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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Kapitel. Das Streben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

Das Streben. 
I13 
mittelbar vergangener“ gewußt ist. Solange die erste Kugel rollt 
and die zweite Kugel in Ruhe ist, können wir sagen, daß die erste 
Kugel auf die zweite Kugel wirken werde, hingegen können wir in 
solchem Falle niemals sagen, daß uns jenes Wirken als „gegen- 
wärtiges Wirken‘ gegeben ist, sprechen vielmehr von gegen- 
wärtigem Wirken der ersten Kugel auf die zweite Kugel immer 
erst dann, wenn uns der zweite Augenblick im Wirken mit dem Wir- 
kungsgewinne als gegenwärtiger gegeben ist. Das Wahrnehmen be- 
sonderen gegenwärtigen Wirkens ist daher eigentlich nur der 
Gedanke, daß gegenwärtig wahrgenommener Zustand eines besonderen 
Einzelwesens den Wirkungsgewinn in Beziehung zu einer im unmittel- 
bar vorangegangenen Augenblicke vorhandenen „Ursache‘ darstellt. 
Jeder „Strebende‘‘ erlebt nun zunächst einen sogenannten ‚,Willens- 
impuls‘‘, d. h. er nimmt einen eigenen Muskelzustand wahr, den er in 
unmittelbar vorangegangenem Augenblicke noch nicht wahrgenommen 
1at und weiß diesen Muskelzustand als Wirkungsgewinn in Beziehung 
zu eigenem Wollen, d. h. einem in eigenem Wollen gewußten eigenen 
Begehren als wirkender Bedingung. Das Erlebnis des sogenannten 
„Willensimpulses‘‘ ist also nichts anderes als das Erleben des Be- 
Yinnes eines eigenen Tuns, welches dann weiter im ‚Streben‘ als 
„weitere Muskelveränderungen kraft eigenen Wollens‘“ erlebt wird. 
Sagen wir also, daß „Streben‘ ein besonderer Seelenaugenblick ist, so 
meinen wir eigentlich eine Reihe von Seelenaugenblicken, die jedoch 
insoferne einheitlich sind, als in ihnen zwar verschiedene „fortschreitende“ 
aigene Muskelveränderungen wahrgenommen werden, allen diesen Seelen- 
augenblicken aber im übrigen der Gedanke an ein und dasselbe Be- 
Zehren als wirkende Bedingung und also an ein und dieselbe Wir- 
Kensrichtung zugehört, so daß alle diese Seelenaugenblicke, abgesehen 
von den Wahrnehmungen verschiedener fortschreitender eigener Muskel- 
veränderungen, einen und denselben Sinn haben. Im „Streben‘ 
St aber das eigene Wirken kraft Wollens als „gegenwärtiges“ 
Wirken doch in anderer Weise gegeben als sonst „gegenwärtiges 
Wirken“, da nämlich der Strebende während seines Strebens die 
Wirkende Bedingung in seinem Tun, nämlich besonderes Begehren, als 
seiner Seele noch gegenwärtig zugehörig weiß, also im „Streben“ 
Sowohl die fortschreitenden Wirkungen als auch die wirkende Bedingung 
‘ür alle diese fortschreitenden Wirkungen als „gegenwärtig“ weiß, über- 
lies aber die Besonderheit jenes Allgemeinen, welches die wirkende 
Bedingung abgibt, als seiner Seele zugehörig „wahrnimmt“ (selbst- 
dewußt „hat“), während sonst die Besonderheit einer wirkenden Be- 
lingung zu gegenwärtiger Wirkung nicht unmittelbar in einem „Wahr- 
nehmen“ gegeben, vielmehr nur mittelbar auf Grund Wissens um be- 
sondere identisch begründete Wirkenszusammengehörigkeiten gewußt, 
Sander. Alle. Gesellschaftslehre. ?
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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