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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

[50 
die mich zur Propagierung dieser Idee bewog, ist heute noch stark 
und unverändert wirksam: der Staat kann nicht mehr bei der Viel- 
artigkeit moderner Produktion für das einzelne Gewerbe eine be- 
stimmte Steuerform festsetzen, die sich vielleicht morgen bereits als 
überholt und hemmend auswirkt. Wo also die Summe der Steuern, 
die man aus einer Branche herausziehen will, feststeht, tut man am 
besten, sie der Gesamtbranche aufzuerlegen und die Aufteilung auf 
die einzelnen Betriebe den Gewerbemitgliedern zu überlassen .... 
Eine solche Besteuerungsform setzt immer eine Zwangskartellierung 
aller Gewerbetreibenden voraus.“ 
Als Beispiel für die zweite Richtung seien verschiedene (nicht 
im Buchhandel erschienene) Denkschriften des schlesischen Eisenin- 
dustriellen Geh. Kommerzienrat Oskar Caro angeführt. In einer 
ersten, 1916 erschienenen kleinen Schrift „Die Frage der deutsch- 
österreichisch-ungarischen Zollunion im Zusammenhang mit der Ein- 
führung von Monopolen bzw. staatlich kontrollierten Zwangssyndi- 
katen“ betont er, an Naumann anknüpfend, daß die Bedenken gegen 
eine Zollunion zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn zu über- 
winden sein würden, wenn die Regierungen beider Reiche für land- 
wirtschaftliche Erzeugnisse Monovolstellen und für die Industrie 
staatlich kontrollierte Zwangssyndikate schaffen würden. Zu dem 
letzteren Punkte führt er aus: 
„Indem staatlicherseits die Bildung von Syndikaten gesetzmäßig 
zur Durchführung gebracht wird, sichert der Staat den betreffenden 
Industrien diejenigen wesentlichen Vorteile, welche bei freiem Wett- 
bewerb erfahrungsgemäß in Fortfall kommen. Die syndizierten In- 
dustrien sind bei Ausschaltung des freien Wettbewerbs in der Lage, 
den Schutzzoll fast ganz auszunutzen, große Ersparnisse durch volle 
Berücksichtigung der geographischen Lage der einzelnen Arbeits- 
stätten bei dem Verkauf herbeizuführen, des ferneren, durch ange- 
messene Arbeitsverteilung und Vereinheitlichung der Betriebe wesent- 
lichen Nutzen zu erzielen und schließlich das Exportgeschäft wirkungs- 
voller durchzuführen, als dies im unorganisierten freien Verkauf mög- 
lich ist. 
„Dem Abschluß von Syndikaten begegnen erfahrungsgemäß 
bei den Industriellen vielfache Schwierigkeiten, welche meist in der 
Unmöglichkeit bestehen, eine Verständigung über die Quote, mit 
welcher die einzelnen Syndikatsmitglieder an der auf dem Markte 
aufkommenden Arbeit beteiligt werden sollen, herbeizuführen. Wenn 
staatlicherseits für das Prinzip der Einschätzung bestimmte Grund- 
sätze festgelegt und die einzelnen Industrien durch Gesetz ver-
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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