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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

98 
an früher Gesagtes erinnern darf, das so entstandene Völkerrecht 
»inen anderen Inhalt als das Individnalrecht, auf das es sich 
bezieht. 
Zu abweichender Ansicht über die hier behandelte Frage 
zönnte man nur auf zwei Wegen gelangen, und beide hat man 
petreten. ') 
Bekanntlich ist die Geschichte der Völkerrechtswissenschaft 
aufs Engste verwachsen mit der Geschichte des sogenannten Na- 
turrechts. Mit diesem schloss sie bei ihrer Begründung durch 
Hugo Grotius einen innigen Bund, wirksam in der Litteratur und 
seit Pufendorf in der akademischen Lehre. Erst allmählich wurde 
das Band, das beide verknüpfte, für das Völkerrecht zur drücken- 
jen Fessel. Abgestreift ist diese noch längst nicht. Und daraus 
arklärt sich, dass auf die Vorstellungen über das Verhältniss von 
Völkerrecht und Landesrecht bis in unsere Zeit hinein die natur- 
rechtliche Rechtsauffassung einen bestimmenden Einfluss geübt 
hat. Ich nehme hier keine Rücksicht darauf, dass viele der 
älteren Publieisten neben dem natürlichen ein positives Völkerrecht 
anerkennen. Ich denke nur an die Doktrin, soweit sie sich das 
Völkerrecht oder einen Theil des Völkerrechts als Naturrecht 
denkt. Führt man nun neben diesem Völkerrechte, als dem 
zwischen den Staaten geltenden Rechte, auch das in den Staaten 
bestehende Recht auf die Natur oder die Vernunft oder eine diesen 
gleich behandelte Quelle zurück, so gelangt man statt zu einem 
Dualismus der Quellen für Völker- und Landesrecht zu einer ein- 
richtigen Gedanken durchschimmern. Dem Völkerrechtssatze, der dem Staate die 
Anwendung ausländischen Rechts bei seiner Rechtsprechung zur Pflicht macht, 
korrespondirt ein Landesrechtssatz, der dem Richter die Anwendung gebietet. 
Es handelt sich um einen, wie wir später sagen werden, „völkerrechtlich ge- 
botenen“ Satz des Landesrechts. Nur ist eben der angebliche Satz des Völker- 
rechts nicht gleichzeitig Landesrecht, bekanntlich auch nicht ü berall vom 
Landesrecht beachtet. Und sein Inhalt ist ein anderer als der des Landes- 
„echtssatzes. Jener statuirt, wie ja K. richtig bemerkt, eine Pflicht des Staats 
gegen den andern Staat, dieser eine Pflicht des Richters gegen seinen Staat. 
— 8. jetzt auch Zitelmann, Intern. Privatrecht. I S. 196 £ 
{) Ich muss im Folgenden mehreres wieder berühren, Was schon einmal 
besprochen wurde. Die Darstellung erhält dadurch allerdings eine gewisse 
Breite. die ich bedauere, aber nicht vermeiden kann.
	        

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Völkerrecht Und Landesrecht. Mohr Siebeck, 1907.
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