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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

76 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [534 
und nur mit Verlust wieder anbrachten. Die Reichen und Sachkundigen hatten in 
der schlechten Münze ein nie versagendes Instrument der Ausbeutung der Schwachen. 
Wenn wir schon aus dem Altertum von Münzaufständen wissen, bei dem Taufende 
umkamen, so steigerte sich auch im Mittelalter die Unzufriedenheit und die Erbitterung 
über falsche und ungerechte Münzmaßregeln oftmals bis zu stuͤrmischen Auftritten und 
revolutionären Bewegungen. Das milderte sich wohl von 1500 -1700, aber verschwand 
nicht. Nicht umsonst erwächst gleichsam die ganze nationaldkonomische Litteratur aus 
den Münzschriften vom 14. -18. Jahrhundert. Aber nur langsam reifte die bessere 
Einsicht, noch langsamer folgte ihr das praktische Handeln gerechter und vernünftiger 
Regierungen. 
Die ganze Epoche, für den größeren Teil Europas die Zeit von 1280 -1300 
bis ins 18. Jahrhundert umfassend, ist ein Beweis für die unendliche Schwierigkeit der 
Aufgabe; es war eine Zeit der Versuche, der verfehlten Anläufe und daneben doch eine 
Zeit der vordringenden Geldwirtschaft mit all' ihren segensreichen Folgen. Das Münz— 
hoheitsrecht erlangt durch die Mißbräuche hindurch seine rechtliche und verwaltungsmäßige 
Ausbildung und Umgrenzung; die Münztechnik vervollkommnet sich; die Münzprägung 
nimmt stetig zu. Von einer festen Währungspolitik aber ist noch nicht die Rede. — 
d) Das Geld-und Münzwesen der großen wohlhabenden Kultur— 
staaten des 19. Jahrhunderts bildet die letzte, für uns die wichtigste Epoche der 
Entwickelung. Es ist die Zeit des vollen Sieges der Geldwirtschaft. Die Staaten, 
welche eine große eigene Edelmetallproduktion haben oder durch günstige Handels— 
beziehungen in den Besitz des nötigen Metalls kommen, prägen nun in ganz anderem Umfang 
als früher; in jedem Staate werden die Verkehrskanäle nach und nach mit einheitlicher, 
einheimischer guter Münze erfüllt. Wenn auch jetzt noch zeitweise gewisse Münzwirren 
nicht fehlen, hier die Ausgabe von Papiergeld, dort Währungsschwankungen oder der Abfluß 
der Münze ins Ausland durch Handelsbilanzeinflüsse Schwierigkeiten schaffen, im gauzen 
haben die befseren Regierungen der europäischen Staaten und der Kolonien mit europä— 
ischer Bevölkerung doch in den letzten 100—150 Jahren endlich wieder ein solches 
Geldwesen geschaffen, wie es Athen von Solon bis zum Tode Alexanders oder das 
römische Reich in den zwei ersten Jahrhunderten des Principats besessen hatten. Die 
hoch entwickelte nationale Volkswirtschaft der Großstaaten drängte auf das Ziel und 
gab in gut geordneten Finanzen die Mittel dazu, wie andererseits die Ausbildung 
dieser Volkswirtschaft und eine gute Finanzwirtschaft nur mit einem richtig geordneten 
Geldwesen möglich war. Glückliche und normale Handelsbeziehungen nach außen ,eine feste, 
starke, weitsichtige Regierung nach innen waren die Vorbedingungen des Gelingens. Das 
zu erreichende Ziel war stets: eine Münze herzustellen, die wertbeständig sei, welche für 
alle Verträge und alle Zahlungsverpflichtungen eines großen Staatsgebietes und einer 
kürzeren oder längeren Zeitdauer die Garantie nicht sowohl gleichen Wertes, als gleicher 
Edelmetallstücke in fich trage. Die Garantie gleichen Wertes ist insofern unerreichbar, 
als das Edelmetall, wie wir später sehen werden, selbst im Wert gegen andere Güter 
Schwankungen unterliegt; aber wenigstens die gleiche Silber- oder Goldmenge muß 
ganz sicher jeder Bürger an jedem Ort und für Jahrzehnte erhalten, der über 100 Mark 
kontrahiert hat. Das Problem war in den großen Staaten an sich nicht leichter, 
jondern schwieriger geworden als früher, aber die Einsicht und Mittel zu seiner Be— 
wältigung waren endlich vorhanden. Wir gehen auf das einzelne im folgenden 
Paragraphen ein, suchen hier nur noch kurz zu formulieren, was wir heute unter Geld 
und Geldwesen verstehen. 
— Wenn heute von Geld schlechtweg die Rede ist, denkt jedermann an ein vom 
Staate gemünztes Edelmetallgeld, das dürch den Warenwert des Edelmetalls feine 
primäre wirtschaftliche, durch den staatlichen Stempel und alle daran sich knüpfenden 
Rechtsfolgen seine sekundäre wirtschaftliche und rechtliche Funktion und Brauchbarkeit 
erhält. Erklärt der Staat ein Stück Blech oder Leder oder Papier durch einen Stempel 
als Geld, und nimmt es als Zahlung an oder wechselt dafür gar stets Edelmetallgeld 
ein, so ist das eine kreditmähige Auweisung auf Geld, es kann an Geldesflalt cittu,
	        

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