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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1819912523
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-208152
Document type:
Monograph
Title:
Das Problem der Wirtschaftsdemokratie
Edition:
2. Aufl.
Place of publication:
Düsseldorf
Publisher:
Industrie-Verl.
Year of publication:
[1929]
Scope:
186 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Grenzen zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft / von Dr. Martin Sogemeier, Berlin
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Der Unternehmer und Betriebsführer. 
49 
Unternehmertyps: Industriekaufmann gibt, braucht nicht besonders betont zu 
werden. Erwähnt sei lediglich noch, daß Erfinder nicht zugleich auch gute Unter 
nehmer zu sein brauchen, während es nicht an Beispielen dafür mangelt, daß 
Kaufleute und Techniker es verstanden haben, die Ergebnisse der Erfindungen 
anderer über den Weg ihrer Unternehmungen der Allgemeinheit zugänglich zu 
machen. 
Der Bankfachmann endlich, der alle Möglichkeiten und Formen des Kapitals 
kennt, ihre Vorzüge und Nachteile für dieses oder jenes Gebiet der Wirtschaft 
übersieht und die Erfordernisse der einzelnen Wirtschaftszweige durch die Wahl 
der geeigneten Gesellschaftsform mit den Gegebenheiten des Kapitalmarktes in 
Verbindung bringt, dieser Bankkaufmann weiß oft nur wenig von den eigentlichen 
Grundlagen technisch-kaufmännischer Arbeit: der Erzeugung und dem Verkauf. 
Aber er hat ein Gefühl für die wirtschaftlichen Möglichkeiten, er besitzt Weitblick 
genug, um zu erkennen, was aussichtsreich und was wenig erfolgversprechend ist. 
Er wägt die technischen und kaufmännischen Aussichten ab und prüft sie im 
Hinblick auf das erforderliche Kapital und dessen Gewinnmöglichkeit. Beschaf 
fung und Zusammenfügung von Kapital, Unternehmungs- und Konzerngründun 
gen, Fusionen, Sanierungen u. a. sind seine Tätigkeit; genaue Kenntnis und Ein 
fühlung in die Vorgänge an den Märkten für Kapital, den Börsen, ist gepaart mit 
dem Sinn für gute und finanztechnisch richtige Zusammenbringung der einzelnen 
Kapitalistengruppen, die er — oft ohne selbst Kapital zu besitzen — zusammen 
bringt und so erst die Ausbeute eines fruchtbaren Gedankens in die Wege leitet. 
Neben dem Bankier steht noch der Typ des Finanziers, der sich mit Finanzie 
rungen aller Art beschäftigt: Beschaffung von Kapital und Krediten (über den 
Bankier), Aufkauf von Aktien, Schaffung von Beteiligungen, Bildung von Kon 
zernen und Trusts oder auch Handel mit Aktienpaketen, Mehrheitsbeteiligungen 
und Konzemmehrheiten. Dieser Finanzier kann aus dem Bankenbereich stammen, 
früher selbst Bankier gewesen sein oder sich jetzt noch so nennen; es kann aber 
auch sein, daß ein (Waren-)Kaufmann oder ein Industriekaufmann in dieses Ge 
biet vorgedrungen ist und hier mit beträchtlichem Kapital tätig wird. Die vielen 
Fehlschläge (Stinneskonzern, Michael) lehren, daß die hochgesteckten und weit 
ausgreifenden Ziele nicht erreicht worden sind insbesondere dort, wo die Händler- 
und Bankier-Finanziers die betrieblichen (und technischen) Grundlagen und Zu 
sammenhänge mißachtet haben. 
Eine viel erörterte Frage (die hier angesohlossen werden soll, obwohl sie ebensogut unter C 
behandelt werden könnte) ist: wem die Führung industrieller Betriebe anvertraut werden soll: 
dem Kaufmann oder Techniker ? 
In kleinen Betrieben mit örtlichem Absatz ist der Unternehmer meist Techniker und 
Kaufmann zugleich. Er stellt die Güter — unter Mitwirkung von einigen Arbeitskräften — 
selbst her, und ebenso besorgt er selbst den Absatz an einen Stamm von Kunden, dessen Kreis 
er wenig geneigt ist zu vergrößern, weil sonst der Betrieb zu „kompliziert“ würde. Seine 
Buchführung besteht in der gelegentlichen Aufzeichnung von Geschäftevorfällen in einem 
Taschennotizbuch. Je größer aber der Betrieb wird, je mehr Güter hergestellt und abgesetzt 
werden, desto mehr macht sich das Bedürfnis geltend, eine Scheidung von anordnender und 
von ausführender Arbeit durohzuführen. Für die Erledigung der kaufmännischen Arbeit 
werden Hilfskräfte, der Buchhalter, der Kassierer, der Korrespondent, der Lagervqrwalter 
angestellt und ebenso wird die technische Arbeit auf Arbeiter, Meister, Ingenieur oder Che 
miker verteilt. Hierbei ist es aber immer noch möglich, daß der Fabrikant, der aus der Tech 
nik hervorgegangen ist, in seiner Person die Fäden der technischen und kaufmännischen Lei 
tung vereinigt, oder wie man gern sagt, den ganzen Betrieb im Kopf hat. Das setzt freilich 
Kenntnisse beider Gebiete, des kaufmännischen wie des technischen, voraus: aus dem Tech 
niker ist ein industrieller Unternehmer geworden, der aber noch mitten im Betriebe steht, alle 
Einzelheiten übersieht, selbst alle Anordnungen trifft und das Ganze überwacht. Man findet 
solcherart geleitete Betriebe besonders dort, wo sich ein kleines Unternehmen in der Hand 
eines tüchtigen Mannes langsam zu einem großen Betrieb entwickelt, wo der Inhaber die Ent 
wicklung in allen Teilen des Betriebes selbst mitgemacht hat und alle Winkel desselben aus 
Prion, Die Lehre vom Wirtachaftsbetrieb. III. 4
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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