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Völkerrecht und Landesrecht

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerrecht und Landesrecht

Monograph

Identifikator:
189206295X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-239471
Document type:
Monograph
Author:
Triepel, Heinrich http://d-nb.info/gnd/117417920
Title:
Völkerrecht und Landesrecht
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr Siebeck
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 452 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerrecht und Landesrecht
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Völkerrecht und Landesrecht als Gegensätze
  • Zweites Kapitel. Das Verhältniss der Rechtssätze
  • Drittes Kapitel. Das Verhältniss der Rechtsquellen
  • Sachregister

Full text

23% 
Landesrecht geradezu angewiesen wegen des Charakters der 
Beziehungen, die es zu normiren hat. Das Völkerrecht regelt das 
Zusammenleben der Staaten. Nun ist es aber erst seine durch 
eigene Rechtssätze bewirkte Organisation, die den Staat willens- 
und handlungsfähig macht. So oft also das Völkerrecht an eine 
Willensbethätigung des Staates rechtliche Folgen knüpft, bezieht 
es sich auf diejenigen organisatorischen Regeln des staatlichen 
Rechts, aus denen sich ergiebt, welcher Wille welcher Individuen 
als Staatswille, welche Handlung welcher Individuen und unter 
welchen Voraussetzungen sie als Staatshandlung zu betrachten 
ist.!) Dazu kommt, dass auch die räumliche und persönliche 
1) Es sollte nicht bestritten werden, dass in dieser Hinsicht das „all- 
gemeine‘ Völkerrecht stets Blankettrecht ist, dass es sich nicht willkürlich 
über die landesrechtlichen Kompetenzbestimmungen hinwegsetzt, dass es, wie 
Bluntschli, Völkerrecht, S. 113 sagt, „den Staat zu nehmen hat, wie er 
ist“, Mit Unrecht beruft man sich für das Gegentheil auf die Thatsache, 
dass auch die von Usurpatoren geschlossenen Staatsverträge den Staat 
binden. (Tezner, Zeitschr. f. d. Privat- u. öff, Recht XX S. 131.) Denn 
das tritt sicherlich nicht vor dem Zeitpunkte ein, in dem der Usurpator die 
Staatsgewalt so fest ergriffen hat, dass auch nach Innen die „Verbindlichkeit“ 
seiner Regierungsakte keinem Zweifel mehr unterliegt. Eher könnte man 
versucht sein, nach der entgegengesetzten Richtung eine Durchbrechung des 
von uns behaupteten allgemeinen Grundsatzes anzunehmen, indem man sagte, 
selbst die Erklärungen eines legitimirten Usurpators brauchten nicht als 
staatliche Willenserklärungen im völkerrechtlichen Verkehre zu gelten, wenn 
nämlich die anderen Staaten die auf revolutionärem Wege entstandene Re- 
gierung auch jetzt noch nicht anerkennen. Allein auch das wäre verfehlt; denn 
die Nichtanerkennung bedeutet nicht mehr als die Weigerung, mit der neuen 
Regierung diplomatischen Verkehr zu unterhalten (richtig erkannt bes. von 
Brockhaus, Das Legitimitätsprinzip. Leipzig 1868, S. 297); eine Weigerung, 
die Akte des legitimirten Herrschers als Staatsakte anzusehen, ist an und für 
sich rechtlich nicht begründet, wie umgekehrt die Anerkennuug einer legi- 
timen oder legitimirten Dynastie oder einer legal begründeten Thronanwart- 
schaft (vergl. z. B. Londoner Vertrag vom 11. Mai 1867, M. N. R. G. XVIIL 
p- 445, Art. 1 hinsichtlich des Hauses Nassau in Luxemburg; Frankfurter 
Vertrag vom 10. Juli 1819, M. N. R. IV p. 634, Art. 2 hinsichtlich der 
Grafen Hochberg in Baden) ohne rechtliche Bedeutung ist. Selbst die 
legitimistische Politik der Ostmächte nach dem Wiener Kongress lässt sich 
nicht als Versuch bezeichnen, die völkerrechtliche Relevanz staatlicher Ver- 
fassungen für den Fall zu beseitigen, dass die. Verfassung ein Kind der Re- 
volution ist. Denn diese Politik ging ja im Grunde gerade von dem Prinzip 
aus, dass die revolutionär entstandene Verfassung auch staatsrechtlich un- 
heilbar illegitim sei. Zuzugeben ist nur, dass der allgemeine Grundsatz durch 
besondere Vereinbarung eingeschränkt werden kann. Wenn z. B. ein
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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