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Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

Monograph

Identifikator:
1824546017
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-214923
Document type:
Monograph
Author:
Dopsch, Alfons http://d-nb.info/gnd/118680390
Title:
Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
Place of publication:
Wien
Publisher:
Seidel
Year of publication:
1930
Scope:
XII, 294 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Achter Abschnitt. Das spätere Mittelalter (13.-15. Jahrhundert)
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Theorie. Grundsätzliche Anschauungen
  • Zweiter Abschnitt. Die Tatbestände: Die Primitiven
  • Dritter Abschnitt. Die Kulturvölker des alten Orients
  • Vierter Abschnitt. Altgriechenland und das Römerreich
  • Fünfter Abschnitt. Das Oströmische Reich und der Islam
  • Sechster Abschnitt. Das frühe Mittelalter im Westen. Die Völkerwanderung. Merowinger und Karolinger
  • Siebenter Abschnitt. Das hohe Mittelalter (10.-12. Jahrhundert)
  • Achter Abschnitt. Das spätere Mittelalter (13.-15. Jahrhundert)
  • Neunter Abschnitt. Die Neuzeit
  • Zehnter Abschnitt. Die politischen Auswirkungen: Lehenswesen und Kapitalismus
  • Elfter Abschnitt. Rückfälle aus der Geldwirtschaft in die Naturalwirtschaft
  • Zwölfter Abschnitt. Theoretische Schlußfolgerungen
  • Index

Full text

‚57 
Auch das Trucksystem, das in Deutschland schon im 15. Jahr- 
hundert vorhanden war, bedeutete eine Vermehrung der Natural- 
wirtschaft, da man nun gewerbliche Arbeit und Leistung mit Waren 
entlohnte. Verschiedene Zunfturkunden aus Köln aus der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts lassen deutlich erkennen®), daß man 
dies schon als eine Benachteiligung empfand und sich dagegen zu 
schützen suchte. 
Ferner ist die spezifische indirekte Steuer der Städte des 
späteren Mittelalters, das sog. Ungeld (Akzise), welche auf die 
Lebensmittel gelegt war, mitunter auch in natura erhoben worden. 
Arnold hatte seinerzeit darin durchaus Naturalsteuern sehen 
wollen?), doch haben K. Zeumer“®) und nach ihm besonders 
G. v. Below®®) dargetan, daß diese Verzehrungssteuer überwiegend 
in Geld entrichtet wurde. Immerhin kam aber doch auch eine 
Leistung in natura dabei stellenweise vor””). 
In Dänemark wurde noch am Ausgang des Mittelalters von 
allen Heringfischern eine Naturalsteuer unter dem Namen „Königs- 
kauf“ (Konningskieb) gefordert, derart, daß von jedem Mann der 
Besatzungen der Fischerboote 3 Wal (240 Stück) Heringe genommen 
wurden, was 1/9 oder */.2 des gesamten Ertrages darstellt”). 
Ahnlich wurden auch Zölle mitunter in natura entrichtet, 
derart, daß ein bestimmter Teil der zu verzollenden Waren als Zoll- 
abgabe von den Zollbeamten erhoben wurde®?). Diese Naturalzölle 
haben sich ja sehr lange bis in die neueren Jahrhunderte hinein 
forterhalten. Auch in Frankreich treten im späteren Mittelalter zahl- 
reiche Naturalzölle (Weinhandel) noch auf). Ebenso in Italien, 
z. B. bei den Geschirrhändlern in Verona®*). 
88) Vgl. v. Loesch, Die Kölner Zunfturkunden 2, 316 n. 2 (1476); 423 D° 
659; 427 $ 6; 432, II. 
57) Gesch. d. Freistädte 2, 259 f. 
3) Die deutschen Städtesteuern. 1878, S. 92 f. 
8) Vgl. Art. „Ungeld“ im Handwörterbuch d. Staatswiss. 3. Aufl., 
VIII Bd. 
%) Vgl. dazu auch Rütimeyer a.a. O. S. 20 sowie Klaiber a.a. O. 5. 112. 
9) D. Schäfer, Das Buch d. lübeckischen Vogts auf Schonen (Hansische 
Gesch. Quellen IV). Einleit. S. LII f. 
%) Vgl. z. B. Lau, Kölns Verfassung und Verwaltung, S. 60; f. Basel: 
E. Saxer, Das Zollwesen der Stadt Basel, Beihefte z. Vischr. f. Sozial- und 
Wirt. Gesch., ı. Heft, 1923, S. 67 (Holz). 
%) Vgl. E. Levasseur, Histoire du commerce de la France 1, 98 (1911). 
%) Vgl. A. Schaube. Handelsgesch. S. 743-
	        

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Naturalwirtschaft Und Geldwirtschaft in Der Weltgeschichte. Seidel, 1930.
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