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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Das Klima und seine wirtschaftlichen Folgen. 
131 
Erdoberfläche. Die heiße Zone macht sonach etwa die Hälfte der Erde aus, aber sie 
enthält nur ein Viertel Land, drei Viertel Meer. 
Eine Einheitlichkeit des Klimas ist natürlich auch in der tropischen oder sub— 
cropischen sowie in der gemäßigten Zone nicht vorhanden: See- und Kontinentalklima 
anterscheiden sich ebenso in jeder Zone wie Höhen- und Niederungsklima. Nordamerika 
ist viel kälter als Nordeuropa, weil letzteres mehr den südwestlichen warmen Wasser— 
und Luftströmungen ausgesetzt ist; Rom und Newyork liegen unter demselben Breiten— 
grad, und erstere Stadt ist doch sehr viel wärmer. Es giebt kühle Hochebenen in den 
Tropen und milde Küstenstriche im Polarkreise. Die Erhebung ist im Norden vielfach 
mäßig, im Süden groß, was dort die Kälte, hier die Glühhitze mildert. Endlich ist 
gleiche Wärme und Feuchtigkeit von sehr verschiedener Wirkung bei regelmäßig stark 
hdewegter und bei toter Lust. Starke Luftbewegung regt alles Leben an. Aber wir 
dürfen auf diese Ausnahmen hier nicht eingehen, muͤssen uns begnügen, das Wichtigste 
über die klimatischen Unterschiede der Hauptzonen zu sagen, wobei wir die Wärme und 
ihre Wirkung in den Mittelpunkt der Betrachlung stellen, jedoch zugleich auf die mittlere 
Regenmenge blicken müssen. „Die Wärmetabellen sind eine Stufenleiter für die Haupt— 
bedingungen der Volkswirtschaft.“ Am 90.0 nördlicher Breite ist die Jahrestemperatur 
— 20,0 0, am 65. — 4,8, am 55. 4 2,8, am 45. - 9,6, am 35. - 17,1, am 25. -4 23,7, 
am 15. und 5. -26,8 und 26,10 Celsius. In Bezug auf die mittlere jährliche Regen— 
menge unterscheidet man die niederschlagsarmen Gebiete, welche jährlich nur bis 280 mm 
Regen haben, die mittleren Gebiete mit 250 — 1000 mm und die niederschlagsreichen 
mit über 1000, ja über 4000 mm. Zu den begünstigten mittleren gehören Central— 
und Westeuropa, Ostchina, die Osthälfte der Vereinigten Staaten; das niederschlagsarme 
und darum so vielfach unfruchtbare Gebiet ist viel größer als die beiden anderen Teile 
jusammen. Dazu gehdren Central- und Südafrika, Westamerika, Osteuropa, ein großer 
Teil Asiens und Australiens. Schon in Ungarn und Rußland, vollends in Central— 
asien sinken die Niederschläge bedenklich, hier wie in der Sahara bis auf Null. 
Günstige Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse fördern unter sonst gleichen Ver— 
hältnifsen alles wirtschaftliche Leben, ungünstige hemmen oder vernichten es. Die Pro— 
zuktion der wichtigsten wirtschaftlichen Güuter und aller Konsum ist hievon abhängig. 
Die Größe und Art der Ernten, die verfügbaren Pflanzen und Tiere, die Leichtigkeit 
oder Schwierigkeit ihrer Gewinnung ist vom Klima beherrscht. Ein Bananenfeld der 
warmen Zone, sagt Ritter, ernährt 25-, Humboldt sagt 133mal so viel Menschen als 
ein gleich großes Weizenfeld. Die Arbeit des Familienvaters während zweier Tage 
wöchentlich ernährt am Fuße des merikanischen Gebirges leicht die ganze Familie. Der 
Mensch braucht im Süden weniger Fleisch und Fett, keine Spirituosen, wenig oder kein 
Heizmaterial; seine Wohnung ist leicht herzustellen, seine Kleidung so viel billiger. 
Kurz, die wirtschaftliche Existenz ist sehr viel leichter, es können auf derselben Fläche 
mit geringerer Technik mehr Menschen leben. Selbst in den europäischen Staaten zeigt 
sich meist ein erheblicher klimatischer Unterschied zwischen Nord und Süd, der alle wirt— 
ichaftlichen Sitten beeinflußt. Man ist im Norden etwas häuslicher, sparsamer, meist 
auch arbeitsamer; im Süden lebt man besser, läßt sich mehr gehen. Damit tritt freilich 
auch die Folge hervor, daß die Gunst des Klimas sich in ungünstigere wirtschaftliche 
Eigenschaften der Menschen umsetzen kann und häufig umsetzen wird. Ratzel spricht in 
solchem Zusammenhange von einem Leben in den Tag hinein, von einem allgemein 
proletarierhaften Zug, den die europäischen Völker des Südens hätten. 
Unter den speciellen Wirkungen des Klimas auf das wirtschaftliche Leben möchte 
cch noch die auf die Jahres- und Tageszeiten hervorheben, deren Verschiedenheit nicht 
bloß die Flora der einzelnen Länder und Zonen mit beeinflußt sondern auch die ganze 
Haus- und Landwirtschaftsführung bestimmt und bedingt. Nur in der gemäßigten Zone 
haben wir die uns allbekannten vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und 
Winter nebst den langen Sommer- und den kurzen Wintertagen mit all' ihren Folgen; 
hier ist es nötig, im Sommer und Herbst für den Winter zu sorgen; aller landwirt— 
schaftliche Betrieb, alle Einteilung der Arbeit ist dadurch bedingt; der Mensch wird 
Q*
	        

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