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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

290 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
aber wirtschaftlich, oder noch besser, vom Standpunkte der Kon 
sumtion, des Genusses, zeigen sie keine weitere Verschiedenheit. 
Grabein rechtfertigt das Stillstehen der Progression damit, daß in 
jeder Gesellschaft höhere, führende Klassen notwendig sind, deren 
Lebenshaltung höher sein muß, weshalb also die Einkommen nicht 
egalisiert werden dürfen. 
Wenn daher Martello aus dem Umstande, daß die Progression 
bei einem gewissen Punkte innehalten muß, folgert, daß die Pro 
gression unmöglich sei, so ist dies ebensosehr Übertreibung, wie die 
Behauptung, daß die bisher vorgekommenen Progressionen keine 
Progressionen waren. 
Die Furcht vor dem progressiven Steuerfuß ist leicht damit 
zu besiegen, daß der Steigerung in der Weise eine Grenze gesetzt 
wird, daß parallel mit dem progressiven Steuerfuß die Kontingen 
tierung der Steuer in Anwendung kommt. Bei einer mäßigen 
Steigerung ist der Fall nicht denkbar, daß neben kontingentierter 
Steuersumme der progressive Steuerschlüssel eine übermäßige Quote 
der höheren Einkommen in Beschlag nehme. 
Ferner ist es ja leicht zu beweisen, daß die Zunahme des 
Steuerfußes in so minimalem Grade eingerichtet werden kann, daß 
die höchsten Steuerfüße in einer Höhe erreicht werden, wo die 
tatsächlichen Einkommensstufen schon längst nicht mehr Schritt 
halten, jene Stufen in Wirklichkeit nicht vorkommen. 
Übrigens wurde der Frage des progressiven Steuerfußes zu 
große Bedeutung zugeschrieben. Weder vom finanziellen, noch vom 
" sozialpolitischen Gesichtspunkte darf ihm zu viel Gewicht beigelegt 
werden. Es soll damit bloß erreicht werden, daß die größeren 
Einkommen entsprechend ihrer größeren Leistungsfähigkeit in 
stärkerem Maße in Anspruch genommen werden. Der progressive 
Steuerfuß wird mehr als ein Symbol zu gelten haben und als 
solcher kann er gute Dienste leisten. 
14. Jene Bedenken, welche in dem Gefühle wurzeln, daß der 
progressive Steuerfuß zu Mißbrauch Anlaß geben könnte, nament 
lich in Zeiten starker demokratischer Strömungen, beruhen auf einem 
nicht bis ans Ende verfolgten Gedanken. Solche starke Strömungen, 
die sich gegen die großen Einkommen und Vermögen richten, 
werden die progressive Besteuerung auch dann ins Leben rufen, 
wenn dieselbe bisher nicht existierte, ja es werden — wie ja die 
neuesten Gestaltungen zur Genüge zeigen —- auch weit energischere 
Waffen gegen die Privilegien des Privateigentums zur Anwendung 
kommen, ja das Privateigentum als solches vollständig negiert werden, 
wenigstens das an den Produktionsmitteln und monopolistische
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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