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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

142 — 
Zankgrün- 
dungen. 
zunahm und sich an einzelnen Punkten konzentrierte, wie vor allen 
Dingen an den Plätzen der Waren- und. Wechselmessen, um so mehr 
stellte sich das Bedürfnis heraus, durch Bildung großer Institute dem 
eschäfte eine größere Sicherheit zu geben, und sich der Ueberlegen- 
2eit einzelner Geldmänner zu entziehen, indem sie genossenschaftlichen 
Yharakter gewannen oder Staatsanstalten wurden. Der erste derartige 
Yersuch wurde in Genua gemacht, wo 1407 in der „Casa di san 
Giorgio“ eine Girobank gegründet wurde; in Barcelona bereits 1401, 
jedoch nicht mit der gleichen Bedeutung. Eine weitere und nach- 
haltigere Nachbildung derselben trat indessen erst Ende des 16., dann 
im Laufe des 17. Jahrhunderts auf, nachdem durch Ueberspekulation 
und unrationelles Verfahren eine größere Zahl bedeutender Bankiers 
Bankerott gemacht hatten, und viele Geschäftsleute und sonstige ver- 
mögende Männer mit in das Verderben gezogen hatten, Der erste 
hier in Betracht kommende Versuch ging in den achtziger Jahren des 
16. Jahrhunderts von dem venetianischen Staate aus, der für die spä- 
‚eren Gründungen typisch wurde. Die Veranlassung soll gewesen sein, 
daß die Regierung sich nach erheblichen Kriegen in großer Geldver- 
jegenheit befand und sich genötigt sah, eine Anleihe aufzunehmen, 
wobei sie sich natürlich nur an die heimischen Kaufleute wenden 
konnte. Da aber die Gefahr vorlag, durch die Entziehung bedeutender 
Summen den Handel zu schädigen, kam man auf den Gedanken, auf 
Grund der eingezahlten Summen ein Staatsschuldbuch aufzulegen, in 
welchem jedem Kaufmann ein Folium eröffnet wurde, auf welchem die 
dem Staat geliehene Summe ihm gut geschrieben wurde, so daß nun die 
Kaufleute auf Grund ihres Guthabens ihre Geschäftsthätigkeit weiter 
fortsetzen konnten, indem die Zahlung des einen an den anderen durch 
Uebertragung der Summe von dem Folium des einen auf das des anderen 
vollzogen wurde. Auf diese Weise konnte der Staat erhebliche Beträge 
für sichin Anspruch nehmen, ohne den Handel lahm zu legen, denn auf 
Grund der Forderung an den Staat konnte nun jeder Kaufmann seine 
Einkäufe machen, Zahlungen an andere leisten und so seine Ge- 
schäfte ungeschwächt fortsetzen. Bald darauf geschah die Gründung der 
Staatsbank, welche als „banco del giro“ von 1619—1806 bestanden 
hat. In Mailand wurde die „Banco di St. Ambrogio“ 1593, 1609 die 
Amsterdamer Wisselbank, 1619 die Hamburger Bank, welche bis 1873 
bestanden hat, die Nürnberger 1621 ins Leben gerufen. Während 
diese sämtlich Staats- resp. städtische Banken waren, wurde: die eng- 
lische Bank 1694 als Aktiengesellschaft gegründet, indem durch Gesetz 
denjenigen, welche dem Staate die Summe von 1,2 Mill. Pfd, Sterl. 
leihen würden, das Privilegium zur Errichtung einer Bank gewährt 
wurde. 
Diese Banken waren ursprünglich reine Girobanken, sie beruhten 
darauf, daß eine Anzahl bedeutender Unternehmer erhebliche Summen 
bar in den Kellern der Bank deponierten, worüber ihnen ein Folium 
in dem Bankbuche eröffnet wurde, und sie nun unter einander Zahlungen 
in der erwähnten Weise durch Uebertragung begleichen konnten, so daß 
dabei die deponierten Gelder unberührt liegen blieben und nur aus- 
nahmsweise und in beschränktem Maße herausgezogen werden durften. 
Dies schloß ein, daß die Mitglieder der Bank oder die Bankbürger 
aur untereinander Geschäfte machen konnten, worin natürlich eine 
große Beschränkung lag. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens be- 
stand darin. daß die bedeutenden Summen, die zur Grundlage des
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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