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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1895543282
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242408
Document type:
Monograph
Author:
Munro, Joseph Edwin Crawford http://d-nb.info/gnd/1113111038
Title:
The Constitution of Canada
Place of publication:
Cambridge
Publisher:
Univ. Press
Year of publication:
1889
Scope:
XXXVI, 356 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

1 II. Das Jch in staatlicher Erziehung 
langen, endlosen Reihen aufmarsschieren, bis seine Gedanken über 
ihre eigenen Beine stolpern. Daß die Sprache, um Bewegung aus- 
zudrücken, eine besondere Wortform, das Verbum, ausgebildet hat, 
das hat der Normaldeutsche vergessen, wenn er's je gewußt hat. 
Unter dieser Schwerfälligkeit der Formung leidet aber mit Natur- 
notwendigkeit das Denken selbst. Wenn das Denken schon an die 
Form der Sprache gebunden ist, so muß es da verkümmern, wo die 
Form nicht rasch und leicht genug gehandhabt wird, um dem 
natürlichen Tempo des Denkens folgen zu können. Einem Volke, 
das minder schwerfällig und begriffsstutzig in seinem 
Denken gewesen wäre, als das deutsche, hätte die flinke 
und gewandte Lügenpropaganda des Landesfeindes im 
Kriege nicht halb so zusetzen können, wie sie es uns getan 
hat. Und man soll nur nicht überlegen lächeln, wenn auch hieraus 
und gerade hieraus die Notwendigkeit abgeleitet wird, den Unter- 
richt in der Muttersprache, als einen organischen Bestandteil staat- 
licher Erziehung, mit ganz andern Augen anzusehen, als es bisher 
auch da üblich war, wo man ein Herz für die Muttersprache hatte. 
Entweder, die Masse deutscher Ichs lernt sich geistig fixer drehen 
und wenden, als es des Landes bisher der Brauch war, oder das 
Tempo des Lebens der Kulturmenschheit, das sich von Jahr zu 
Jahr — nicht mehr von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, oder gar erst von 
Jahrhundert zu Jahrhundert! ~ merkbar steigert, geht doch noch 
über uns hinweg. 
Man kann eine Fähigkeit — glücklicherweise! ~ nicht formal 
ausbilden, ohne ihrer Betätigung einen Inhalt zu bieten. Man 
wird, schon um kostbare Jugendkraft nicht unnütz zu vergeuden, bei 
der staatlichen Erziehung streng darauf zu achten haben, zur for- 
malen Bildung unentbehrlicher Fähigkeiten nur solchen Stoff zu 
verwenden, der für das praktische Leben gleichfalls unentbehrlich ist. 
Also bei der Mathematik nur das, was jedermann wissen muß, um 
mit dem Tempo des Lebens von heute Schritt halten zu können. 
Und bei der Sprache? Kein Ich wird eine Sprache, auch seine 
Muttersprache nicht, völlig beherrschen lernen, wenn es nur von 
außen her in die Mechanik ihres grammatischen Gefüges eingeführt 
D /
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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