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Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892065975
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236173
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Volume count:
Bd. 5, Hälfte 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1894
Scope:
XIII, 358 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Entwicklung der individualistischen Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Vierzehntes Buch. Erstes Kapitel. Die habsburgische Hausmacht unter Kaiser Maximilian I. ; Königtum und ständischer Föderalismus
  • Zweites Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Wandlungen vom 14. zum 16. Jahrhundert
  • Drittes Kapitel. Entwicklung der individualistischen Gesellschaft
  • Viertes Kapitel. Erste Blüte individualistischen Geisteslebens
  • Fünfzehntes Buch. Erstes Kapitel. Religiöse Bewegung ; Luther
  • Zweites Kapitel. Weiterbildung der religiösen Ideen, soziale Revolution

Full text

140 
Vierzehntes Buch. Drittes Kapitel. 
lichen Genossenschaft, nur langsam zu freierer Lebenshaltung des 
einzelnen emporstrebend. Wir glauben den Prozeß, der später 
in anderem Zusammenhange genauer zu schildern sein wird, 
gleichsam vor uns zu sehen, betrachten wir die Familienbilder 
etwa Jan Steens im Haag, wo Generationen von Großeltern 
Kindern und Enkeln gemeinsam nach altem Schema und doch 
schon mit ganz individuellen Köpfen dargestellt sind, oder jene 
Tafel Jan von Schoorels in Utrecht, auf der 38 Utrechter 
Geistliche und Bürger abgebildet sind, die im Jahre 1525 in 
der uralten Art genossenschaftlicher Reise eine Pilgerfahrt nach 
Jerusalem gemacht hatten: gleichwohl eine lange Reihe außer— 
ordentlich charaktervoller, völlig moderner Köpfe. 
Auch auf dem Gebiete des Rechtslebens dauerte der Kampf 
zwischen Alt und Neu Generationen hindurch und schwankte 
wiederholt in seinen einzelnen Phasen. Schon für die Ver— 
fassung der Familie blieb das charakteristische Beispruchsrecht 
des nächsten Erben noch lange wenigstens in der Form erhalten, 
daß der nächste Erbe die Veräußerung von Erbgut anfechten 
konnte. Freilich: stimmte er zu oder verschwieg er sich, so 
fiel jede weitere Anfechtung hinweg. Immerhin faßt diese 
Regelung des Erbrechts die Familie noch im Rahmen der 
Geschlechtsfolge als eine vornehmlich rechtliche Einrichtung. 
Und das war auch sonst die Anschauung. Selbst Luther noch 
erschien die Ehe zunächst als ein auf sinnlich-körperlichen An— 
ziehungskräften beruhendes Rechtsverhältnis, wenngleich er sie 
von freier sittlicher Erwägung her zu einer untrennbaren Ver— 
hindung göttlichen Rechts stempeln wollte, ohne doch hierfür 
den sakramentalen Zwang der mittelalterlichen Kirche heran— 
zuziehen: das Verlöbnis schon sollte nach ihm die Ehe schließen, 
nicht erst die copula carnalis des kanonischen Rechtes. Aber 
er war sich dabei wohl bewußt, daß er mit dieser Auffassung, 
die in Ehe und Familie vor allem eine sittliche, keine sinnliche 
Gemeinschaft sieht, unter den Zeitgenossen noch vereinzelt da— 
stand. Darum sprach er es aus: „In diesen Dingen möchte 
ich keine Bestimmungen treffen, obgleich ich von nichts lieber
	        

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Deutsche Geschichte. Gaertner, 1894.
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