu bringen. 
Carr-Saunders!) hat neuerdings diese Seite der Frage, die Re- 
gulierung der Volkszahl auf den primitiven Stufen, besonders ein- 
gehend behandelt. Vor allem im Zusammenhang mit der so häufig 
und so regelmäßig auf diesen Stufen auftretenden Not und den 
kümmerlichen Voraussetzungen alles Lebens, begegnen wir immer 
wieder Maßnahmen, um ein starkes Anwachsen der Volkszahl zu 
begrenzen, wie hauptsächlich der Fruchtabtreibung und der Kinder- 
tötung. Von den Buschleuten berichtet Passarge: „Das Ernähren 
und das Aufziehen eines Kindes erfolgt nur dann, wenn die Mutter 
genügend Nahrung hat, also selbst in genügendem Ernährungszustand 
sich befindet und wenn das letzte Kind bereits so weit entwickelt 
ist, daß es sich selbst Wurzeln und Knollen graben, Melonen usw. 
sammeln kann. Ist das nicht der Fall, so wird das Neugeborene 
lebendig begraben. Denn bei der Härte des Lebens und dem Kampf 
ums Dasein ist es der Buschmannfrau nicht möglich, zwei Kinder 
auf einmal aufzuziehen. Stirbt eine Frau infolge der Entbindung, 
so wird das Kind mit ihr beerdigt“?). Damit und mit der großen 
Kindersterblichkeit hängt dann die geringe Zahl von Kindern zu- 
sammen, der wir im allgemeinen auf diesen Stufen begegnen. 
Allerdings — es sei nur auf die eben genannten Arbeiten 
von Peiper hingewiesen — spielen auch noch manche andere 
Faktoren dabei eine Rolle, aber in der Hauptsache muß man doch 
in der geringen Kinderzahl auf diesen Stufen ein Mittel sehen, um 
die Volkszahl dem vorhandenen Nahrungsspielraum anzupassen, 
J., Wolf hat mit Recht hervorgehoben, daß gerade auf diesen 
primitiven Stufen das Malthussche Bevölkerungsgesetz, daß 
die Zahl der Menschen ständig gegen den Nahrungsspielraum preßt 
ünd von nichts anderem, als von dessen Größe abhängt, volle Geltung 
besitzt. Hier preßt die Natur mit voller Stärke gegen die Volkszahl 
und der Mensch ist noch nicht imstande, der Natur mehr an Gaben 
abzunehmen, als sie ihm freiwillig darbietet. 
Freilich begegnen wir schon auf diesen einfachen Stufen noch 
anderen Mitteln und Wegen, den Gefahren, die aus einer un- 
‘) Carr-Saunders, The population problem, Oxford 1922. — Vgl. dazu auch! 
J. v. Koch, Der Zusammenhang zwischen Natur, Wirtschaft und Bevölkerung bei den! 
Eingeborenen des australischen Festlandes. Diss., Freiburg 1921. — Külz, Zur 
Biologie und Pathologie des Nachwuchses bei den Naturvölkern, 1919. — M, Schmidt, 
Grundriß der ethnologischen Volkswirtschaftslehre, 2. Bd., 1921, S. 60ff. 
2 Passarge a. a. O.
	        

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Bevölkerungslehre. Fischer, 1929.
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