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Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896405266
Document type:
Multivolume work
Title:
J. v. Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Einführungsgesetze
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Schweitzer
Year of publication:
1910-1911
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896405800
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236545
Document type:
Volume
Title:
Recht der Schuldverhältnisse
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Schweitzer
Year of publication:
1910
Scope:
924 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeiner Teil. §§ 241 - 432 erläutert von Dr. Ludwig Kuhlenbeck
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • J. v. Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Einführungsgesetze
  • Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeiner Teil. §§ 241 - 432 erläutert von Dr. Ludwig Kuhlenbeck
  • Besonderer Teil. §§ 433 - 661, 705 - 758, 779 - 811 erläutert von Dr. Karl Kober; §§ 662 - 704, 759 - 778, 812 - 852 erläutert von Dr. Theodor Engelmann

Full text

|. Titel: Berbfligtung zur Letjtung. Borbemerfungen zu den SS 249—255. 47 
tödlich verlegt darniederliegt, dann aber von C, deffen Eingreifen in feiner 
Weifje durch die Handlung des B motiviert wird, fjelbjtändig getötet wird, oder 
durch einen unerwarteten Zufall, 3. B. dur Blipjdhlag getötet wird, fo it der 
Tod al3 folcher dem B nicht zuzurechnen. Der Kaufalzufammenhang if nad) 
juriftijger Denkweife „unterbrochen“ ; im rein pöilofophtidhen Sinne der conditio 
sine qua non mürbe hier ein Kaufalzufammenhang überhaupt nit zu kon- 
jruieren fein. Dagegen bleibt in Ddiefem Falle der Schadenzerfaßanfprud an 
fi wegen der Verlegung felbft felbftverftändlich unberührt; der Verleger wird 
jeßt feine8iweg3 von jeder Schadenzerjabpfliht befreit, er profitiert nur den 
:atlädhlidhen Borteil, der mit der zeitligen Begrenzung des von id in Lauf 
gefeßten Raufalverlaufs durch daS nachträgliche zufällige Ereigni2 verbunden 
it. (1.308 4 D. 9, 2: de vulnerato actio erit, non de oceiso; 1. 57 D. 19, 2: 
actio ob ea ipsa sit, per quae non extrinsecus alia causa oblata, damno 
quis adfectus est.) Dies überfieht m. €. v. Zuhr, Krit. Vierteljichr. Bd. 49 
3, 80 bei Entiheidung de3 folgenden, au von Squnmeyer, Komm. S. 33 
und von Filher, Der Schaden nah BGG. S, 209 beiprochenen Falls: X Hat 
dem Hunde de8 A eine ohne Bleibenden Nachteil Heilbare, aber fhmerzliche 
Wunde beigefügt, A erfhieht den Hund, um ihm die Schmerzen ZU er]baren. 
bp. Thur jhreibt: „Ih glaube, A Hätte fLüger daran getan, erit die Herftellung$s 
foften zu verlangen; dann Hätte er mit dem Hunde anfangen fönnen, was er 
wollte. Solange aber A die Koften nicht verlangte, war X zur Heilung des 
HundeS verbflichtet, welde durch einen Umftand, den er nicht zu vertreten Hat, 
unmöglich geworden i{ft; er braucht alj]o nicht? zu zahlen.“ Io meine: 
A fann mindejtenS einen Geldbetrag in Höhe der Jachverftändig fejtzufteNenden 
Geilungskoften al SchadenzZerjaß beanfpruchen. Nehmen mir an, der Hund 
wäre nach jachverftändigem Gutachten an der Wunde zwar nicht frepiert, aber 
entivertet, 3. B. weil er auf einem Auge erblindet oder fonft verkrüppelt geblieben 
wäre. A fann in diefent Falle nicht uur die HeilungsSkoften, fondern aud 
dieje Entwertung als Schadenzerfaß verlangen. Denn diefer Anfpruch it 
fällig geworden mit der Verlegung. Durch die Tötung hat {ich der urfpängliche 
Aufbruch auf Naturalherftelung (S$ 251 Ab. 1) audg ohne befondere vorherige 
Erklärung des A in einen Anfprug auf Geldentihädigung umgewandelt. Was 
A mit dem für ihn entwerteten Hunde anfangen will, it von vornherein 
jeine Sache; er braucht, nachdem einmal der Schaden entjtanden ft, nicht erit 
ausdrücklich zu erklären, daß er Ent{Hädigung in Geld verlange; zum mindeften 
{it die von {Hm vorgenommene Tötung eine diefe Erklärung erjeßende fonkiudente 
Handlung. Val. auch Ben. 5 zu & 249. Dieje Fälle beweifen, daß die Zuriftifche 
Raufalität jtet3 auf einer teleologijchen, zwectbeziehenden Anfchauung des 
SejhHehenZ beruht. Der Bwecgedanke aber, der. das juriftildge Kanjalitäts: 
urteil leitet und ihm jeine Grenzen feßt, (äBt fi allgemein dahin fennzeichnen, 
daß e8 ftet3 gilt, für einen Erfolg eine nach dem Prinzip des zureichenden 
Grunde gefeglid Haftbare Perfjon zu finden. Daher ift der juriftiiche Kaujal= 
zujammenhang unlösbar von den gejeglig gegebenen Haftungsgründen. Diele 
bilden jtet3 ein Iogiid notwendige Mittelglied in der Schluhfette. Nach ihnen 
beitimmt e8 fi ausfhließlidh, ob ein Erfolg einer Berfon „zugerechnet“ werden 
fanız. Und Hieraus ergibt fih von felbit, daß der Umfang bzw. die Tragweite 
de3 juriftijgHen Kaujalnezu8 verfchieden ausfallen muß je nad Berjchieden heit 
der gefeglidgen HaftungSgründe, E€3 fönnen aljo, da Hiemit die Nbgrenzung 
de3 KaujaklzufammenhHangS auf eine bloße AuslegungSfrage reduziert wird, 
verjchiedene teleologiihe Berehnungsmaßitäbe Zur Anwendung fommen. Mit 
anderen Worten: Der Zwed de3 SGejehes beftinumt in jedem einzelnen 
alle daz Seament, den Ausichnitt au8 den allgemeinen BedinaungSfombler,
	        

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Recht Der Schuldverhältnisse. Schweitzer, 1910.
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