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Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Bibliographic data

fullscreen: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Monograph

Identifikator:
1891000233
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-260008
Document type:
Monograph
Author:
Held, Adolf http://d-nb.info/gnd/116681667
Title:
Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1881
Scope:
XIV, 775 Seiten
1 Portrait
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Entwicklung der Grossindustrie.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands
  • Title page
  • Einleitung zur sozialen Geschichte Englands von 1760-1832.
  • Erstes Buch. Soziale und politische Literatur von 1776-1832.
  • Zweites Buch. Entwicklung der Grossindustrie.
  • Erster Anhang. Vortrag über Handwerk und Grossindustrie.
  • Zweiter Anhang. Belegstellen.
  • Index

Full text

Lehrlingswesen. 
431 
beruhen muss — ein Gedanke, der uns bei der Frage der 
Lohnfeststellung noch öfter begegnen wird — und dessen all- 
gemeine Ausführung selbst heute noch zu den unerfüllten Wün- 
schen gehört! 
Deutschland hat in der Zeit des definitiven Untergangs 
der alten Handwerks- resp. Zunft-Ordnung und des Sieges der 
Grossindustrie solche wahrhaft haarsträubende Zustände, wie 
sie uns vom englischen Kaminfegergewerbe, von den Lehr- 
lingen in Birmingham und den Kirchspiellehrlingen berichtet 
sind, nicht erlebt. Wohl aber kennen auch wir den Miss- 
brauch jugendlicher Arbeitskräfte, die nach abgelaufener so- 
genannter Lehrzeit zu nichts zu brauchen sind; wir erleben 
die allgemeinen Klagen über sittliche Verwilderung der Lehr- 
linge, über ungenügende technische Ausbildung der Arbeiter 
bei dem System der freien Concurrenz, über Druck der Löhne 
durch herbeiströmende ungelernte Arbeiter, Und wie in 
England die Wiedereinführung des Gesetzes der Elisabeth 
verlangt wurde, so strebt man bei uns nach Wiederherstellung 
zünftischen Lehrlingszwangs. Hier wie dort ist es insbesondere 
die kleine Industrie, welche sich durch die alte Handwerks- 
ordnung gegen die Wucht der concurrirenden Grossindustrie 
zu schützen sucht und es sind Arbeiterverbände, welche in 
ihrem Streben nach Verringerung des Arbeitsangebots Sehn- 
sucht nach alten Beschränkungen der Arbeiterconcurrenz ver- 
rathen, 
Es haben im Lehrlingswesen in England zu Anfang des 
Jahrhunderts schwere Missstände geherrscht — ein allge- 
meines Zwangsgesetz zu ihrer Hebung wurde: nicht gegeben 
und konnte nicht gegeben werden, sondern langsam nur haben 
die Sitten und die Energie freier Corporationen vieles gebessert. 
Gewiss können Bei uns der Staat, die Städte und die 
grossen Arbeitgeberverbände mehr thun, als in England ge- 
schah”z. B. durch Errichtung von Schulen für Lehrlinge und 
jugendliche Arbeiter. Es braucht nicht Alles dem natürlichen 
Drang der Verhältnisse, ein neues Gleichgewicht zu finden und 
dem kämpfenden Streben der Arbeiterverbände überlassen zu 
werden — das aber lehren wohl die englischen Vorgänge
	        

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Zwei Bücher Zur Socialen Geschichte Englands. Duncker & Humblot, 1881.
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