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Neueste Zeit (Abt. 3)

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Bibliographic data

fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892072254
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-237894
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Neueste Zeit
Volume count:
Abt. 3
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Weidmann
Year of publication:
1907
Scope:
XII, 539 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Kapitel. Fortschritte des politischen Denkens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neueste Zeit (Abt. 3)
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Die Frühromantik
  • Zweites Kapitel. Die Spätromantik
  • Drittes Kapitel. Beginnender Realismus
  • Viertes Kapitel. Politische Restauration; wirtschaftliche Fortschritte
  • Fünftes Kapitel. Fortschritte des politischen Denkens
  • Index

Full text

Fortschritte des politischen Denkens. 463 
ergeben. Doch war man dabei in den Zeiten des Individualismus 
nicht eben viel über die allgemeine Problemstellung hinaus— 
zgekommen: wie denn schließlich ein Staat unter Zulassung des 
neuen Prinzipes im einzelnen organisiert sein müsse, davon 
war wenig die Rede gewesen. 
Bei dieser Entwicklung der neuen staatstheoretischen An— 
fänge gab nun im 19. Jahrhundert nicht so sehr die Lehre 
von der Teilung der Gewalten, auch nicht die Verkündigung 
der Menschenrechte, die viel zu sehr ins allgemeine verlief, wie 
bielmehr die Theorie von der Volksvertretung den Ausschlag. 
War aber hier das, was Westeuropa gelehrt hatte und 
lehrte, für eine wahrhaft deutsche und wahrhaft subiektivistisch 
organische Staatsauffassung brauchbar? 
Das Repräsentativsystem der englisch-französischen Doktrin 
war noch durchaus eine Schöpfung des Individualismus, des 
Rationalismus, der Aufklärung. Es ging von dem Gedanken 
einer auf Kollektivvollmacht begründeten Stellvertretung aus: 
einer Vorstellung, die, mit dem Gedanken eines staatlichen 
Organismus unvereinbar, noch heute organischer Durchbildung 
zustrebende Staaten immer und immer wieder dem Radikalismus 
zutreibt. Denn im Grunde sieht diese Theorie nur den isolierten 
und in allen Exemplaren gleichartig gedachten einzelnen als 
das konstituierende Element alles Staatslebens an; kennt also 
keine organische Vertretung der einzelnen nach ihrer Ver— 
schiedenartigkeit durch Gesellschaftskörper innerhalb des Staates, 
denen sie angehören, und dementsprechend auch nicht die Be— 
trauung dieser Gesellschaftskörper mit den ihrer Wichtigkeit 
entsprechenden öffentlichen Funktionen. 
Danach ist klar, daß diese rein äußerlichen, im Grunde 
mechanischen, antiorganischen Anfänge moderner Staatstheorie 
die Entwicklung einer wirklich organischen Staatslehre nur zu 
hindern und nur zu leicht vor allem da zu untergraben ver— 
mochten, wo man, wie im Lager alles Liberalismus, dem 
einzelnen doch auch innerhalb des organischen Staates an 
erster Stelle seine Freiheit zu wahren bestrebt war. 
Auf deutschem Boden wurde die Schädlichkeit dieser Über—
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1907.
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