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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

Metadata: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Der Standpunkt des Merkantilismus. 85 
wirtschaft ist eigentlich noch nicht vorhanden. Finanzen, Arbeitsteilung, Verkehr sind 
den Denkern jener Tage integrierende Teile des angeblich durch den Staatsvertrag ent⸗ 
ftandenen Gemeinwesens. Das ganze politische und wirtschaftliche Leben ist ein Mecha⸗ 
ismus, der durch klug ersonnene Gesetze und staatliche Organe zu regulieren ist; die 
scharfsinnigsten Realisten, von Macchiavelli bis auf James Steuart, sehen darin in erster 
Linie eine Schöpfung des Staatsmannes. Und die meisten damaligen Staaten waren 
es auch in ihrer Gruͤndung, wie in ihrer weiteren politischen und wirtschaftlichen Ent⸗ 
wickelung. Vielfach wenigstens mit Blut und Eisen und mit allen Künsten der 
Diplomatie waren aus den kleinen Gebieten, aus den selhständigen Städten und 
Provinzen die größeren Staaten damals hergestellt worden. Überall stand die Herbei— 
ührung gleicher und einheitlicher wirtschaftlicher Ordnungen innerhalb dieser neugebildeten 
Slaaten im Vordergrunde der staatlichen Aufgaben; selbst Colbert hat unendlich mehr 
r die innere Verwaltungseinheit Frankreichs als für dessen Abschluß nach außen 
gethan. Innerhalb der neugebildeten Staaten mit ihrem vergrößerten inneren Markte 
zilt es nun für die entsprechende Zahl Menschen und ihre richtige Verteilung zu sorgen; 
zas Verhältnis der Ackerbauer zu den Gewerbtreibenden nach Zahl und nach Art des 
Austausches beschäftigt die Aufmerksamkeit, ebenso die Frage, ob in jedem einzelnen 
Frwerbszweige die rechte Zahl von Menschen sei; es ist Sache der Regierung, überall 
das Zuviel und Zuwenig, das „Polypolium“ und das „Monopolium“ der Produzierenden 
zu hindern. Die Vorstellung von Angebot und Nachfrage begegnet uns bereits; als 
das Mittel, sie in regelmäßige Berührung zu bringen, erscheint das Geld, die Münze; 
ie Geldcirkulation wird gefeiert als der große Motor des socialen Körpers; sie soll 
befördert werden; eine zunehmende Geldmenge wird ebenso gepriesen wie eine raschere, 
gleichmäßigere Geldcirkulation. Aber abgesehen von wenigen Großkaufleuten, die, schon 
damals an den Sitzen des lebendigsten Verkehrs, teils an sich der Freiheit der Geld— 
irtulation und aller Verkehrstransaktionen vertrauen, teils diese Freiheit in ihrem 
Interesse finden (wie Pieter de la Court in Holland), erscheint diese Cirkulation des 
Feldes und der Waren, welche gerade damals sich außerordentlich vermehrte und 
rusdehnte, niemandem als ein Strom, der sich selbst überlassen werden könne. Man 
ürchtete vom Handwerker die Lieferung schlechter Waren, von der natürlichen Preis⸗ 
hbildung eine Berteuerung, die den Absatz vernichte; man lebte noch ganz in den über— 
eferten Zuständen, welche mit ihren hergebrachten Stapelrechten, Binnenzoͤllen, Markt⸗ 
cechten, ihrem Fremdenrechte leicht jede Anderung und Ausdehnung des Verkehrs 
hemmten. Alles rief nach dem Staatsmanne, der jedem Angebote seinen Absatz ver— 
schaffen, der allen Verkehr von Markt zu Markt, von Stadt zu Land, von Provinz zu 
Provinz und vollends von Staat zu Staat regulieren, der ordnend, Warenschau 
haltend, preissetzend eingreife. Nur so — fand man — könne dieses künstliche Gewebe 
des Verkehrs gedeihen, vor falscher, dem Staate ungünstiger Entwickelung bewahrt 
bleiben. Ein Heißhunger nach wirklicher oder fiktiver Statistik, welche als staatlicher 
Kontrollapparat allen Verkehrsvorgängen dienen sollte, erfüllt die aufgeklärten, am besten 
regierten Staaten von den italienischen Tyrannen des Cinque Cento bis zu den großen 
Regenten des 18. Jahrhunderts. 
Nicht sowohl das Geld als einziger Gegenstand des Reichtums steht so im Mittel⸗ 
punkte der Betrachtung, als die Cirkulation desselben, das Geld als Schwungrad des 
Verkehrs. Da dieses Geld aber obrigkeitliche Münze ist, vom Fürsten geprägt wird, 
da die Staatsgewalt für die genügende Menge verantwortlich ist, so erscheint, zumal 
iu den Staaten ohne Bergwerke, die Pflicht, durch Handelsmaßregeln für die ent— 
sprechenden Geldsummen zu sorgen, als die wichtigste volkswirtschaftliche Aufgabe der 
Regierung. Und da zugleich die neuen Geldsteuern für Heer und Beamtentum nur da 
reichlich fießen, wo Verkehr und Industrie erblüht find, da man diese überall da ent— 
stehen sieht, wo der auswärtige Handel, vor allem der nach den Kolonien, und der 
Handel, der inländische Industriewaren ausführt, gedeiht, so wird die Frage, wie durch 
Kolonialhandel und Manufaktenausfuhr eine günstige Handelsbilanz zu erzielen sei, zum 
Prüfstein der richtigen staatlichen Wirtschaftspolitik.
	        

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