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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

98 — 
Süß’ Hypo- 
*hese. 
das große Bassin des Münzbedarfs der Staaten der Währungskon- 
vention abgestoßen werden können, und wenn nicht ganz exceptionelle 
Verhältnisse eintreten, würde dadurch das Verhältnis für Dezennien 
gewahrt werden können. Au eine solche Vereinigung der ver- 
schiedenen in Betracht kommenden Länder ist aber in der Gegen- 
wart auf keinen Fall zu denken, weil die Interessen derselben zu weit 
auseinander gehen. Frankreich und die Vereinigten Staaten, welche 
mit Silber übersättigt sind und unter der Silberlast erheblich leiden, 
die Nordamerikanische Union mit ihrer bedeutenden Silberproduktion 
ganz besonders, haben nur ein Interesse daran, den Wert des 
Silbers wieder auf die frühere: Höhe emporzubringen, aber gar kein 
Interesse, den gegenwärtigen Zustand zu fixieren, wie es durch die 
Währungskonvention auf Grundlage des Verhältnisses von 1:34 der 
Fall wäre. Die Goldwährungsländer, vor allen Dingen Deutschland, 
können wiederum, wie wir sahen, zu keinem anderen Verhältnis die 
Doppelwährung acceptieren, als es den gegenwärtigen Marktverhält- 
nissen entspricht, weil sie sonst das schwer erkaufte Gold gegen 
antwertetes Silber verlieren würden, ohne die Garantie zu haben, daß 
das Silber nun auch dauernd den hohen Wert behalten würde. Viel- 
mehr würden sie das Risiko auf sich nehmen, daß sich dieses Ver- 
hältnis nach einiger Zeit unhaltbar erwiese, die Währungsvereinigung 
auseinanderfiele, und sie dann genötigt wären, wieder bedeutende Öpfer 
zu bringen, um das erst kürzlich hingegebene Gold wieder zurück zu 
kaufen, ohne daß sie einen entsprechenden Gewinn dafür in Aussicht 
hätten. Solange also die gegenwärtige Goldproduktion anhält, dumit 
lie erweiterte Goldwährung ohne Schwierigkeit aufrecht erhalten 
werden kann, ist an eine Durchführung des Bimetallismus absolut 
ıicht zu denken. Damit ist aber nicht gesagt, daß nicht in der 
Zukunft Zeiten eintreten können, wo man auf diesen Gedanken zurück- 
<ommt, ja sogar genötigt sein kann, denselben zur Realisation zu 
ringen. 
Die bimetallistische Bewegung ist in den 70er Jahren besonders 
Jlurch den berühmten Wiener Geologen Süß unterstützt, wo nicht ins 
„eben gerufen, der in seinem Werke „Die Zukunft des Goldes“ fach- 
nännisch auseinandersetzte, daß die bisherige Produktion des Goldes 
auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten wäre, man vielmehr auf einen 
Rückgang derselben gefaßt sein müsse. Er wies darauf hin, daß 
bisher die Goldgewinnung hauptsächlich aus dem Schwemmlande her- 
;tamme, wo durch Auswaschung in verhältnismäßig einfacher und billiger 
Weise das reine Gold aus dem Quarzsande gewonnen wird. Dieses 
Schweramland ist nach ihm in der Hauptsache erschöpft, wie z. B. in 
Kalifornien, und es sei nicht darauf zu rechnen, daß in den noch 
unbekannten Gegenden, wie Afrika, Australien, neues Schwemmland 
entdeckt werden würde. Es blieben also als weitere Quelle nur die 
uarzgänge, welche bergmännisch ausgebeutet werden müßten und viel 
größere Kosten verursachten, auch nicht so große Quantitäten zu 
liefern vermöchten, wie dieses aus dem Schwemmlande bisher möglich 
zewesen wäre. Er stellte deshalb für die Zukunft Goldknappheit und 
Verteuerung des Goldes als unvermeidlich in Aussicht. Da nun damals 
zerade ein Rückgang der Produktion wirklich beobachtet wurde, so 
mußten diese Ausführungen den tiefsten Eindruck hervorrufen, und 
38 erschien in der That gewagt, Gold zur Grundlage des Geldes zu 
machen und zum Wertträger desselben zu wählen, wo eine Verschiebung
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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