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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

121] 
Gelegentlich tauchen ähnliche Gedanken auch hinsichtlich einer 
Organisation der Landwirtschaft auf. So führt Buchen- 
berger!) einmal über das „Endziel der Genossenschaftsbewegung“ 
aus: „Mit den manigfaltigen Formen, zu denen der Genossenschafts- 
gedanke bis jetzt sich durchgerungen hat, und mit der buntscheckigen 
Vielheit von Genossenschaftsbildungen zur Befriedigung wirtschaft- 
licher Einzelbedürfnisse wird doch nur eine sehr oberflächliche Be- 
trachtungsweise sich zufrieden geben dürfen; eine tiefere Erfassung 
der Bewegung wird vielmehr zu dem Gedanken hinneigen, daß diese 
erst in den embryonalsten Verhältnissen sich befindet‘ und daß der 
endliche und befriedigende Abschluß derselben von einem orga- 
nischen Wiederzusammenfassen der Vielheit in einen einheitlichen 
Organismus erwartet werden darf. Mit anderen Worten:- was jetzt 
im Wege der genossenschaftlichen Förderung bestimmter einzelner 
Wirtschaftszwecke durch eine verwirrende Mannigfaltigkeit unabhängig 
von einander arbeitender Einzelgenossenschaften zu erreichen gesucht 
wird, soll und muß schließlich der Kollektivgenossenschaft der boden- 
bewirtschaftenden Klassen zufallen und daher die korporative Or- 
ganisierung des Landvolks zur Verwaltung der seinen landwirtschaft- 
lichen Betriebsbedürfnissen dienenden Angelegenheiten das Endziel 
der jetzigen Bewegung bilden. Sicher‘ wird auch, je mehr der 
Genossenschaftsgedanke Wurzeln schlägt und entsprechend der seit- 
alle anderen Bevölkerungsklassen beim Vater Staat meldeten. Jeder würde Sicherung 
eines bestimmten — möglichst hohen — Standard beanspruchen. Überall müßten 
neue staatliche Zwangsmaßregeln, neue hindernde Zäune in die Höhe wachsen. Der 
modern-kapitalistische Staat, der sich im Weltverkehr durchzusetzen hat, wäre auf den 
Kopf gestellt, nicht zugunsten des Fortschritts des sozialistischen Zukunftsstaats, 
sondern einer Karikatur der mittelalterlichen, ständisch gegliederten Gesellschaft zu- 
liebe. Wenn diese letzten schlimmsten Konsequenzen der Kulemannschen Idee auch 
nie wirkliche Gestalt annehmen würden, so würde nur eine Ära verschärfter sozialer 
Kämpfe anbrechen, da z. B. die Arbeiter bei Verwirklichung des Zwangskartells das 
„Recht auf Arbeit“ und staatliche Minimallöhne berechtigterweise verlangen wür- 
den, was die einmal staatlich kartellierten Unternehmer als beati possidentes niemals 
zugestehen würden. Nur zu erinnern brauche ich an die entsetzliche Schwerfälligkeit 
des Zwangskartells, da der Staat, der die Verantwortung für die Geburt des Kindes trägt, 
sich auch um seine Erziehung kümmern müßte. Ein Kartellamt müßte alles mögliche 
überwachen — schon die erregte öffentliche Meinung würde dies erfordern — und vor 
bureaukratischen Eingriffen würde die ganze weiterarbeitende Industrie zuschanden. 
Spaßhaft müßte es sein, wie dann deutsche Fabrikate auf dem Weltmarkt konkurrieren 
würden. Nur durch ungeheuerliche Exportprämien und dementsprechende Ausbeu- 
tung des heimischen Konsumenten wäre die deutsche Fabrikateausfuhr noch auf- 
rechtzuerhalten. Und was sollte geschehen, falls das Ausland mit der Kartellklausel 
in Handelsverträgen und mit Differentialzöllen Ernst machte ?“ 
‘\ Agrarwesen und Agrarpolitik. Bd. 2. (Leipzig 1893.) S. 523{f.
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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