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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

790 
IV. Öffentliches Recht. 
geber und Arbeitnehmer!. Die Tätigkeit des Reichs-Versicherungsamts ist eine verwaltende 
namentlich liegt ihm die Aufsicht über die Berufsgenossenschaften ob) und eine recht— 
sprechende. Die letztere Tätigkeit wird ausgeübt durch eine Anzahl von Senaten. 
Neben dem Reichs-Versicherungsamt bestehen in verschiedenen Staaten? Landes- 
Versicherungsämter, deren Wirksamkeit sich ausschließlich auf diejenigen Berufs— 
genossenschaften beschränkt, welche nur solche Betriebe umfassen, deren Sitz im Gebiete 
des betreffenden Bundesstaates belegen ist (H.G. 88 21 u. 22). 
3. Außer den Schiedsgerichten und dem Reichs-Versicherungsamt (bezw. den Landes— 
Versicherungsämtern) nehmen an der praktischen Durchführung der Unfall-(und auch In— 
validen vversicherung die Postverwaltungen teil. Auf Anweisung der Genossenschafts⸗ 
vorstände erfolgt die Auszahlung der Unfallentschädigungen durch die überall im Deutschen 
Reiche, in allen nicht ganz unbedeutenden Orten befindlichen Postanstalten. Nach Ablauf 
eines jeden Rechnungsjahres erfolgt die Abrechnung zwischen den Postverwaltungen und 
den Trägern der Unfallversicherung. Ein Anspruch auf Zinsen für die geleisteten Vor— 
chüsse ist den Postverwaltungen gegenüber den Trägern der Unfallversicherung nicht ge— 
währt (G. U. B.G. 88 97 u. 98, 8. U. V.6. 88 108 u. 104, B. U. V. G. 8 837 Abs. 1 
und S. U. V.G. 88 101 u. 102). 
II. Der Gang des Verfahrens bei Streitigkeiten über Entschädigungsansprüche 
ist folgender*: 
1. In erster Instanz entscheiden nach einer polizeilichen Unfallunter— 
suchung und nach sonstigen eigenen Ermittelungen die Feststellungsorgane der 
Berufsgenossenschaften oder sonstigen Träger der Versicherung. (Es sind dies entweder 
der Genossenschafts⸗ oder der Sektionsvorstand oder auch besondere Kommissionen.) Eine 
nündliche Verhandlung ist gesetzlich nicht vorgesehen. Den Beteiligten sind aber die 
Unterlagen für die demnächstige Entscheidung (namentlich die Ermittelungen über die 
Lohnverhältnisse, die ärztlichen Gutachten) behufs Gegenerklärung mitzuteilen?. Die 
Entscheidung erfolgt in der Form eines schriftlichen Bescheids, der eine Rechtsmittel⸗ 
belehrung (sog. Berufsklausel) enthalten muß. Ver Bescheid wird rechtskräftig, wenn er 
aicht innerhalb eines Monats nach Zustellung mit der Berufung angefochten wird 
G.U. V. G. 88 68 ff., L. U. B. G. 88 70ff. B. uV. G. 8 87, S. U. V.G. 88 68 ff.). 
2. In zweiter Instanz entscheiden die Schiedsgerichte für Arbeiter— 
persicherungs. Das Verfahren beruht in der Hauptsache auf der kaiserlichen 
Verordnung, betreffend das Verfahren vor den Schliedsgerichten für 
Arbeiterversicherung, vom 22. November 1900. 
Das Rechtsmittel der Berufung ist binnen einem Monat nach der Zustellung des 
Bescheids bei dem Schiedsgericht einzulegen. Die Frist gilt als gewahrt, wenn die Be— 
rufungsschrift rechtzeitig bei einer anderen Behörde oder einem Genossenschaftsorgan ein⸗ 
gegangen ist. Es folgen ein Schriftwechsel der Parteien, vorbereitende Beweiserhebungen 
und sonstige Ermittelungen vor dem Termin und sodann die mündliche Verhandlung 
or dem Schiedsgericht. Die mündliche Verhandlung beginnt mit einer Darftellung des 
Sach- und Streitstandes durch ein Gerichtsmitglied (Berichterstatter), woran sich die Aus— 
führungen der Parteien anschließen. Die Verhandlung enbigt mit einem Urteil oder auch 
Vergleich der Varteien, erforderlichenfalls mit einem Beweisbeschlute Fie Entscheidung 
— n 
Also überall Beteiligung der Arbeiter an der Rechtsprechung, aber auch in gewissen Grenze 
an der (3. B. —— bei dem Erlaß von Unfallverhütungsvocschristen und bei den 
volizeili Unfalluntersuchungen) 
olizei ig unin De ehech. Baden, Hessen, die beiden Mecklenburg und Renß Greigho. 
Zu vergl. das Nähere bei Dr Sa ß, Proözeßrecht in Ünfallverficherungssachen Verlin —*— 
Lin Verstoß gegen diese Vorschrift dildet einen wesentlichen Mangel dee Verfahrens, wege 
dier höhere Instang ur Zurückverweifumg der Sache an die Vernse genessenait bedechiet. Zu 
R.E. 1923, A. R. 1902, 8. 370 l. oben 
gi , In gewissen Fällen die Schiedsgerichte der besonderen Kasseneinrichtungen. Zu vergl. 
iff. II. i 
Kine Berpflichtung zur Beeidigung der Zeugen und Sachverständigen befteht nicht (zu 
—⏑—
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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