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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Entstehung der Gewerbe. Die handwerksmäßige Arbeitsteilung. 349 
83 ist, daß sie sie von Fremden lernten und durch sie als tapfere Krieger empor— 
tiegen. 
In den homerischen Gesängen tritt zum Schmied und zum Holzarbeiter der Töpfer 
und der Lederbearbeiter, der lederne Schläuche, Riemen, Gürtel, Helmbänder fertigt; 
das Gerben war Sache der Hauswirtschaft, wie bei uns bis tief ins Mittelalter hinein. 
So sind bei allen Völkern, die im Begriff stehen, zu höherer wirtschaftlicher Kultur 
uͤberzugehen, nur einige wenige Arten von Gewerbetreibenden vorhanden, die meist noch 
ähnlich leben wie die anderen Stammesgenossen, aber nebenher für andere um Entgelt 
haͤufig im Umherziehen thätig sind, sofern sie nicht als Sklaven arbeiten; sie sind nicht 
Verkäufer von Waren, sondern von Arbeit, sie sind Lohnwerker. Sie erscheinen je nach 
der Schätzung ihrer Kunst teils als gewöhnliche Bürger, teils als Vornehme, wie die 
erwähnten germanischen Schmiede oder die geistlichen Baumeister, Glockengießer und 
Glasmaler des älteren Mittelalters. Auch als Gemeindebeamte treten sie auf, wie in 
Indien oder im ältesten Griechenland. 
J Eine breitere Ausbildung von arbeitsteiligen Gewerbetreibenden, wie wir sie in 
Agypten schon von 2000 v. Chr., in Indien von 700 -800 v. Chr., in Griechenland vom 
6. Jahrhundert an, in Rom in der späteren Zeit der Republik, in Deutschland vom 
12. und 18. Jahrhundert an beobachten, setzt die Werkzeugtechnik seßhafter Völker, die 
Anfänge städtischen Wesens, der Baukunst, der Metallverwendung, der Markteinrich⸗ 
tungen voraus (vergl. S. 208 -205). Fast überall wiederholen sich dieselben Haupt— 
handwerke: die Bäcker, die Schmiede, die Goldarbeiter, die Zimmerleute, die Wagner, 
die Kürschner, die Gerber und Schuhmacher, die Sattler und Riemer, die Tischler, die 
Toͤpfer, die Maurer, die Färber, die Walker, die Kupferschmiede, bald auch die Maler 
und Metallgießer, die Metzger und die Weber. Wie 8 Handwerksarten schon unter 
König Numänerwähnt werden, so treffen wir mit der Ausbildung städtischer Kultur fast 
uberall die 10—20 Handwerksberufe, die für Jahrhunderte die breitbesetzten bleiben. 
Im 13.— 15. Jahrhundert haben nur wenige Städte über 1220 anerkannte gewerb— 
uͤche Innungen gehabt (Basel 15, Straßburg 20, Magdeburg 12, Danzig 16, Leipzig 
und Köln 26, Frankfurt a. M. 1355 12, 1387 20, 1500 28, 1614 40, nur Wien 
1288 50, 1463 66, Lubeck 1174 80, Bruügge 1868 650, 1562 72). Freilich umfaßten 
einzelne dieser Innungen bereits verschiedene Gewerbe. Wenn man auch die gewerb⸗ 
lichen Beruse besonders zählt, die nur einzelne Vertreter in einer Stadt und kein 
Junungsrecht hatten, einschließlich aller Arten perfönlicher Gewerbe, wie Barbiere, 
Musiker, Tänzer, Lastträger, Messer ꝛc., so ist 200-6500 Jahre nach den Anfüngen 
städtischer Arbeitsteilung die Zahl der zu unterscheidenden Berufe schon nach Hunderten 
zu schätzen. Für das spätere Agypten und Griecchenland ist uns das ebenso bezeugt 
wie für Rom in der Kaiserzeit. Der im Codex Theodosianus aufgeführten aristokratischen 
Handwerke, die von den sordidis muneribus 837 n. Chr. befreit werden, sind es 
allein 838. Für Wien im Jahre 1463 hat Feil schon gegen 100, für Frankfurt 1387 
Bücher 148, 1440 191, bis gegen 1500 gegen 800 Arten, für Rostock 1694 Paasche 
180 Arten von überwiegend gewerblichen Berufen nachgewiesen. Nach Geering sind in 
Basel (14. —15. Jahrhundert) in der Safranzunft allein gegen 100 verschiedene Berufs- 
arten. Und in der Renaissancezeit sowie im 17. und 18. Jahrhundert steigt diese Zahl 
noch. Bratring zählt für die brandenburgischen Städte 1801 467 verschiedene Berufs⸗ 
arten, von denen drei Viertel etwa gewerbliche sind, während für China die Zahl der 
Gewerbszweige neuerdings von kundiger Seite auf etwa 850 geschätzt wird. Für die 
kleine bayerische Stadt Landsberg hat Krallinger nachgewiesen, daß sie 1648 42, 1702 
60, 1792 70, 1888 100 Arten von Gewerbetreibenden hatte. Die Zahl der zünftigen 
Gewerbe hat in den einzelnen deutschen Städten und Ländern im 18. Jahrhundert 
zwischen 25 und 80—100 geschwankt, so daß überall daneben eine große Zahl un— 
zünftiger freilich viel weniger besetzter vorhanden war. Für Paris weist Savary 1760 
120 eigentliche Gewerbekorporationen nach. 
Wir können die ganze gewerbliche Arbeitsteilung dieser Zeit als die Epoche der 
handwerksmäßigen Berufs- und Produktsonsteilung bezeichnen. Sind
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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