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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Epochen der Technik und der Volkswirtschaft. 227 
als sich begleitende, bedingende Erscheinungen. Aber im einzelnen fällt doch entfernt 
nicht jeder Schritt der einen Reihe mit jedem der anderen zusammen. Es giebt Völker, 
die mit hoher Technik wirtschaftlich zurückgingen, von technisch tieferstehenden überholt, 
ja vernichtet wurden; Völker, die ohne gleich hohe Technik wie andere, sie an geistiger, 
sittlicher und socialer Kultur übertrafen, Völker, die auch wirtschaftlich durch größeren 
Fleiß, bessere sociale und politische Organisation vorankamen, ohne in der gleichen Zeit 
erhebliche technische Fortschritte zu machen. 
Den Beweis für die zuerst genannte allgemeine Wahrheit des Zusammenhanges 
haben wir in unseren ganzen historisch-technischen Ausführungen geliefert. Die Benützung 
des Feuers, die Zähmung des Viehes, die Erfindung der Werkzeuge, der Bau von 
Wohnungen, vollends die moderne Maschine, die heutige Präcisionstechnik sind Stationen 
auf einer ansteigenden Erziehungsbahn, welche den Menschen immer besser versorgten, 
ihn aber auch denken, beobachten, die Zukunft beherrschen lehrten. Mit der höheren 
Technik allein wurden zugleich die größeren, komplizierteren, arbeitsgeteilten socialen 
Körper möglich. Die Organisation derselben aber, die Pflichten der einzelnen in ihnen 
waren immer schwer zu finden. Und deshalb die Möglichkeit der sittlichen Entartung 
bei jedem großen technischen Fortschritt, deshalb die große Frage, ob sofort oder über— 
haupt allein mit der besseren Technik und dem größeren Wohlstand die vollendetere 
gesellschaftliche Organisation gelinge. 
Im ganzen waren gewiß die Völker mit höherer Technik nicht bloß die reicheren, 
sondern auch die herrschenden, die siegreich sich ausbreitenden. Und zwar umsomehr, je 
langsamer früher die Fortschritte der einzelnen sich auf andere übertrugen. Die heutige 
Ausgleichung der Technik zwischen fast allen Völkern und Rassen wird schneller gehen 
als je früher. Ob sie einzelnen der heute in erster Linie stehenden Völker ihren Primat 
entreißt, ob bei der Konkurrenz und dem Ausgleichungsprozesse viele der unentwickelten 
Rassen und Völker durch die unvermittelte Berührung mit hoher Technik leiden oder 
gar zu Grunde gehen, ist schwer sicher zu prophezeien. Die höhere Technik und der 
größere Wohlstand, die zunehmenden Genüsse sind etwas, was erst in langer sittlicher 
Schulung an der Hand bestimmter moralisch-politischer Gesellschaftseinrichtungen ohne 
Schaden erträglich und segensreich wird. 
Als alleinige Ursache der volkswirtschaftlichen Organisation, der jeweiligen wirt— 
schaftlichen Zustände und Institutionen wird kein geschichtlich Unterrichteter die Technik 
und ihren jeweiligen Stand hinstellen wollen. Sie bildet nur ein sehr wichtiges 
Mittelglied zwischen den zwei Hauptreihen der volkswirtschaftlichen Ursachen, den rein 
natürlichen (Klima, physiologische Menschennatur, Flora, Fauna ꝛ⁊c.) und den geistig— 
moralischen. Die drei Gruppen von Ursachen beeinflussen sich gegenseitig, aber keine 
beherrscht ganz die andere. Es giebt kein höheres geistiges Leben ohne technische 
Entwickelung, aber auch keine höhere Technik ohne geistige und moralische Fortschritte, 
größeres Nachdenken, bessere Selbstbeherrschung. 
Die volkswirtschaftliche Organisation in Familien, Gemeinden, Staaten, Unter— 
nehmungen, die sociale Klafsenbildung und Arbeitsteilung ist von der Technik in gewissen 
groben Ümrissen der Struktur stets bedingt. Ackerbauer und Nomaden sind notwendig 
verschieden organisiert; die ältere Ackerbau- und Handwerkstechnik hat die Bauern⸗- und 
Handwerkswirtschaft, die Maschinenwirtschaft den Großbetrieb, die heutige Verkehrs— 
technik große Märkte und Staaten geschaffen; aber keine dieser technischen Ursachen hat 
die Rasseneigenschaften der Menschen, ihre sittlichen Ideale, ihre Institutionen allein 
geordnet, beeinflußt, gestaltet, sondern nur in Verbindung mit ebenso starken, selbständig 
daneben stehenden psychischen Ursachen das einzelne der praktisch historischen Ausgestaltung 
bvestimmt. Wie könnte sonst dieselbe oder eine ganz ähnliche Technik jederzeit so ver— 
schiedene Volkswirtschaften erzeugt haben? Daß dem so sei, haben wir an verschiedenen 
Stellen gezeigt. 
Darum wird aber auch der Stufengang der Technik nicht allein ausreichen, um 
als das allein herrschende Entwickelungsgesetz des volkswirtschaftlichen Lebens zu dienen, 
obwohl in gewissem beschränkten Sinne die Stufen der Technik zugleich gewiß Stufen 
15*
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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