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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
1838857176
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-229226
Document type:
Monograph
Title:
Thomson's manual of Pacific Northwest finance
Place of publication:
Seattle
Publisher:
Thomson's Statistical Service
Year of publication:
1930
Scope:
XXX, 487 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Section I. Government bonds
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

503 
Kaiser Wilhelm-Kanal. 
auch die stete Vergrößerung der Seeschiffe ließen allmählich immer stärker das Bedürfnis 
nach einem leistungsfähigeren Wasserweg hervortreten. Abermals vergingen Jahrzehnte, 
bis sich diese Idee verwirklichte. Die Einzelheiten dieses Entwickelungsprozeffes können 
hier nur kurz angedeutet werden. 
Die beiden Christensen arbeiteten Anfang der 40erJahre ein Prosekt aus, Hansen 
plante 1860 den Kanal St. Margarethen-Jtzehoe-Oldensloe-Lübeck. Im Jahre 1864 
beauftragte die Preußische Regierung den Geheimen Oberbanrat Lentze mit der Aus 
arbeitung eines Kanalprojektes, und zwar sollte der Kanal für Handels- und Kriegsschiffe 
passierbar sein. Lentze brachte die Linie Brunsbüttel-Eckernförde in Vorschlag. Von 
militärischer Seite wurde die Ausmündung des Kanals bei Eckernförde im Hinblick auf 
den geplanten Kriegshafen in der Kieler Bucht als ein großer Nachteil des Projektes 
betrachtet. Wiederum hatte die Frage eines Nord-Ostseekanals ein sehr wechselvolles 
Schicksal, das sowohl durch die politischen wie die wirtschaftlichen Verhältnisse stark be 
einflußt wurde. Die ablehnende Haltung Moltkes, welcher der Ansicht war, daß die 
großen Kosten eines durch Kriegsschiffe passierbaren Kanals nicht mit dessen Nutzen im 
richtigen Verhältnis ständen, trug manches zu dem Stocken dieser Angelegenheit bei. Dem 
Hamburger Kaufmann und Schiffsreeder H. Dahlström gebührt das Verdienst, durch 
seine rastlose Thätigkeit die endliche Ausführung des Unternehmens wesentlich gefördert 
zu haben. Derselbe trat für einen Kanal auf Meereshöhe, mit den Endpunkten Bruns 
büttel und Holtenau ein. Die Vorarbeiten wurden von dem Regierungsbaumeister Boden 
ausgeführt. Nicht nur günstigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen, sondern auch 
den in der Zwischenzeit in Deutschland gemachten Fortschritten auf technischem Gebiet, ins 
besondere der weitgehenden Ausbildung in der Betriebsweise und in der Ausführung 
großer Erdarbeiten ist es zuzuschreiben, daß endlich das Projekt des Nord-Ostseekanals 
sich seiner Verwirklichung näherte. Um diese Vervollkommnung richtig zu würdigen, möge 
darauf hingewiesen werden, daß, während die Kosten der Erdbewegung bei großen deutschen 
Bauausführungen am Anfange der 70er Jahre noch bis zu 2 Mark pro Kubikmeter be 
trugen, sich die Kosten der Erd- und Baggerarbeiten im Kaiser Wilhelm-Kanal im Durch 
schnitt auf 90 Pfennig pro Kubikmeter beliefen. Am 16. März 1886 wurde das Gesetz 
betreffend die Herstellung des Nord-Ostseekanals verkündet. Der Kostenanschlag schloß 
mit 156 000 000 Mark ab. Am 3. Juni 1887 fand die feierliche Grundsteinlegung in 
Holtenau statt. Die Ausführung erfolgte in der Zeit von 1887—1895. Der Kanal ist 
als eine Schöpfung des verstorbenen Wirklichen Geheimen Baurat Baensch und des Ober- 
Regierungs- und Baurats Fülscher auf Grundlage des Boden-Dahlströmschen Projekts 
zu betrachten. Die feierliche Eröffnung fand iiz Gegenwart des Kaisers Wilhelm II., 
einer großen Anzahl deutscher Fürsten, der Vertreter der Hansestädte und zahlreicher 
fremder Fürstlichkeiten am 20. und 21. Juni 1895 statt. 
Die in dem Boden-Dahlströmschen Entwurf bearbeitete Linie konnte im wesentlichen 
beibehalten werden. Nur an zwei Strecken ergab sich bei der genaueren Untersuchung 
und Bearbeitung die Notwendigkeit, aus technischen Gründen, deren Darlegung hier zu 
weit führen würde, von dieser Linie abzuweichen. 
Zwischen St. Margarethen und Brunsbüttelhafen liegt das 11 bis 13 m tiefe Fahr 
wasser der Elbe hart am rechten Ufer, und es dehnt sich dort eine Reede von 8 km Länge, 
1,5 km Breite und 11 m Tiefe an dem Ufer aus; hier, 1 km oberhalb Brunsbüttelhafen, geht 
der Kanal unter spitzem Winkel, der eine bequeme Ansegelung gestattet, von der Elbe ab, 
zieht sich durch die niedrig gelegene fruchtbare Elbmarsch und das Moorgcbiet der vielfach 
unter dem Meeresspiegel gelegenen Kudenseer Niederung, an deren Rand sich die Geest, die 
frühere Düne, mit dem malerischen Flecken Burg gebirgartig erhebt, in nordwestlicher, zuletzt 
genau nördlicher Richtung in allmählich ansteigendem Gelände bis nach Grüncnthal, wo die 
Wasserscheide zwischen Elbe und Eider durch einen 30 m tiefen Einschnitt durchbrochen wird. 
Jenseit der Wasserscheide tritt der Kanal in das Gebiet der Gieselan ein, erreicht bei 40 km 
die Niederung der Eider, durchschneidet auf 3 km Länge das jeder Kultur entbehrende Reit 
moor und den 1 km langen und ebenso breiten Mcckelsee und tritt bei Schülp unmittelbar 
an die Untereider heran, durch einen hohen Deich gegen deren Hochwasser geschützt. Bald darauf 
verläßt der Kanal das Thal der Eider, geht an Rendsburg in 1 km Entfernung südlich 
vorüber, tritt alsdann in die zusammen 6 km langen Obereidcrseen — Audorfer-, Eider 
und Schirnauersee — ein und verfolgt nach Austritt aus denselben den Lauf des früheren 
Eiderkanals, dessen scharfe Krümmungen abschneidend, und mündet bei Holtenau, an der
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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