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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

1. G. Anschütz, Deutsches Staatsrecht. 623 
zuge eines bestimmten Reichsgesetzes erlassenen („selbständigem?) militärischen Ver— 
waltungsverordnungen lassen sich in zwei Gruppen scheiden: Armeebefehle und 
Armeeverordnungen (s. Hecker, Art. Armeebefehl und Armeeverordnung, in 
o. Stengels Wörterb. d. deutsch. Verwaltungsrechts). Zur Kategorie Armeebefehl 
gehören alle Verordnungen, welche sich als Ausfluß der militärischen Hommandzgewalt 
darstellen. Da nun (s. unter b, S. 624) die Kommandogewalt als solche, als Ganzes 
dem Reiche übertragen ist und namens desselben vom Kaifer ausgeübt wird, so erhellt, 
daß insoweit, im sachlichen Umfange der Kommandogewalt, auch das Ver— 
ordnungsrecht dem Reiche ausschließlich gehöri. Kein anderer als der 
Kaiser namens des Reichs kann demnach Verordnuͤngen erlassen, welche die Einübung 
und Ausübung des Waffenhandwerkes unmittelbar oder mittelbat betreffen und an die 
hewaffnete Macht sich richten. Es gehören hierher: organisatorische Bestimmungen, 
Formation der gesetzlich nicht festgelegten Cadres, Exerzierreglements, Schießvorschriften, 
Felddienstordnungen, Manöver- und Mobilmachungspläne, nach positivrechtlicher Vorschrift 
(8 8. R.Mil.Ges. v. 2. Mai 1874) auch die Bestimmmungen über vie Disziplin 
(s. hierüber Anschütz a. a. O S. 90 Anm. 1). Wie die Kommandogewalt überhaupt 
so ist auch diese ihre verordnungsmäßige Handhabung, der „Armeebefehl“ als all⸗— 
gemeine Anordnung, der Verantwortlichkeit und Kontrasignatur des Reichskanzlers 
entrückt (s, oben S. 556). Über das bayr. Sonderrecht s. unten unter b, S. 624. 
). Den Typus der „Armeeverordnung“ verkörpern im Gegensatz zu den 
Armeebefehlen (6) alle Vorschriften, welche die Militärverwaltung im engeren 
Sinne dieses Wortes regeln, also Bestimmungen treffen über die Herstellung der zur 
Betätigung der Kommandogewalt, für die Entfaltung der militärischen Aktion erforder⸗ 
lichen Vorbedingungen und Mittel. Dieses Armeeverordnungsrecht i. e. S. (vgl. wieder— 
holt den oben angef. Artikel von Hecker) steht nur guskha msweise bei Kaiser und 
Feich/ soweit nämlich einzelne Zweige der militaͤrischen — ———— Ve 
eigener und unmittelbarer Reichsverwaltung erklärt sind (z. B. das Festungswesen 
nach R.V. Art. 65), — im übrigen bei den Einzelstaatsgewalten, den Kontingentsherren. 
Freilich bedeutet dieses Verordnungsrecht für die Verwaltungen der außerpreußischen 
Kontingente (vorbehaltlich des auch hier bestehenden bayerischen Sonderrechts Vertrag vom 
28. Nov. 1870, III 85, zu III Abs. 83, Binding, Ausg. der R.V. S. 194) nicht 
nehr als ein bloßes Ehrenrecht. Wenn nämlich Art. 683 Abs. 5 R.V. bestimmt: 
„Behufs Erhaltung der unentbehrlichen Einheit in der Adminstration, Ver— 
pflegung, Bewaffnung und Ausrüstung aller Truppenteile des deutschen Heeres sind 
die bezüglichen künftig ergehenden Anordnungen für die preußische Armee den Kom— 
mandeuren der übrigen Kontingente durch den Art. 8 Nr. 1 genannten (Bundesrats-) 
Ausschuß für das Landheer und die Festungen zur Nachachtung in geeigneter Weise 
mitzuteilen,“ 
jo ist hiermit 1. das Armeeverordnungsrecht in seinem ganzen Umfange! als ein par— 
tikulares, kontingentsherrliches Recht vorausgesetzt und anerkannt, denn andernfälls, 
wenn es dem Reiche zustünde, wären besondere Voͤrkehrungen „behufs Erhaltung der 
anentbehrlichen Einheit“ nicht erforderlich: die Einheit waͤre von selbst gewährleistet. 
2. Diese Vorkehrungen zur Herbeiführung gleichmäßiger Armeeverwaltungseinrichtungen 
sind in der Weise getroffen, daß die für die preußische Armee (vom König oder vom 
Kriegsministerium) erlassenen Verordnungen überall auch im Bereiche der andern Kon— 
tingente eingeführt und von den Kontingentsherren abgeändert werden müssen, sobald und 
soweit sie in Preußen abgeändert werden. Im praͤktischen Efekt beherrscht also der 
Wille des Kaisers und Königs von reußen das mlutatische XWcon ungsrecht in. der 
Sphãre ν ommandogewalt Art 3 — ãĩ Alitarverwaltung 
Art 3 Abf 3 Diẽ m̃ — AJ — * Vermittlüngstätigkeit des 
Bundesratsausschusses für Landheer und Festungen ist nur Botendienst, nicht mehr; 
Die Ausdrücke „Administration, Verpflegung, Bewaffnung und Ausrüstung“ wollen nicht 
vier Gegenstände des Armeeverordnungsrechts bezeichnen, sondern alle.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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