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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

32 
IV. Offentliches Recht. 
IV. Das Pfandrecht, das Recht, fremdes Staatsgebiet zur Sicherheit für die 
Erfüllung einer Forderung in Besitz zu nehmen. Der Gläubiger erlangt nur das Recht 
zum Besitz, nicht die Fähigkeit, sich ebentuell durch Verkauf des Pfandes Befriedigung 
zu verschaffen. Er behaͤlt den Besitz, bis ihm die geschuldete Leistung zuteil wird. Das 
Pfandrecht kommt mit Übertragung der Verwaltungs— und Nutzungsrechte und ohne solche 
bor. Oft wurde es zur Sicherung für die Geldschuld eines Staats an den anderen 
begründet. Vgl. Versailler Friedenspräliminarien vom 26. Februar 1871 Art. 8, 
Frankfurter Friede vom 10. Mai 1871 Art. 7 u. 8 (Geffcken a. a. O. Bd. II S. 118, 
151). Zur Sicherung einer Leistung politischen Inhalts wurden Teile des französischen 
Ztaatsgebiets in Art. 6 des Pariser Friedens vom 20. November 1815 verpfändet 
Martens, Nouveéau recueil, Bd. II S. 682). — Über die Verpfändung Wismars seitens 
Schwedens an Mecklenburg-Schwerin (Vertrag von Malmö 26. Juni 1808, Martens, 
kecueil, 2. Aufl. Bd. VIII S. 54) vgl. Schmidt: Der schwedisch-mecklenburgische Pfand⸗ 
vertrag über Stadt und Herrschaft Wismar, Leipzig 1901. 
2 
X 
20 
b) Beschränkungen im Interesse der Schiffahrt. 
Viteratur. Caratheodory: Du droit international concernant les grands cours d'eau, 
Leipzig 1861; Engelhardt: Du xrégime conventionnel des fleuves internatispaus, Paris 1879; 
pie Histoire du droit fluvial conventionnel, Paris 18895 Orban: Fludeé doe droit fluvial 
aternational, Paris 1896; Stoerk: Studien zum See- und Bimen-Schiffahriorecht, in Stengels 
Wörterbuch des deutschen Verwaltungsrechts, Ergänzungsbaud Ni, FreibuctgW1897 
L. Die Flüsse. Kraft seiner Gebietshoheit darf der Staat die Benutzung des 
ihm gehörigen Flußlaufes nach Belieben regeln. Insbesondere kann der stromabwärts 
zelegene Staat dem stromaufwärts gelegenen und seinen Angehörigen den Zugang zum 
Meere versperren oder ihn an die Erlegung hoher Abgaben binden“ An diesem System 
haben die Staaten im 17. und 18. Jahrhundert feftgehalten. Die erste französische 
Republik hat mit ihm in Europa gebrochen, indem sie am 16. November 1792den 
Grundsatz aufstellte: qu'umd nation ne saurait sans injustice préêtendre au droit 
l'oceuper exclusivement le canal d'une rivière et d' empécher que les peuples voisins 
Jui bordent les rivages supérieurs ne jouissent du même avantage. Durch eine 
Reihe von Verträgen verschaffte Frankreich diesem neuen Grundsatz Geltuug. In Verfolg 
ꝛes Art. 5 des Pariser Friedens vom 80. Mai 1814 (Martens: Nouveau recueil, Bd. II 
Z. 1) hat der Wiener Kongreß Schiffahrtsakten für Rhein, Neckar, Main, Mosel, Maas und 
Schelde ausgearbeitet (Anlage 16 der Wiener Kongreßakte, ebenda S. 486), zugleich aber 
auch allgemeine Grundsätze über die Freiheit der Schiffahrt auf den in ihrem schiffbaren 
Laufe das Gebiet mehrerer Staaten trennenden oder durchlaufenden Stroͤmen aufgestellt 
Kongreßakte Art. 108 — 116, ebenda S. 427). Diese allgemeinen Grundsätze sind nicht 
ohne weiteres auf andere Flüsse anwendbar, sondern erst auf Grund eines Ausführungs⸗ 
bertrags der Uferstaaten. Zum Abschluß solcher Verträge nach Maßgabe der allgemeinen 
Brundsätze haben sich die Kongreßmächte aber wechselseitig verpflichtei. Das neue inter⸗ 
aationale Flußschiffahrtsrecht wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts noch auf folgende 
Ströme zur Anwendung gebracht: Elbe, Weser, Oder, Weichsel, Niemen, Po, Vruth, 
Donau, Amazonenstrom. Rio de la Plata, Kongo und Niger. 
Auf diesen Strömen ist die Handelsschiffahrt von dem Punkte an, an dem die 
Schiffbarkeit beginnt, bis ins Meer hinein und umgekehrt für jedermann frei. Die Küsten— 
chiffahrt (Kabotage, d. h. Beförderung der Güter von einen zum anderen Hafen des 
nämlichen Staats) ist nicht unbedingt frei. Zur Schiffahrt gehört auch die notwendige 
Benutzung des Ufers, insbesondere des deinpfads, und das Anlegen. Die Abgaben sollen 
eine Cinnahmequelle für die Staaten bilden, sondern nur die Unterhaltungskosten decken; 
sie sind für alle Flaggen die gleichen; in der Regel werden sie von den Uferstaaten 
gemeinschaftlich festgestellt. können dann nicht einseilig erhöht werden. Duͤrchgangssölle
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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