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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

287 — 
8 57. 
B. Die Unfallversicherung. 
Bödiker, Die Unfallgesetzgebung der europäischen Staaten. Leipzig 1884. 
u. Woedtke, Die Unfallversicherung. Berlin 1895. 
Zacher, Leitfaden zur Arbeiterversicherung. Berlin 1900, 
Ertl. Das österreichische Unfallversicherungsgesetz. Leipzig 1887. 
Bis in die neueste Zeit war, wie oben ausgeführt, der Arbeiter 
in dem Falle einer Verunglückung bei seiner Thätigkeit völlig auf sich 
allein angewiesen. Der Lohn fand ihn auch dafür ab, wenn er durch 
eine Beschädigung bei der Bedienung einer Maschine, Besorgung eines 
wilden Pferdes oder Stieres eine Verletzung davon trug, die ihn nach- 
haltig arbeitsunfähig machte und ihn, wie seine Familie, in die grösste 
Not brachte. Auf der Grundlage des römischen Rechtes stand ihm 
nur eine Schadenersatzklage zu, wenn er nachweisen konnte, dass sein 
Unfall! auf ein Verschulden des Unternehmers zurückzuführen war, 
wenn z. B. bei der Anlage nicht die nötige Vorsicht obgewaltet hatte, 
um Unglück zu verhüten. Natürlich war dieser Nachweis für den 
Arbeiter nur in seltenen Fällen möglich, und wenn er auch dazu im- 
stande war, so fehlte ihm teils das richtige Verständnis für die Sach- 
lage, um einen Prozess anzustrengen, noch häufiger fehlten ihm die 
Mittel, einen solchen durchzuführen, so dass er thatsächlich in den 
meisten Fällen hülflos war. 
Die erste Erweiterung der Haftpflicht des Unternehmers sprach 
der Code Napol6on aus, der ihm auch für Vergehen der Untergebenen 
im Dienste haftbar machte. Hatte also zum Beispiel ein Angestellter 
das Ventil eines Dampfkessels, wie das mitunter geschieht, festge- 
bunden, um eine grössere Dampfkraft zu erzielen, und expliodierte 
infolgedessen der Kessel, so konnten die dadurch verletzten Arbeiter, 
wenn der Angestellte zahlungsunfähig war, sich in Frankreich doch an 
den Unternehmer halten; in Deutschland dagegen nicht. Doch auch 
der Code Napol6&on brachte keine Sicherheit in die Verhältnisse, da 
der Auslegung ein weiter Spielraum gelassen war, und diese je näch 
der Zeitströmung bald zu gunsten des Arbeitgebers, bald des Arbeiters 
angewendet wurde. Eine ganz andere Wendung wurde der bisherigen 
Auffassung durch die Eisenbahngesetzgebung gegeben und vor allem 
war es das preussische Eisenbahngesetz von 1834, welches sich auf 
einen prinzipiell anderen Standpunkt als das römische Recht stellte. 
In demselben wurde dem KEisenbahnunternehmer die Haftpflicht für 
einen jeden durch den Eisenbahnbetrieb verursachten Schaden aufge- 
bürdet, so lange er nicht nachweisen konnte, dass die Verunglückung 
Jurch höhere Gewalt oder durch ein Verschulden des Verunglückten 
herbeigeführt wurde. Damit war also der Spiess umgedreht. Der 
Unternehmer hatte im allgemeinen den Schaden zu tragen und konnte 
sich nur in Ausnahmefällen durch den Nachweis befreien, dass die 
Schuld auf anderer Seite liege, oder überhaupt niemandem zur Last 
gelegt werden könne, also auch wo der Eisenbahn eine Schuld nicht nach- 
gewiesen werden kann, ist sie schadenersatzpflichtig, denn der Grund- 
satz des preussischen Gesetzes ist allmählich in die Eisenbahngesetz- 
vebung fast aller zivilisierten Länder übergegangen, Die römischrecht- 
Bisherige 
Geltung des 
-öm. Rechts. 
Code 
Napoleon. 
£isenbahn- 
v‚esetzgebung.
	        

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Die Untersuchung Landwirtschaftlich Und Gewerblich Wichtiger Stoffe. Verlagsbuchhandlung Paul Parey, 1906.
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