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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

614 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Volksaniehen bestehen namentlich in folgendem: a) Der Staat er 
spart die Kosten oder wenigstens einen Teil der Kosten — wenn 
doch zur Popularisierung des Anlehens der entwickelte Bank 
apparat in Anspruch genommen wird, wie dies bei den Kriegsan 
leihen geschah —, welche die Inanspruchnahme der Banken verur 
sacht. b) Das Publikum gelangt zu einem geringeren Preise in 
den Besitz der Staatstitres, als wenn dieselben von den Banken ge 
kauft werden müssen, c) Das Anlehen wird sogleich placiert, denn 
es kommt sogleich in die Hände jener, die dieselbe zur Kapitals 
anlage benutzen wollen. Es belastet also nicht den Geldmarkt, 
während die Bankanlehen langsamer placiert werden, das Börsen 
spiel anfachen ; oft werden dieselben von den Banken in einem 
solchen Momente auf den Markt geworfen, wenn der Staat an die 
Ausgabe eines neuen Anlehens schreitet, wodurch natürlich dessen 
Preis zugunsten der Banken gedrückt wird, d) Die Teilnahme des 
großen Publikums bietet der Öffentlichkeit Gelegenheit zu jenen 
Zwecken Stellung zu nehmen, für deren Verwirklichung die An 
lehen in Anspruch genommen werden; billigt die öffentliche Mei 
nung durch eine große Beteiligung die Absichten der Regierung, 
z. B. einen im Anzug befindlichen Krieg, so stärkt das außerordent 
lich die Regierung, wie sie umgekehrt geschwächt und gemahnt 
wird, wenn durch eine geringere Beteiligung die ablehnende Auf 
fassung der Nation zum Ausdruck kommt. Freilich spielen hier 
viele Momente eine Rolle; die öffentliche Meinung kann durch die 
Presse und die Manöver der Finanzkreise irregeführt werden. Den 
zugunsten der öffentlichen Subskription sprechenden Momenten 
gegenüber kommt hinwieder folgendes in Betracht: a) Dem Bankier 
wird es natürlich auch bei öffentlichen Subskriptionen möglich sein, 
große Summen zu zeichnen, während der kleine Mann das Heran 
drängen, Warten, den Zeitverlust scheut und sich dann doch lieber 
wegen Ankauf an die Banken wendet; b) die Banken werden doch 
die Lage des Geldmarktes in der Regel besser kennen, die Be 
dingungen, welche zu stellen sind, den Zeitpunkt, der zur Emission 
geeignet, während der Staat drückendere Bedingungen akzeptiert, 
einen hohem Zinsfuß, als den Verhältnissen entspricht und so das 
Anlehen teuerer bezahlt. Dieser Nachteil wird einigermaßen ver 
mieden, wenn der Staat die minimalen Bedingungen feststellt und 
jenen den Vorzug gibt, die günstigere Bedingungen einräumen ; 
c) die Zurückhaltung des Publikums kann eventuell wichtige Ziele 
der Regierung kompromittieren, die durch das Anlehen befördert 
werden sollten. Gewiß kann es auch vorkommen, daß die erhofften 
Vorteile der öffentlichen Subskription gänzlich ausbleiben, daß von
	        

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Iceland 1930. Ríkisprentsmiđjan Gutenberg, 1930.
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