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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

245 
John Law 
auf Lieferung, trieb künstlich die Preise in die Höhe, zahlte dann die 
Differenz, ohne das Objekt selbst heranzuziehen, und lebte ein paar 
Jahre in der Hoffnung, diese künstliche Preissteigerung, an der sich 
eine große Zahl von Menschen -bereicherte, fortsetzen zu können, so 
daß man schließlich für eine Species 2000 Gulden und mehr zahlte, 
während die sonstigen Wertobjekte, Häuser, ländliche Grundstücke zu 
Schleuderpreisen fortgegeben wurden, um die erlangten Summen für 
Spielzwecke verwerten zu können. Im Jahre 1637 irat plötzlich 
Ernüchterung ein, Niemand wollte mehr die bisherigen Summen zahlen, 
Jeder suchte die Ware, die er in der Hand hatte, los zu werden, und 
die Preise gingen auf das normale Niveau herab. Damit waren aber 
weitgehende Verluste für alle diejenigen verbunden, die zuletzt die 
Tulpen übernommen hatten, während die letzten Verkäufer außer- 
ordentliche Gewinne erzielt hatten, Die dadurch herbeigeführten Ver- 
schiebungen in den Besitzverhältnissen hatten eine nachhaltige Stockung 
im Verkehre zur Folge, es bildete sich infolge der Tulpenmanie eine 
Börsenkrisis schlimmster Art mit ihren Rückschlägen auf die allge- 
meinen volkswirtschaftlichen Verhältnisse aus, 
Ein. zweites überaus lehrreiches Beispiel ist die Schwindelperiode 
John Laws in Frankreich Anfang des 18. Jahrhunderts. Der 
Schotte John Law, ein unzweifelhaftes Finanzgenie, kam 1716 
nach Paris, wo der Staat und der Hof des Regenten in der größten 
Finanznot schwebten, und erbot sich, in kürzester Frist die Kalamität 
zu beseitigen, wenn man ihm für seine Finanzoperationen freie Hand 
durch Privilegien gewährte. Sein Vorschlag ging dahin, durch Ausgabe 
von Papiergeld und künstliche Steigerung des Wertes sonstiger Kredit- 
papiere sich neue Werte zu schaffen. Er erhielt zunächst die Genehmigung 
zur Errichtung einer Privatnotenbank, die sofort großen Anklang fand 
und gewaltigen Umsatz erreichte, weil er zu 6% Darlehen gewährte, 
während bis dahin 12% gezahlt wurden. Doch dieses solide Vorgehen 
wurde bald aufgegeben und zu extremeren Mitteln die Zuflucht ge- 
nommen, Die Bank wurde in eine königliche Bank umgewandelt und 
mit einer Notenausgabe von 110 Millionen Livres betraut, denen be- 
sondere Vorzüge vor dem Silber eingeräumt wurden. Im August 1717 
gründete Law dann die sogenannte „Mississippigesellschaft“, um die 
Mississippiländereien, die ihm vom Staate mit vielen Privilegien über- 
lassen wurden, auszubeuten. Das Aktienkapital wurde in 200 000 Aktien 
zu 500 Livres zerlegt, Da das Publikum anfangs die Aktien nicht 
nehmen wollte, so sah sich Law veranlaßt, mit neuen Maßregeln vor- 
zugehen; er inaugurierte ein künstliches Börsenspiel und sicherte den 
Teilnehmern eine Dividende von 12%, zu. Durch Hinzuziehung der 
in Verfall geratenen ostindischen und chinesischen Kompagnie zur 
Mississippigesellschaft suchte er noch mehr Papiere an die Börse zu 
bringen und bildete aus der Vereinigung die „Üompagnie des Indes“, 
Hierzu gab er 50 Millionen neuer Aktien zu 500 Livres aus, auf 
welche die Einzahlung in Raten geschehen konnte; und indem der 
Kurs sofort auf 550 angesetzt wurde, zahlte man eine beträchtliche 
Prämie für den Ankauf von Aktien, zumal mit 500 Livres barem 
Gelde 10 Aktien gezeichnet werden konnten. Das Recht zur Zeich- 
nung einer neuen Aktie machte Law wieder abhängig von dem Be- 
sitze der alten, der Mutteraktien, Außerdem eröffnete Law Tieferungs- 
geschäfte, indem er die Wiederabnahme von Aktien nach einiger Zeit
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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