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Neuere Zeit (Abt. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Neuere Zeit (Abt. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892067714
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-237124
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neuere Zeit
Volume count:
Abt. 2
Place of publication:
Freiburg im Breisgau
Publisher:
Heyfelder
Year of publication:
1906
Scope:
XIV S., S. [399] - 873
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Türkenkriege und spanischer Erbfolgekrieg; Österreich europäische Großmacht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Einundzwanzigstes Buch // Erstes Kapitel. Deutschland unter den politischen Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges
  • Zweites Kapitel. Türkenkriege und spanischer Erbfolgekrieg; Österreich europäische Großmacht
  • Drittes Kapitel. Die norddeutschen Staaten und der nordische Krieg; Entwicklung des preußischen Königtums
  • Viertes Kapitel. Erste Waffengänge Österreichs und Preußens; Preußen europäische Großmacht
  • Index

Full text

Türkenkriege u. spanischer Erbfolgekrieg; Osterreich europ. Großmacht. 52) 
oder Klagenfurt oder Laibach zu schweigen. Des weiteren 
durchzog den Norden der gewaltige Handelsstrom der Hansa, 
indem er zugleich eine leichte Verbindung mit Rußland, den 
nordischen Ländern, den Niederlanden und England herstellte; 
dem Südosten dagegen stand in der Richtung seiner natürlichsten 
Entwicklung, donauabwärts, eine Mauer orientalischer Unkultur 
entgegen, während der Aufstieg zum eigentlichen Deutschland 
begrenzt war und Venedig die Herrschaft der Adria an sich 
gerissen hatte. 
Was alle diese Momente bedeuteten, ergibt sich leicht, wenn 
man sich vergegenwärtigt, daß der geschichtliche Fortschritt 
wesentlich auf der Herstellung wirklicher seelischer Beziehungen 
zwischen denjenigen Menschen beruht, die durch irgendwelche 
Ereignisse zu einer staatlichen oder sonstigen menschlichen Ein⸗ 
heit zunächst äußerlich zusammengeschlossen sind. Woher sollten 
da in den habsburgischen Landen die autonomen Antriebe des 
Kulturlebens zu staatlicher Zentralisation kommen? Das 
Herrscherhaus wurde von ihnen so wenig unterstützt, daß es, 
wie wir wissen, selbst für die Erblande, da wo es unbeschadet 
der dynastischen Rechte hätte gewagt werden können, das alte 
Prinzip dynastischer Teilung noch nicht ganz oder wenigstens 
nur sehr allmählich verlassen hat. 
So ließ sich also voraussehen, daß es trotz aller Versuche 
der einzelnen Herrscher und trotz der günstigen Zeitströmung, die 
überall mit dem Begriffe der Staatswohlfahrtspflege zentralistische 
und absolutistische Fortschritte zuließ, ja forderte, sowie trotz der 
günstigen Wirkungen des römischen Rechts in gleichem Sinne 
zu einer stärkeren Zentralisation im 16. Jahrhundert und der 
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht kommen würde. 
Was aber eine Voraussicht in dieser Richtung besonders 
leicht machte, das war doch die Tatsache, daß es überall in 
den habsburgischen Ländern des 16. Jahrhunderts ein überaus 
kräftiges ständisches Element gab, das sich als Träger der 
lokalen Interessen gegenüber den zentralen, der sozial— 
aristokratischen Zustände, wie sie bestanden, gegenüber den 
monarchischen Forderungen des Herrscherhauses fühlte.
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1906.
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