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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

120 
3. Neu eingeführt in die Gewerbeordnung sollte folgender $ 96 a werden: ‚Die 
oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle ist berechtigt, einer Innung‘!) 
zu untersagen, Preise, insbesondere Mindestpreise oder Richtpreise, Arten der Preisfest- 
setzung sowie Geschäftsbedingungen festzusetzen, zu empfehlen oder bekanntzugeben. 
Sie sind ferner berechtigt, Bestimmungen der Satzungen oder Beschlüsse außer Kraft 
zu setzen, welche die Bekanntgabe oder Nichtbekanntgabe von Preisen und Geschäfts- 
bedingungen durch die Innungsmitglieder betreffen. Vor einer gemäß Satz ı oder 2 zu 
treffenden Anordnung soll die Handwerkskammer, in deren Bezirk die Innung ihren 
Sitz hat, tunlichst gehört werden!).‘ 
4. Schließlich sollte in $ 97 gesagt werden: Die Schließung einer Innung kann 
erfolgen ... 3. wenn die Innung sich gesetzwidriger Handlungen oder Unterlassungen 
schuldig macht oder wenn sie andere als die gesetzlich zulässigen Zwecke verfolgt. Als 
eine Gefährdung des Gemeinwohls gilt insbesondere die Zuwiderhandlung gegen eine 
Anordnung nach $ 96. 
Wie sehr in Handwerkerkreisen Wert darauf gelegt wird, die 
Zwangsinnungen zu Zwangskartellen auszugestalten, ergibt sich aus 
der Heftigkeit, mit der immer wieder die Beseitigung des 8 100q 
gefordert wurde?). 
Die Vertriebsgemeinschaft des Kaligesetzentwurfs von 1910. Als 
es am 30. Juni 1909 nicht gelungen war, das Kalisyndikat rechtzeitig 
zu erneuern, als dann sofort einzelne Werke große Lieferungsverträge 
zu niedrigen Preisen mit amerikanischen Abnehmern abschlossen 
und die Gefahr eines sehr scharfen Konkurrenzkampfes der Kaliwerke 
untereinander drohte, machte die Reichsregierung in dem im Februar 
1910 dem Reichstage vorgelegten Entwurf eines Gesetzes über den 
Absatz von Kalisalzen den damals ganz neuartigen Vorschlag, zwangs- 
weise eine „Vertriebsgemeinschaft“ der Kaliwerksbesitzer zu bilden 
und ihr das ausschließliche Recht zum Absatz von Kalisalzen zu geben 3). 
Im einzelnen bestimmte der Gesetzentwurf folgendes: Der Vertriebs- 
gemeinschaft kann jeder Besitzer eines Kaliwerkes beitreten, in dem 
Kalisalze durch einen Schacht aufgeschlossen sind (8 7). Die Bei- 
trittserklärung ist, solange die Vertriebsgemeinschaft noch nicht be- 
steht, an die von der zuständigen Landeszentralbehörde bezeichnete 
Stelle, nach dem Entstehen der Vertriebsgemeinschaft an diese zu 
!) Die Vorschrift des 8 96a sollte auch auf Innungsverbände entsprechende 
Anwendung finden. 
?) Vgl. Heise, a. a. O., S. 140ff., 247 ff., 262 Anm. 5. 
3) Reichstagsdrucksache, ı2. Leg.-Per., II. Session, Nr. 219. Der Gesetzentwurf 
und der allgemeine Teil der Begründung dazu sind abgedruckt bei Passow, Kar- 
telle des Bergbaues, Leipzig 1911, S. 157 ff. Dem sog. Bundesratsentwurf ist ein preußi- 
scher Entwurf voraufgegangen (abgedruckt im Reichsanzeiger vom 17. Dezember 1909), 
der noch wesentlich schärfere Eingriffe, vor allem zur Verhinderung des Entstehens 
neuer Kaliwerke enthielt. Die wesentlichsten Abweichungen des preußischen Entwurfs 
von dem Bundesratsentwurf habe ich a. a. O. angeführt. 
Passo w., Kartelle
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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