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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

72 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [530 
verkehr siegt in den Städten, dringt aber daneben auch mehr aufs platte Land vor; 
das Rechnen in Geldpreisen wird allgemeiner, ohne doch schon die Mehrheit zu beherrschen. 
Die Kunst der Münzprägung machl einige Fortschritte, ist aber in ihrer Technik doch 
im ganzen noch unbefriedigend. Man versteht die kleinen Münzen noch nirgends ganz 
gleichmäßig und nirgends billiger herzustellen. Eine übergroße Zahl kleiner unvoll— 
kommener Münzstätten erhält sich, trotz der beginnenden und nach und nach siegenden 
Verstaatlichung und Centralisierung des Münzrechts und der Münzprägung. 
Die wichtigste Anderung gegen früher war, daß man neben den Pfennigen und 
Halbpfennigen größere Münzen zu schlagen begann, zunächst das Zwölfpfennigstück 
(Florenz 1182 1192, Venedig 1180 — 1194 Frankreich 1200 -1300, Dentschland-Bbhmen 
44. Jahrhundert), die Schillinge oder Groschen; in Lübeck zuerst 1325 Doppelpfennige, 
18365 Schillinge; in Straßburg 1897 die ersten Groschen. In Italien kam frühe der 
Doppelschilling, grosso, zu 24, bald ein solcher zu 36 und 48 Pfennigen auf; Venedig 
schlug zuerst die Großsilbermünze von 240 Pfennigen 1472, die das Vorbild des 
tirolischen und böhmisch-deutschen Guldengroschen oder Thalers wurde. Der Groschen 
hielt ursprünglich 4,6 Gramm fein Silber (der heutige Franc 4,175), er ging freilich 
frühe auf ein Gewicht von 8 und 2,5 (im 14. Jahrhundert) und 1559 auf etwa 
1 Gramm fein herab; sein Feingehalt sank 1800 — 1600 von 16 auf 8 Lot (100 auf 
50 Teile). Eben deshalb wurde als eigentliche Groß⸗ und Handelsmünze zuerst von Florenz 
(1252), dann von Venedig (1284), im 14. Jahrhundert von sehr vielen Münzherren 
der Goldgulden geprägt, der viel leichter gut zu prägen und in gleichem Gewicht und 
in gleicher Feinheit zu erhalten war. Ursprünglich 3,683 Gramm fein Gold, blieb er 
bis 1400 auch im Norden auf 8,4, war am Rhein freilich 1800 2,5; dabei blieb er; 
der venetianische Goldgulden oder Dukat (Zechine) blieb 1282 —1797 auf etwa 8,88 
bis 3,49. Der Goldgulden war ursprünglich als ein Aquivalent von ein Pfund 
Pfennigen (240, oder 20 Schillingen) für den größeren Handel geschaffen worden; sein 
Stellvertreter in Silber, seit 1484 in Tirol, später allgemein in Deutschland als 
Guldengroschen oder Thaler geschlagen, erhielt sich auch als Species- und Konventions⸗, 
als Kronthaler lange gut, sank nur von 27,4 auf 28-285,5 Gramm fein herab, um 
freilich dann im preußischen Thaler 1750 auf 16,7 Gramm fein Silber zu gehen. Der 
amerikanische Dollar mit 24, der russische Rubel mit 18 Gramm fein Silber sind 
ebenfalls Ableger des Species- oder Konventionsthalers. 
Seit so die Groß- und die Kleinmünze nebeneinander bestanden, fuchte der Groß⸗ 
handel mehr und mehr in der bessern, billiger zu prägenden, weniger abgenutzten 
Broßmünge seinen Verkehr abzumachen. Es war damit fuͤr diese Geschäfte eine solide 
Basis gewonnen, wo die Großmünze in genügender Menge vorhanden war. Es lag 
darin ein großer Fortschritt. Die Städte und Gebiete mit relativ früher und reichlicher 
Prägung von Großmünzen waren die, welche mit durch diese Einrichtung wirtschaftlich 
am schnellsten vorankamen. Die Großmünze, von gewissen Handelscentren aus sich 
verbreitend und erst lange nach ihrer Verbreitung von den lokalen Münzgewalten 
nachgeprägt, hatte so von Anfang an einen interlokalen und internationalen Charakter. 
Der Goldgulden ist im 14.—15 Jahrhundert fast eine europäische Münze. 
Lag in der längeren Erhaltung von Gewicht und Feinheit der Großmünze und 
in der bessern Sicherung aller Zahlungen durch fie, sowie in der Erleichterung des 
großen Handels der Fortschritt des europäischen Münzwesens vom 18. —17. Jahrhundert, 
so war die Kehrseite doch nicht minder ins Gewicht fallend; ja, wir werden sagen können, 
daß sie in der Mehrzahl der Gebiete und Zeiträume überwog. Das Problem war ein 
unendlich viel schwierigeres dadurch geworden, daß nun Groß- Mittel- und Kleinmünze, 
Gold- und Silbermünze nebeneinander cirkulieren sollten und zwar so, daß diese ver— 
schiedenen Münzen ein System ausmachten, daß der Goldgulden einen festen Wert in 
Groschen und Pfennigen habe, daß bei der bis ins 16. Jahrhundert fortdauernden 
Rechnung in Pfennigen die Silber, und die Goldgroßmünze, die ja ursprünglich als 
12- und 240. Pfennigstück gedacht, aber schnell im Wert der Pfennige gestiegen war, 
doch auch später in irgend welcher festen und sichern Relation zu den Pfennigen bleibe.
	        

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